Möhlin
Amateure fahren gegen Profis an der Abendrennserie

Die Abendrennserie jubiliert – und ist fixer Bestandteil im Terminkalender der regionalen Velofahrer. Die tolle Stimmung und die gute Organisation zieht viele Rennfahrer an. Die Strecke ist ein optimales Training unter Wettkampfbedingungen und sich einmal mit den Profis zu messen, ist eine einmalige Chance.

Tobias Müller
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Letztes Jahr nahmen 115 Velofahrer an den Möhliner Abendrennen teil. Heute beginnt die Abendrenn-Serie zum 15. Mal.

Letztes Jahr nahmen 115 Velofahrer an den Möhliner Abendrennen teil. Heute beginnt die Abendrenn-Serie zum 15. Mal.

Ab Dienstag werden sie wieder an der Startlinie stehen. Jung und Alt. Frauen und Männer. Ehemaligen Olympioniken und zukünftige. Anfänger, Ambitionierte und Profis. Sie alle werden bei der heute startenden Abendrennserie in Möhlin versuchen, um den Sieg zu fahren, ihre persönliche Leistungsgrenze zu erreichen – oder einfach Spass zu haben. Zum 15. Mal finden die Abendrennen in Möhlin bereits statt. In den nächsten fünf Wochen geht es jeden Dienstag um Ruhm und Ehre. Oder einfach darum, sich das Bier danach redlich zu verdienen.

100 Fahrer pro Abend

Die Abendrennserie in Möhlin hat Tradition und ist bei Velofahr-Verrückten in der Nordwestschweiz bekannt. Athleten aus der Region, aber auch aus Frankreich und Deutschland, finden den Weg Jahr für Jahr ins Fricktal, um sich dort mit Gleichgesinnten zu messen. Zu bewältigen ist ein 3,4 Kilometer langer Rundkurs. Je nach Kategorie – die Rennen sind nach Altersklassen und Geschlecht unterteilt– müssen die Fahrer eine gewisse Anzahl Runden hinter sich bringen. Der Kurs ist flach, mit Ausnahme eines kurzen Anstiegs. Schnelle Zeiten und hohe Geschwindigkeiten sind vorprogrammiert und werden für Nervenkitzel bei den Fahrern und Spannung bei den Zuschauern am Streckenrand sorgen.

Der Event im Fricktal wird durch eine interkantonale Zusammenarbeit organisiert und durchgeführt. Der VMC Helvetia Möhlin sowie Swiss Cycling beider Basel sorgen Jahr für Jahr für die Sicherheit entlang des Rundkurses, für die Verpflegung der Fahrer sowie für die Zeitmessung an der Strecke. Jedes Jahr nehmen rund 100 Teilnehmer an den jeweiligen Abenden teil. Und es werden immer mehr. Letztes Jahr gab es laut Andreas Wild, Präsident des Basler Veloverbandes, sogar einen neuen Teilnehmerrekord – 115 Fahrer meldeten sich an.

Katrin Leumann nimmt wieder teil

Warum sich die Abendrennserie in Möhlin einer so grossen Tradition und Nachfrage erfreut, kann indes niemand so wirklich erklären. Klar, der Event wird seit 15 Jahren gut organisiert. Die Strecke lässt schnelle Zeiten zu.

Und: Die Konkurrenz für die Fahrer ist gross und man kann sich mit den besten der Region messen. Doch warum treffen sich jedes Jahr etliche Spitzenfahrer ausgerechnet in Möhlin und fahren dort um ein bescheidenes Preisgeld? Immerhin gibt es in der Umgebung auch noch andere Rennen, wie zum Beispiel den GP Oberbaselbiet, an dem sich die Velo-Cracks ebenfalls messen könnten. Katrin Leumann, Mountainbikerin und Olympia-Teilnehmerin in Rio 2016, versucht, den Mythos Abendrennen in Möhlin zu erklären: «Es ist einfach eine tolle Stimmung dort. Jedes Jahr ist alles einwandfrei organisiert. Man kann ganz einfach mit dem Velo hinfahren und direkt an die Startlinie rollen – und los geht es.» Leumann sagt auch, dass die Konkurrenz und die Strecke im Fricktal ein optimales Training unter Wettkampfbedingungen zulassen. Dass sie dieses Jahr wieder an den Start gehen wird, ist für sie gar keine Frage. «Ich weiss nur noch nicht, an welchem der Abende.»

Organisator Andreas Wild argumentiert, dass die Rennen in Möhlin vor allem für junge Fahrer eine optimale Chance sind, sich zu beweisen. «Ein Wettkampf ist halt dann doch nochmals etwas anderes als ein Training. Die Jungen können dadurch viel lernen und wir bieten ihnen die beste Möglichkeit dazu. Sich einmal mit den Profis zu messen, das ist doch was.»

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