Es ist ein anspruchsvolles Unterfangen: Das Alterszentrum Bruggbach in Frick wird seit August saniert – und dies bei voll laufendem Betrieb. Ohne Beeinträchtigungen geht das nicht, das ist klar, vor allem, weil lärmintensive Arbeiten wie Asbestsanierung, Wasserleitungsersatz oder Kernbohrungen auf dem Programm standen. Letztere waren nötig, weil die Erdbebensicherheit des gut 40-jährigen Gebäudes erhöht werden musste.

«Grundsätzlich ist der Lärm für alle eine Belastung», sagt Andre Rotzetter, Geschäftsführer des Vereins für Altersbetreuung im Oberen Fricktal (VAOF): Der Verein betreibt in Frick und Laufenburg je ein Alterszentrum. Es gab denn auch vereinzelt negative Rückmeldungen. Der VAOF hat allerdings vorgesorgt, indem er in den letzten zwei Jahren spezielle Infoanlässe mit den Angehörigen und den Bewohnern durchgeführt hat. «Wir haben dabei von fast allen Bewohnern und Angehörigen viel Rückhalt für die Sanierung gespürt», so Rotzetter. Er hat festgestellt: Der Lärm wird zwar als störend empfunden, das Bauen jedoch nicht. «Es läuft etwas und viele beobachten das Geschehen mit Interesse», so Rotzetter. Einige Bewohner, deren Zimmer am Epizentrum des Lärms lagen, hat die Zentrumsleitung zudem vorsorglich verlegt, damit sie die Bauerei weniger stark tangiert.

Auch beim Betrieb habe es Beeinträchtigungen durch die Arbeiten gegeben, räumt Rotzetter ein. «Wir sind aber der Meinung, dass wir das meiste relativ gut organisieren und auffangen konnten.» Ziel sei immer gewesen, dass die Bewohner nicht allzu stark eingeschränkt würden. Probleme gab es an einigen Tagen mit der Heizung – und mit Stromausfällen und Fehlalarmen, die von durchgeschnittenen Kabeln verursacht wurden.

Lärmintensivste Arbeiten vorbei

Vor einer Woche, nachdem die lärmintensivsten Arbeiten abgeschlossen waren, hat die Zentrumsleitung an einem Anlass, an dem 15 Bewohner teilnahmen, nachgefragt. «Alle sagten, dass es zu ertragen war», sagt Rotzetter. Zudem bekämen sie ja auch eine Gegenleistung. «Darauf freuen sie sich sehr.»

Die Gegenleistung, das sind unter anderem neue Böden, WLAN für alle und eine grössere Cafeteria. «So können alle bei einem Grossanlass im gleichen Raum sein», freut sich Rotzetter.

Daneben werden die Wasserleitungen saniert, das asbesthaltige Material in den noch nicht sanierten Bädern und Duschen entfernt, die Lifte und das Treppenhaus erneuert, die Erdebensicherheit erhöht, der Aktivierungsraum verbessert, die Büroräume optimiert, die Wäscherei an die gesetzlichen Vorgaben angepasst und dazu erweitert. Insgesamt ist die Sanierung mit 5,5 Millionen Franken veranschlagt. «Kostenmässig machen wir eine Ziellandung», sagt Rotzetter. Gedeckt werden die Kosten über Kredite. «Die Zinsen sind gegenwärtig langfristig gebunden tief und das lässt uns die Sanierung günstig machen», freut sich Rotzetter.

Die grössten Beeinträchtigungen haben die Bewohner hinter sich. Der Rohbau wird Ende Woche fertig sein, die Asbestsanierung ist bereits abgeschlossen. «Ab 18. Dezember sollte auch im Eingangsbereich Normalität eintreten», sagt Rotzetter – gerade rechtzeitig auf die Feiertage hin. Dann werden die Arbeiten ruhen. «Wenn allerdings dringende Sachen im Interesse der Bewohner gemacht werden, so werden die Firmen arbeiten.» Abgeschlossen werden die Arbeiten voraussichtlich im nächsten April.