Jeder vierte Einwohner im Fricktal ist Ausländer. Dies zeigt die Auswertung der neuen Bevölkerungsstatistik. Im Bezirk Rheinfelden lag der Ausländeranteil Ende 2018 bei 25,83 Prozent, im Bezirk Laufenburg bei 19,92 Prozent. Die Differenz liegt vor allem an der Massierung von grösseren, urbaneren Gemeinden im unteren Fricktal, in denen der Ausländeranteil generell höher ist als in kleinen Landgemeinden.

Seit mehreren Jahren den höchsten Ausländeranteil hat die Gemeinde Stein. Aktuell liegt er bei 39,50 Prozent. Dies hat vor allem zwei Gründe. Stein liegt verkehrstechnisch gut – und hat einen hohen Anteil an günstigen Mietwohnungen. Dies, da im Dorf Ende der 60er- und Anfang der 70er-Jahre viele Blöcke gebaut wurden – damals in der Erwartung, dass Stein innert weniger Jahre einwohnermässig in den 5000er-Club vorstösst. Es kam etwas anders (aktuell leben rund 3200 Personen in Stein), und die Blöcke wurden vor allem eines: älter und damit zum Teil schwerer an Schweizer vermietbar. Entsprechend stieg der Ausländeranteil von 12,57 Prozent im Jahr 1978 auf nahezu 40 Prozent an.

Ein Teil dieses Anstiegs ist aber auch der generellen Zunahme von Ausländern geschuldet. So lag der Ausländeranteil in den Bezirken Laufenburg und Rheinfelden 1978 bei 10,78 Prozent, 40 Jahre später dann mit 23,45 Prozent gut doppelt so hoch. Schon damals lebten im unteren Fricktal deutlich mehr Ausländer als im oberen Fricktal: Im Bezirk Laufenburg waren 8,41 Prozent Ausländer, im Bezirk Rheinfelden 12,43 Prozent.

Kein Ausländer in Oberhof

Den mit Abstand höchsten Wert wies damals Laufenburg mit 27,02 Prozent aus – dies primär wegen den zahlreichen Italienern, die nach Laufenburg kamen, um hier zu arbeiten. An zweiter Stelle folgte Rheinfelden mit 18,03 Prozent, an dritter Stelle Frick mit 15,01 Prozent. Eine Gemeinde schaffte damals einen Nuller: In Oberhof lebte 1978 gemäss Statistik kein einziger Ausländer. In Mettau (heute ein Ortsteil von Mettauertal) war ein Ausländer zu Hause, womit der Ausländeranteil bei 0,39 Prozent lag.

Zehn Jahre später, 1988, war es immer noch Laufenburg, das mit 27,68 Prozent den höchsten Ausländeranteil hatte, gefolgt von Rheinfelden (20,13 Prozent) und Frick (15,98). Stein folgte auf Platz vier mit einem Ausländeranteil von 15,38 Prozent. Wil, das heute ebenfalls Teil von Mettauertal ist, und Hellikon lösten Oberhof als Gemeinde mit dem niedrigsten Ausländeranteil ab. In beiden Kommunen betrug er 0,92 Prozent, in Oberhof 1,13. Insgesamt waren 1988 8,51 Prozent der Einwohner im oberen und 13,05 Prozent der Einwohner im unteren Fricktal Ausländer. Gesamthaft lebten damals 53 209 Personen im Fricktal, 5960 waren Ausländer.

Wieder zehn Jahre später, 1998, lebten bereits 62 337 Personen im Fricktal, was einer Zunahme von 17 Prozent entspricht. Die Zahl der Ausländer nahm im selben Zeitraum von 5960 auf 9863 zu – plus 65 Prozent. Damit stieg auch der Ausländeranteil erheblich an – im Bezirk Laufenburg auf 13,57, im Bezirk Rheinfelden auf 17,46 Prozent. In Laufenburg lag er nun bei 37,27 Prozent; das Städtchen war die einzige Fricktaler Kommune mit einem Wert über 30 Prozent. Es folgten Rheinfelden (25,50), Frick (25,30) und Stein (23,85).

Rückgang in Laufenburg

Vor zehn Jahren, das Fricktal zählte nun 71 181 Einwohner, lag der Ausländeranteil bei 18,58 Prozent. Im unteren Fricktal lebten 8864 Ausländer, was einem Bevölkerungsanteil von 20,87 Prozent entsprach, im oberen Fricktal lag der Anteil bei 15,20 Prozent. Während der Ausländeranteil in Laufenburg – auch infolge der wirtschaftlichen Entwicklungen – stagnierte, stieg er in Stein um gut 10 auf 33,17 Prozent. Damit lebten in Stein anteilsmässig erstmals mehr Ausländer als in Frick und Rheinfelden.

In den letzten zehn Jahren ging der Ausländeranteil in Laufenburg deutlich zurück auf aktuell 33,01 Prozent, in Stein stieg er nochmals an auf 39,50 Prozent. Den tiefsten Wert weist heute, wie schon 1988, Hellikon auf. Aktuell liegt der Ausländeranteil hier bei 5,88 Prozent.