Stein

Dank einer Fricktaler Maturaarbeit: Kenianische Schule ist ans Stromnetz angeschlossen

Marc Kaufmann hat im Rahmen seiner Maturarbeit Geld gesammelt, damit eine Schule in Kenia ans Stromnetz angeschlossen werden konnte.

Marc Kaufmann hat im Rahmen seiner Maturarbeit Geld gesammelt, damit eine Schule in Kenia ans Stromnetz angeschlossen werden konnte.

Marc Kaufmann aus Stein sammelte im Rahme seiner Maturaarbeit Geld. Damit konnte nun eine Schule in Kenia mit Licht und Zugang zum Internet ausgestattet werden.

Mitten im nirgendwo, auf staubiger Erde, liegt die Schule im kenianischen Lwanda. Marc Kaufmann, 20, aus Stein kennt das Dorf und die Schule in Kenia von mehreren Besuchen. Im Sommer 2017 beschloss er, im Rahmen seiner Maturarbeit Geld zu sammeln, um die Schule ans Stromnetz anzuschliessen.

Seit etwa zweieinhalb Jahren, nachdem Kaufmann über 5000 Franken sammelte, brennt in der Schule das Licht. «Jetzt können die Schüler noch am Abend lernen», sagt Kaufmann. «Der Unterricht ist nicht mehr abhängig vom Tageslicht, das durch die Fenster in den Raum einfällt.»

Wichtig sei auch, dass die Schule nun elektronische Geräte besitze mit einem Zugang zum World Wide Web und «damit Zugang zu grenzenlosem Wissen», wie Kaufmann sagt. Dadurch erübrige sich auch die Anschaffung von einigen Fachbüchern, was auf die Dauer ins Geld ginge.

Schule wurde ans Stromnetz angeschlossen

Damit die Schule, die von rund 500 Kindern und Jugendlichen besucht wird, ans Stromnetz angeschlossen werden konnte, musste «Kenya Electronics» zehn Strommasten bauen, welche die Leitungen zur Schule tragen. Durch den Bau konnte auch die Nachbarstadt mit rund 10 000 Einwohnern mit Strom versorgt werden.

Als nächstes sei geplant, den Kochraum der Schule mit Ventilatoren auszustatten. Dies damit die Frauen, die an den Feuerstellen stehen und in den grossen Töpfen rühren nicht ständig den Rauch einatmen müssen. «Das ist auf Dauer nicht gesund», so Kaufmann.

Kaufmann sagt, dass er der Überzeugung ist, man müsse die Probleme immer an der Wurzel anpacken, sozusagen Hilfe zur Selbsthilfe geben. Dies ginge am besten, wenn man den Leuten eine möglichst gute Bildung ermögliche und Wissen vermittle, damit sie später in der Lage sind, ihr Land mit diesem Wissen weiter aufzubauen und ihr Wissen an die nächste Generation weiterzugeben. «Im Gegensatz dazu sind Spenden nicht nachhaltig, ihre Wirkung verpufft sehr schnell.»

Derzeit ist die Schule noch vom gemeinnützigen Verein «Projekt Synesius» abhängig. Ziel soll es sein, dass sich die Schule selbst finanzieren kann. Dies über eine Honigfarm mit deren Einnahmen das Schulmaterial, das Essen oder etwa die Löhne der Lehrer – rund 100 Franken im Monat – bezahlt werden können. «Denkbar ist, dass der in Kenia produzierte Honig in die Schweiz importiert, hierzulande verkauft wird und wir den Gewinn der Schule gut schreiben.»

Wie lange es gehen wird, bis der erste Honig geschleudert wird, kann Kaufmann nicht abschätzen. Dies sei davon abhängig, wie viele Spenden der Verein generiere und wie viele zeitliche Ressourcen den Helfern von «Projekt Synesius», die noch weitere Projekte in Afrika betreuten, blieben.

Bis dahin werden die gesammelten monetären Spenden von Mitgliedern des Vereins direkt vor Ort ausgehändigt, so Kaufmann. «Wird das Geld überwiesen, ist nicht sicher, was mit dem Geld passiert.» Sachgegenstände wie Bücher und Lernmaterialien werden ebenfalls direkt vor Ort ausgehändigt.

Manchmal, so Marc Kaufmann, mache der Zoll in Kenia Probleme, wenn man etwa mit zwei Koffern voller Zahnbürsten einreisen wollte. «Manchmal muss man den Zöllnern einen kleinen Zustupf geben, damit man einreisen kann», sagt er. Hauptsache die Ware kommt an.

Autor

Dennis Kalt

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