Viele bemerkenswerte Gestalten bevölkerten den grenzüberschreitenden Umzug gestern Nachmittag in Laufenburg. Hotzenblitzer, Clowns, Kobolde, Füchse und Waldgeister, Dämonen und Paradiesvögel, rosarote Schweinchen und natürlich jede Menge Hexen.

Ob sie unter Artenschutz stehen? Die Sache wäre zu überlegen, sofern Originalität ein Kriterium ist. Denn Hexe ist nicht gleich Hexe, das war gestern in Laufenburg hautnah zu erfahren. Es gab welche, die meinten es gut mit Kindern, aber nicht so gut mit vorlauten Jungs. Andere zogen es vor, die jungen Damen zu erschrecken, was jedes Mal und irgendwann kalkulierbar zu grossem Geschrei führte.

Narri! Narro! Fasnachtsumzug Laufenburg 2019

Narri! Narro! Fasnachtsumzug Laufenburg 2019

Dann gab es Hexen, die trotteten gemütlich durch die Gassen der Laufenburger Altstadt, während andere wie vom Hafer gestochen hin- und herrannten. Was sie alle einte: ihre kunstvoll geschnitzten Masken, die sich innerhalb einer Gruppe in kleinen Details wie Warzen oder Zähnen, sofern vorhanden, unterschieden. Was auch für die Häs, die «Kostüme» galt. Auch da war viel Liebe zum Detail zu sehen, viel Farbe und kreativer Geist.

«Superschöne Masken»

Was bei den Moderatorinnen auf dem Marktplatz, Anita Schraner und Monika Spring, Begeisterung auslöste: «Superschöne Masken und Häs», riefen sie, um sofort nachzulegen: «Fasnacht ist die schönste Jahreszeit!» Schön war es gestern tatsächlich, auch was das Wetter betraf. Es war ein Hauch von Frühling in der Luft, sicher mit ein Grund dafür, dass der Umzug ausserordentlich gut besucht war.

Auf der Laufenbrücke herrschte ein Gedränge wie sonst nur am Basler Morgestraich, und wer sich einen Platz ergattert hatte, räumte ihn nicht freiwillig, nicht einmal bei drohenden Hexengewitter. 44 Gruppen nahmen am Umzug teil, darunter welche aus Winterthur, Wald, Galgenen im Kanton Schwyz, Oetwil am See oder Basel.

Gut vertreten waren auch die einheimischen Gruppen und Guggenmusiken: Wölflinswil und Kaiseraugst waren dabei, aus Laufenburg kamen das Tambourencorps, die Primarschule, der SV 08 Laufenburg, die Stadthäxe und die Stadtmusik, letztere in Apollo-11-Mission, sowie die Barocker. Bei deren Anblick die Moderatorinnen fanden: «Allerspätestens jetzt sollten alle in Schwung kommen. Die Organisation des Umzugs lag bei der Fasnachtsgesellschaft Laufenburger Salmfänger und der Narro-Alt-Fischerzunft.