Trotz Regenwetter schien am Samstag für die Fricktaler Steinstösserinnen und Steinstösser die Sonne: An den Schweizer Meisterschaften, die im Rahmen des zweiten Unspunnen-Festwochenendes stattfanden, ging mehr als ein Drittel aller Medaillen ins Fricktal. Besonders herausragend sind dabei die Resultate von Corina Obrist (22, STV Zuzgen) und von Simon Hunziker (35, STV Herznach). Beide sicherten sich zwei Einzelgoldmedaillen sowie den Titel mit dem Team.


Wenig verwunderlich, dass die beiden Titel-Hamsterer mit ihrem Wettkampf «sehr zufrieden» sind. «Ich hatte mir das Resultat so erhofft», sagt Corina Obrist, «aber bei den schwierigen Bedingungen im Wettkampf war ich mir eine Zeit lang unsicher, ob es wirklich klappt.» Es klappte. Sowohl mit dem 6-Kilo-Stein als auch mit dem 12,5-Kilo-Stein verteidigte die Zuzgerin ihren Titel.
Simon Hunziker holte sich wie im Vorjahr im Einzel zwei Titel und eine Silbermedaille. Gold gewann der Herznacher dieses Jahr mit dem 12,5- und dem 18-Kilo-Stein. Mit dem 40-Kilo-Stein verpasste er den sechsten Titel in Serie um einen knappen halben Meter. «Dort hat es etwas geharzt», so Hunziker. «Es war der letzte Wettkampf, vielleicht hat die Konzentration ein bisschen gefehlt.»

Interner Konkurrenzkampf

Hunziker freut sich jedoch nicht nur über die eigenen Medaillen, sondern auch über die weiteren Medaillengewinne des STV Herznach. «Ich habe die eine oder andere Medaille erwartet», so Hunziker, «doch am Ende haben wir noch mehr geholt, als ich gedacht hatte.»

Steinstosser Simon Hunziker

Steinstosser Simon Hunziker

In zwei Wochen muss Steinstosser Simon Hunziker aus Herznach seine drei Schweizer Meistertitel verteidigen. Die Meisterschaft findet vor heimischem Publikum statt.

Noch vor zehn Jahren war Hunziker der einzige Herznacher im Feld der Steinstösser, nun ist der Verein schweizweit führend und hatte in allen drei Gewichtsklassen mindestens drei Athleten in den Top Ten. Wie kam es zu dieser Entwicklung? «Zu Beginn habe ich in unseren STV-Trainings einige Junge motiviert, es auch einmal mit Steinstossen zu versuchen und sie zu Wettkämpfen mitgenommen», blickt Hunziker zurück. So sei das Interesse gestiegen. «Es gab dann auch vermehrt Junge, die meine Erfolge mitbekommen haben und mir nacheiferten.» Hunziker nahm sie unter seine Fittiche und gab seine Erfahrung weiter. «Mittlerweile herrschen im Training ein hohes Niveau und ein interner Konkurrenzkampf», so Hunziker. «So motivieren wir uns gegenseitig und pushen uns zu Höchstleistungen.»

Jüngere begeistern

Ein fricktalweites Konzept oder regelmässige gemeinsame Trainings mit anderen Turnvereinen gibt es allerdings nicht. «Wir trainierten ab und zu mit dem mehrfachen Schweizer Meister Urs Hasler aus Hellikon», sagt Corina Obrist, die selber eher zufällig zum Steinstossen gekommen ist. «Ich komme vom Weitsprung und vom Kugelstossen», erzählt sie. Die Steinstösser hätten jeweils ebenfalls auf der Weitsprunganlage trainiert und sie aufgefordert, es auch einmal zu versuchen. «Es hat auf Anhieb nicht schlecht geklappt», sagt sie lachend.
Mit ihren Erfolgen könnte Obrist nun ebenfalls zum Zugpferd avancieren. «Bislang haben wir in Zuzgen nicht gross Werbung fürs Steinstossen gemacht», sagt sie, «nun werden wir aber versuchen Jüngere für den Sport zu begeistern.» Klingt so, als könnte das Fricktal seinen Hochburg-Status in den nächsten Jahren behalten und vielleicht noch ausbauen. Denn auch Simon Hunziker sagt: «Die nächsten fünf, sechs Jahre mache ich sicher noch weiter. In dieser Zeit sollten wir eine starke Rolle spielen können.»

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