Laufenburg

Beim Matheunterricht im Wald dient der eigene Arm als Messband

In der Waldschule lernen die Laufenburger Kinder das Schätzen und Messen. zvg

In der Waldschule lernen die Laufenburger Kinder das Schätzen und Messen. zvg

Während der Waldwochen orientiert sich der Matheunterricht der Fünft- und Sechstklässler nicht an Büchern, sondern an der Natur, dem Städtchen und dem eigenen Körper.

Rhythmisch klappert das Meterrad über Asphalt, Bodenplatten, Treppenstufen und Naturwege. Mit der Wanderung entlang eines Teilabschnitts der Laufenburger Gemeindegrenze starten die Fünft- und Sechstklässler in die zweite Herbstwoche der Laufenburger Waldschule. In dieser orientiert sich der Mathematikunterricht nicht an Schulbüchern, Arbeitsblättern und Übungsaufgaben, sondern an der Welt selbst – eine Auseinandersetzung, die vollen Körpereinsatz fordert.

Die Schülerinnen und Schüler lernen den Umgang mit Landkarten, Meterrad, Messband und Kompass – und mit Händen, Füssen und Armen als Hilfswerkzeug. Denn wer schätzen will, braucht einen engen Bezug zu Referenzmassen. Was ist ein Meter? Wie lange ist mein Schulweg? Wie hoch können Bäume wachsen? Wie weit komme ich mit 1000 Schritten?

Der Körper als Mass

Ähnlich dem grossen Denker Leonardo da Vinci beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler mit den Proportionen des Menschen, des eigenen Körpers. Und plötzlich sind sie ihr eigenes Messinstrument. Beim Schätzen gilt es den eigenen Körper in Bezug zur Welt zu setzen. So nutzt etwa ein Schüler seine Armspannbreite, um den Umfang eines Baumstammes zu ermitteln. Beim exakten Nachmessen staunen alle Beteiligten über die Genauigkeit der elaborierten Vorhersagen.

Vom Körper über das Messband und Meterrad zum Kompass und den Landkarten. Schritt für Schritt verdichtet sich in diesen zwei Waldwochen ein wertvolles Fundament für den weiteren Mathematikunterricht. Bald können die Schülerinnen und Schüler mithilfe von Landkarte und Kompass die unterschiedlichsten Ziele anpeilen – das eigene Haus, den Fussballplatz, die Ruine auf dem Schlossberg.

Schon bald werden die Kinder am Schülerpult die Leitern der Masseinheiten hoch und runter turnen. Dann wird mit Argusaugen auf korrekte Ziffern und Kommastellen geachtet. Die grundlegende Auseinadersetzung mit der Materie Grössen und Masseinheiten dürften sich die Kinder aber draussen in der Natur, im Städtchen, in ihrer eigenen Welt geholt haben. (az)

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