Frick
Bevölkerungsschutz: grosses Thema sind Hitze und Trockenheit

Der erste Bevölkerungsschutztag in Frick gab Einblicke in die Arbeit der verschiedenen Organisationen.

Ingrid Arndt
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Die verschiedenen Organisationen erklären ihre Aufgaben.

Die verschiedenen Organisationen erklären ihre Aufgaben.

Iingrid Arndt

«In Krisen Köpfe kennen» und das enge Zusammenwirken der jeweiligen Organisationen war zentraler Inhalt des ersten Bevölkerungsschutztages in Frick. Dazu erklärte Urs Keller, Chef des Regionalen Führungsorganes Oberes Fricktal (RFO), wie immens wichtig es ist, schon vor krisenhaften Ereignissen genau zu wissen, wer im Ernstfall schnell und effektiv zu kontaktieren sei.

Am Bevölkerungsschutztag wollten RFO, Zivilschutz (ZSO) und Bevölkerungsschutzverbund Oberes Fricktal über ihre enge Zusammenarbeit und über aktuelle Themen informieren. Ausserdem wurde das neue, gemeinsame Logo vorgestellt. In seinem Grusswort lobte Dieter Wicki, Abteilungsleiter Militär und Bevölkerungsschutz, dass durch kluge Prävention im derzeitigen Hitzesommer keine nennenswerten Waldbrände entstanden sind und die Einwohner der Region vorbildlich mit Wasser gespart haben.

Unter dem Dach des RFO können in kürzester Zeit im Bedarfsfall Polizei, Feuerwehr, Gesundheitswesen, Zivilschutz sowie Technische Dienste zusammengefasst werden, führte Reto Keller in seinem Einführungsreferat aus. Er zeigte Organisation, Stufen der Alarmierung, erklärte Führungsstandorte in Frick, Laufenburg und Mobile Standorte.

Gefahren für die Natur

Grosses Thema im Moment sind Hitze, Trockenheit und alle damit verbundenen Gefahren für die Natur wie zum Beispiel Waldbrände. Er zeigte in einem möglichen zeitlichen Referenzszenario auf, wie sich in Land- und Forstwirtschaft Schädlinge munter verbreiten könnten, Bodenerosionen oder Murgänge grosse Schäden anrichten. Auch die Infrastruktur kann in Mitleidenschaft gezogen werden, Wasserknappheit, Krankheiten oder Versorgungsengpässe wären dann beachtliche Herausforderungen.

«Was ist Zivilschutz?», fragte Raphael Lemblé, Chef der Zivilschutzorganisation, in seinen Ausführungen. Detailliert erklärte er Aufgaben, mögliche Unterstützungen an der Front und stellte die Gesamtausstattung mit allen Gerätschaften vor. Naturgefahrenberater Roger Weber gab einen Überblick zu Vorsorge, Beratung, Intervention, Bewältigung sowie der dringend notwendigen Dokumentation neuer Erkenntnisse.

Anschaulich konnten sich die Besucher an den jeweils zwei Posten von RFO und ZSO über deren Zusammenspiel bei möglichen Krisen informieren. Gezeigt wurde, wie im Führungsstab RFO Ereignisse aufgenommen, Entscheidungen nach Bedarf getroffen, Aufgaben je nach Notfall an die Partner des Bevölkerungsschutzes weitergegeben und Gesamtabläufe koordiniert werden. Einschliesslich der Einrichtung eventueller Notfalltreffpunkte. Die Aufgaben gehen von Zutrittskontrollen über Informationsstellen, Evakuierung bis hin zum schnellen Abstimmen mit den Partnern. Bis Ende 2019 sollen alle 28 Notfalltreffpunkte im Verbandsgebiet gemeinsam mit den Gemeinden eingerichtet sein.

Der Zivilschutz zeigte an seinen beiden Posten Fahrzeuge sowie mit Werkzeugen und Materialien voll ausgestattete Anhänger für einen autarken Betrieb im Einsatzgebiet. Eine Kommandozentrale verfügt dazu über die notwendige Logistikstelle, stellt schnellstens eine Gesamtübersicht im Einsatzgebiet her. Dies hat bei den vier grossen Überschwemmungseinsätzen der letzten fünf Jahre vorbildlich in kürzester Zeit funktioniert.