Rheinfelden

«Am Sonntag fehlen 30 Prozent Umsatz»: Personenschifffahrt kämpft mit Folgen der Pandemie

Nach dem Lockdown legte der «Rhystärn» ab Mitte Juni wieder in Rheinfelden an – aber nur nach eingeschränktem Fahrplan.

Nach dem Lockdown legte der «Rhystärn» ab Mitte Juni wieder in Rheinfelden an – aber nur nach eingeschränktem Fahrplan.

Der «Rhystärn» fuhr diese Sommersaison nur zwei Mal pro Woche nach Rheinfelden. Das bekamen die Gastronomie und die Läden zu spüren.

Die Basler Personenschifffahrt kämpft mit den Folgen der Coronapandemie. Während des Lockdowns etwa legte der «Rhystärn» gar nie in Rheinfelden an, danach nur nach einem eingeschränkten Fahrplan mit zwei Fahrten pro Woche. «Insgesamt sehen wir uns mit einem starken Rückgang der Nachfrage konfrontiert, dies wegen des späten Saisonbeginns und insbesondere der fehlenden Reisegruppen», sagt Geschäftsführer Peter Stalder. «Es war wichtig und richtig, flexibel darauf zu reagieren und die Anzahl Fahrten an das Gästeaufkommen anzupassen.»

Das hatte Auswirkungen auf die Stadt. «Die Schifffahrt hat für den Tagestourismus und damit für das Rheinfelder Städtli eine sehr hohe Bedeutung», sagt Stéphanie Berthoud, Leiterin des Rheinfelder Stadtbüros. Nach der Schifflände in Basel war die Rheinfelder Schifflände zuletzt die am meisten frequentierte Anlegestelle der Basler Personenschifffahrt. Pro Jahr bestiegen oder verliessen hier – vor Corona wohlbemerkt – rund 25000 Fahrgäste ein Schiff. «Entsprechend leiden auch Detailhandel und Gastronomie unter den fehlenden Passagieren und Frequenzen», sagt Berthoud.

Vor allem an den Sonntagen fehlten die Touristen

Besonders akzentuiert zeigt sich das an den Sonntagen, dem «klassischen Tag für Tagesausflüge», wie Marco Veronesi, Präsident des Vereins «Pro Altstadt» sagt. Hier macht es sich bei den Frequenzen in der Altstadt bemerkbar, wenn das Schiff nicht fährt. Das bestätigen mehrere Gastronomen und Ladenbesitzer gegenüber der AZ. So etwa Claudine Hirt vom Konzeptladen «trag-werke» und Jolanda Schaffner vom «Wohnhuus». Sie haben, wie viele andere Lädeli in der Altstadt, jeweils am ersten Sonntag im Monat offen. Ohne Schiff aber, sagt Hirt, fehle ein grosser Teil des Umsatzes. Sie beziffert die Einbusse auf bis zu 30 Prozent. «Das tut natürlich weh.»

Weitere Ladenbesitzer und Gastronomen bestätigen den spürbaren Umsatzrückgang an den Sonntagen ohne Schiff. Aber auch an den anderen Wochentagen sei die Frequenz im Städtchen deutlich höher, wenn das Schiff fahre, sagt Schaffner und gibt zu bedenken: «Mit dem ‹Rhystärn› kommen auch Leute nach Rheinfelden, die das Städtchen sonst nicht besuchen würden. Sie kommen, weil der Besuch zum Erlebnis Schifffahrt dazugehört – und nicht wenige von ihnen kehren auch später mal wieder zurück, weil es ihnen hier gefallen hat.»

Fahrt wird auch 2021 «eine zentrale Rolle spielen»

So bleibt denn auch die Hoffnung, dass der «Rhystärn» künftig wieder häufiger in der Zähringerstadt anlegt. Ob das klappt, ist offen. Um über einen konkreten Fahrplan zu sprechen sei es noch zu früh, sagt Peter Stalder. Langfristige Planung mache derzeit «keinen Sinn.» Es gelte vielmehr, schnell auf das Gästeverhalten und die -nachfrage zu reagieren. «Die grosse Schleusenfahrt nach Rheinfelden ist für die Basler Personenschifffahrt aber ein überaus wichtiges Standbein und bei den Gästen ein nachgefragtes Erlebnis», betont Stalder.

Entsprechend werde die Fahrt auch 2021 «eine zentrale Rolle spielen». Für die Rheinfelder ist klar: «Wünschenswert wäre der Fahrplan, wie er für das laufende Jahr geplant gewesen wäre», sagt Berthoud. Also mit vier Fahrten in der Woche, darunter auch die Sonntagsfahrt. Die Gastronomen und Ladenbesitzer stimmen dem sicherlich zu.

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Autor

Nadine Böni

Nadine Böni

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