Kopf der Woche
Auch als Chefin des Festival-OKs ist sie nur eines von vielen Rädchen

Doris Müller steht vor ihrem ersten Schupfart Festival als Präsidentin des Organisationskomitees. Ihr Credo ist «fleissig und fröhlich» sein.

Nadine Böni
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Doris Müller steht für das Foto in den Vordergrund. Ansonsten sei sie aber «nur einer von ganz vielen Helfern, die das Schupfart Festival braucht». Nadine Böni

Doris Müller steht für das Foto in den Vordergrund. Ansonsten sei sie aber «nur einer von ganz vielen Helfern, die das Schupfart Festival braucht». Nadine Böni

Doris Müller steht an einer Theke im Hangar des Schupfarter Flugplatzes und schneidet Emmentaler in Scheiben. Gegen 50 Helfer sind an diesem Tag auf dem Areal damit beschäftigt, das Zelt für das Schupfart Festival aufzubauen.

In der Pause gibt es Brot, Käse und Aufschnitt. Dann geht es weiter. Gearbeitet wird nach einem genauen Zeitplan. Denn am Freitagabend muss alles bereits sein – wenn die Schweizer Headliner Trauffer, Bligg und Patent Ochsner auf der Bühne stehen.

Nicht gerne im Vordergrund

Auch Doris Müller, in diesem Jahr zum ersten Mal Chefin des Festival-OK, packt an. «Ich bin nicht der Typ, der herumstolziert und Kommandos gibt. Lieber helfe ich – und schneide auch mal ein paar Kilogramm Käse.» Die 46-Jährige lacht, als sie das sagt, wie sie es überhaupt oft tut im Gespräch über ihre neue Rolle beim Festival, dem Aufbau und dem Programm.

«Fleissig und fröhlich», das sei ihr Credo, sagt Müller. «Ich bin ein positiver Mensch.» Ein Mensch, der auch ruhig bleibt, wenn etwas einmal nicht nach Plan läuft. Das kann vorkommen, obwohl die Helfer hinter dem Festival ein eingespieltes Team sind. Schliesslich seien sie alle «Amateur-Profis», wie Müller es nennt: Leute, die zwar keine Ausbildung im Event-Geschäft haben, durch ihre langjährige Erfahrung aber wissen, was es braucht.

Geht trotzdem etwas schief, ist sie da, disponiert um, organisiert neu. «Es bringt nichts, herumzuschreien. Vielmehr gilt es, Lösungen zu finden», sagt sie. Das ist ihr Element. Im Vordergrund stehen hingegen, das mag sie nicht besonders. «Ich bin nur eines von ganz vielen Rädchen, die es allesamt braucht für das Schupfart Festival.»

Positiv in die Zukunft

Nach dem Festival 2015 hat Doris Müller das OK-Präsidium von ihrer Schwägerin Yvonne Müller übernommen. Viel überlegt habe sie sich nicht, als es darum ging, ob sie Chefin wird. «Das war einfach ein logischer Schritt», sagt Müller mit einem Achselzucken. «Ich bin in die Aufgabe hineingewachsen und spüre das Vertrauen des OKs und der Vereinsmitglieder.»

Es ist ihr 25. Festival. Das fällt ihr auf, als sie von ihren Anfängen erzählt – davon, wie sie als 21-Jährige für die Kaffeemaschine zuständig war. Nun ist sie als Präsidentin zuständig für viel mehr als Kaffeebohnen und Rahm. Es geht auch um die Zukunft des Festivals.

Müller blickt ihr positiv entgegen, trotz Herausforderungen: Da ist beispielsweise das Genre Country, das seit Jahren darbt. Um den Country-Abend anzukurbeln, haben die Organisatoren in diesem Jahr rockige Elemente eingebaut. «Jetzt schauen wir, wie das ankommt», sagt Müller. «Sorgen mache ich mir keine. Das Festival hat mit den drei Tagen und den Musiksparten Pop und Rock, Country sowie Schlager auch drei Standbeine. Das funktioniert.»

Es überrascht wenig, dass Doris Müller nicht nur der Zukunft gelassen entgegenblickt, sondern auch dem kommenden Wochenende, ihrem ersten Festival als Präsidentin. Sie weiss schon, auf welchen Moment sie sich besonders freut: «Wenn alles läuft, die Band spielt, das Publikum mitgeht und die Helfer ihre Jobs mit Freude erledigen – dann gönne ich mir eine ruhige Minute und geniesse.»