Angefangen hat alles mit einem fliegenden Wurstsalat. Die Anekdote ist allerdings schon so alt, dass kaum noch jemand weiss, wie sie wirklich passiert ist. Nur so viel ist klar: Am Ende schmiss Wirt Kurt Meier, in Möhlin besser bekannt als «Guri», wutentbrannt einen Wurstsalat samt Schüssel zum Küchenfenster des «Jägerstüblis» hinaus auf die Wiese.

Und an der Fasnacht im nächsten Jahr machte sich eine Gruppe einen Spass daraus, unter den Besuchern – ja genau: Wurstsalat zu verteilen. Es war die Geburtsstunde der «Fässlidätscher Meli-Ryburg».

Die Geschichte vom fliegenden Wurstsalat wird in Möhlin noch heute erzählt, wie so manch andere legendäre Anekdote rund um die Fasnacht. 30 Jahre sind seither vergangen, die «Fässlidätschter» feiern in diesem Jahr ihr Jubiläum. Heute Abend findet im Restaurant Ryburg – an der Fasnacht auch dieses Jahr von den «Variablä» als Beizli genutzt – eine Jubiläums-Party statt. Mit dabei sind verschiedene Guggen, die Tambouren der Fasnachtzunft Ryburg sowie die Fasnachtsband «La Guggaratscha».

Kostüme bleiben geheim

Für die «Fässlidätscher» wird die diesjährige Fasnacht «etwas Besonderes», wie Urs Reimann, ein langjähriges Mitglied, sagt. «Wir feiern uns dieses Jahr auch etwas selber.» Dazu passend hat die Gruppe auch extra neue Kostüme genäht – die aber, ganz der Tradition entsprechend, erst am Fasnachtssonntag erstmals der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Mit den neuen Kostümen nimmt die neunköpfige Gruppe an den beiden Umzügen in Möhlin teil. Seit rund 20 Jahren haben sie ausserdem ihren aktuellen Wagen dabei. Passend zum Namen ist es ein überdimensionales Fass. An einem Vormittag hätten sie den Wagen damals gebaut, erinnert sich Urs Reimann.

Der Wagen bietet den Fasnächtlern Schutz, spielt das Wetter am Umzug mal nicht mit. Viel lieber schenken die «Fässlidätscher» allerdings bei schönem Wetter Wein und Bier aus, verteilen Bouillonsuppe sowie Süssigkeiten an die Besucher.

Sujet schnell gefunden

Die Kostüme also bleiben noch einige Tage geheim. Etwas aber kann Reimann heute schon verraten: «Das Sujet war dieses Jahr schnell gefunden.» In Anlehnung an ihre Gründungsgeschichte suchen sich die «Fässlidätscher» bevorzugt ein Sujet, dass mit irgendeiner der Dorfbeizen zu tun hat.

Als etwa vor einigen Jahren der Gasthof Adler schloss und stattdessen das Sportgeschäft Longo eröffnete, schlugen die «Fässlidätscher» vor, künftig am Sonnenberg ein Skirennen zu veranstalten. Die Suche nach dem Sujet aber werde jedes Jahr schwieriger, sagt Urs Reimann und fügt scherzhaft an: «Es gibt ja schliesslich auch immer weniger Dorfbeizen.» Dieses Jahr lag das Sujet aber nah: das Jubiläum. Und damit auch die Erinnerung an den legendären, fliegenden Wurstsalat.