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Coop will seine Verkaufsflächen untervermieten und ist damit nicht alleine

93 Quadratmeter sind zu haben: Coop Stein.

93 Quadratmeter sind zu haben: Coop Stein.

In Laufenburg und Stein will der Grossverteiler einen Teil seiner Verkaufsflächen abgeben – bislang ohne Erfolg. Klar ist aber schon jetzt: Es wird bestimmt kein Restaurant.

Es ist ein tristes Bild. Im Fricktal stellen aktuell rund ein Dutzend Schaufenster ein trostloses Produkt aus: die gähnende Leere. Sie alle sind auf der Suche nach einem innovativen Mieter, der ihnen neues (Verkaufs-)Leben einhaucht. Am meisten Leerstände hat – wie seit Jahren – Rheinfelden; allein in der Marktgasse sind mehrere Verkaufsgeschäfte zu haben.

Bei rund einem weiteren Dutzend Verkaufsgeschäften im Fricktal suchen die Immobilienbesitzer oder Ladeninhaber einen Nach- respektive Untermieter. Wer die Immobilienanzeigen auf homegate.ch auf der Suche nach einer freien Verkaufsfläche im Fricktal durchstöbert, stösst dabei gleich dreimal auf einen Namen: Coop. Für seine Filialen in Laufenburg und Stein sucht der Detailriese je einen Untermieter; beim neuen Supermarkt im Salmenpark in Rheinfelden ist zudem ein separates Ladenlokal zu haben.

In Laufenburg möchte Coop 272 Quadratmeter seiner Ladenfläche abgeben – das ist gut ein Viertel der aktuellen Verkaufsfläche von 946 Quadratmetern. Die ausgeschriebene Fläche befindet sich gemäss aufgeschaltetem Situationsplan parallel zur Baslerstrasse.

272 Quadratmeter sind zu haben: Coop Laufenburg.

272 Quadratmeter sind zu haben: Coop Laufenburg.

In Stein sind 93 Quadratmeter zu haben

In Stein hat Coop die Fläche ausgeschrieben, wo sich aktuell die Floristik und der Kiosk befinden. Insgesamt sind hier 93 Quadratmeter zu haben. In Rheinfelden, wo Coop vor vier Jahren in den damals neu erstellten Salmenpark gezogen ist und hier einen Supermarkt mit 1449 Quadratmeter Fläche betreibt, waren von Anfang an Flächen für Drittmieter vorgesehen. Zwei der drei Flächen sind vermietet; für eine Fläche von 247 Quadratmetern wird nach wie vor ein Mieter gesucht.

Damit sind im Umfeld von drei der sechs Fricktaler Coop-Filialen Flächen zu haben. Strafft Coop im Fricktal sein Angebot? Nein, sagt Pressesprecher Patrick Häfliger. «Beim Angebot für die Kundschaft soll es keine Abstriche geben, die neuen Mieter werden es sogar bereichern.» Coop überprüfe ihr Verkaufsstellennetz regelmässig, so Häfliger. In Absprache mit den Liegenschaftsbesitzern prüfe man dabei auch Möglichkeiten wie die Untervermietung von Teilen der Verkaufsflächen.

Was auffällt: Alle Flächen sind seit Längerem inseriert. Häfliger spricht von rund vier Jahren. «Die Vermietung von Verkaufsflächen gestaltet sich aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung derzeit generell schwierig», sagt er dazu.

Grenzgemeinden zu Deutschland

Auffallend auch: Die beiden Filialen in Stein und Laufenburg, bei denen Coop heute selbstgenutzte Flächen untervermieten möchte, befinden sich in Grenzgemeinden zu Deutschland. Ist Coop also mit der Entwicklung respektive dem Umsatz in diesen beiden Filialen nicht zufrieden?

Häfliger beantwortet die Frage nur indirekt. Zu einzelnen Verkaufsstellen gebe Coop keine Zahlen bekannt, sagt er, und fügt allgemein an: «Bezüglich der Grenzlage spüren wir, dass Kundinnen und Kunden wieder vermehrt Coop besuchen.» Coop führt dies darauf zurück, «dass wir in den letzten 15 Jahren rund 2 Milliarden Franken in tiefere Preise investiert haben – davon 40 Millionen Franken allein im letzten Jahr.» Auch 2019 habe Coop viele Preise gesenkt.

Vorstellen kann sich Coop auf den ausgeschriebenen Flächen in Laufenburg und Stein vieles. Die Flächen seien für stilles Gewerbe, Verkauf und Dienstleistungen geeignet, sagt Häfliger. Nur eines will Coop nicht: Die Nutzung als Gastrofläche – in den Inseraten sind exemplarisch Restaurant, Bar, Grill und, dem Trend geschuldet, Kebab genannt – «ist nicht möglich», so Häfliger.

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Autor

Thomas Wehrli

Thomas Wehrli

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