Herznach

Das Mahnmal wurde abgerissen – in einem Jahr steht der Neubau der niedergebrannten Bänderfabrik

Die Brandruine wurde in den letzten Wochen abgerissen.

Die Brandruine wurde in den letzten Wochen abgerissen.

Im Januar beginnen die Arbeiten am Neubau der Herznacher Bänderfabrik Spyk – elf Monate soll die Bauzeit dauern.

Über ein Jahr lang erinnerte die Brandruine bei der Herznacher Bänderfabrik Spyk an die Tragödie, die sich dort im August 2018 abgespielt hatte. Rund zwei ­Millionen Franken Sachschaden waren beim Brand entstanden, den eine langjährige Mitarbeiterin gelegt hatte, um sich das Leben zu nehmen. Nun ist die Brandruine verschwunden, sie wurde in den letzten Wochen abgerissen.

«Dass die Brandruine nun nicht mehr steht, macht schon einen grossen Unterschied», sagt der Co-Geschäftsführer der Bänderfabrik, Rainer van Spyk. «Sie war wie ein Mahnmal und im Alltag sehr präsent.» Gerade auch während der Abbrucharbeiten, als man nochmals gut ins Innere gesehen habe, seien die Erinnerungen nochmals hochgekommen. «Dass das ­Gebäude nun nicht mehr steht, ist ein weiterer Schritt, der zeigt, dass es vorwärtsgeht und dass hier etwas Neues entsteht», so van Spyk.

Grundwasserheizung ist nicht möglich

Der Neubau – er wird wiederum fünfgeschossig – wird dann möglichst bald im neuen Jahr in Angriff genommen. Die entsprechende Bau­bewilligung liegt vor. Vom Plan, das neue Gebäude mit einem Grundwasser­wärmetauscher zu be­heizen, mussten die Verantwortlichen Abstand nehmen. Probeboh­rungen hätten gezeigt, dass am gewünschten Standort zu wenig Grundwasser vorhanden sei. Nun wird eine Erdsonde in­stalliert. Dies ist aufwendiger und macht den Neubau, für den gegen fünf Millionen Franken veranschlagt sind, noch etwas teurer.

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Wenige Minuten vor der Tat drohte die Mitarbeiterin per Mail, sich mit Benzin zu übergiessen und anzuzünden. Der Brand richtete grossen Schaden an.

Der Geschäftsalltag sollte durch die Bauarbeiten kaum tangiert werden, wie der Co-Geschäftsführer sagt. Allerdings musste vor dem Abbruch der Brand­ruine eine zusätzliche Bauwand eingezogen werden. «Dadurch mussten wir einen Teil der ­Produktionsfläche räumen und ein paar Maschinen verschieben», so van Spyk. Grundsätzlich habe man sich aber bereits nach dem Brand neu organisiert und diese Neuorganisation habe nun auch in der Bauzeit Bestand.

Elf Monate Bauzeit sind ­geplant, noch im kommenden Jahr soll der Neubau in Betrieb genommen werden können. Den Mitarbeitern steht also nur noch ein Winter in den Containern bevor, in denen es manchmal recht kühl werden kann.

Der Geschäftsgang im zu Ende gehenden Jahr sei zufriedenstellend gewesen, so van Spyk. Nach der Fertigstellung des Neubaus wird die Zweig­niederlassung Zofingen nach Herznach umziehen. «Dann ­haben wir eine bessere Grösse für die Produktionseinheit.» Dadurch werde man noch kompetitiver, ist der Co-Geschäftsführer überzeugt.

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Autor

Marc Fischer

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