Auf dem Flugplatz Schupfart ist es am Montagabend noch ruhig. Die Sonne scheint auf die parkierten Flieger vor dem Hangar und lässt ihre Flügel hell leuchten. Alle paar Minuten dreht ein Flugzeug einen Kreis über der Start- und Landebahn – aber eigentlich deutet nicht viel darauf hin, dass hier am kommenden Wochenende tausende Besucher an den «Flugtagen Schupfart» erwartet werden.

Stefano Ferrari, Mitglied des erweiterten OKs, lacht und sagt: «Zu sehen ist tatsächlich noch nicht viel. Aber im Hintergrund laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren.» Gestern Dienstag war die letzte Sitzung des OK, heute Mittwoch beginnen die Aufbauarbeiten. Und es gibt viel zu tun: Drei Eingänge, mehrere Verpflegungsstände, über 3000 Parkplätze, drei Sicherheitsposten, Marktstände, zwei Ausstellungen zur Fluggeschichte und ein Bereich für Kinder werden für die Besucher unter anderem eingerichtet.

Unterstützung von Vereinen

Rund 250 Helferinnen und Helfer sind beim Aufbau, am Festwochenende und beim Abbau engagiert. Viele sind Mitglieder der «Motorfluggruppe Fricktal» oder der «Segelfluggruppe Basel-Fricktal», die beide auf dem Flugplatz Schupfart beheimatet sind und den Anlass durchführen. Beide Vereine zählen zusammen rund 260 Aktiv-Mitglieder. «Alleine wäre der Anlass kaum zu stemmen», sagt Stefano Ferrari. «Deshalb ist es schön, erhalten wir von anderen Vereinen aus Schupfart und den umliegenden Dörfern Unterstützung.»

Ein 20-köpfiges OK hat sich in den vergangenen zwei Jahren um die Organisation des Grossanlasses gekümmert – und tausende Stunden Freiwilligenarbeit darin investiert. Ferrari selber weiss, wovon er spricht. Am über 70-seitigen Festführer, der am Anlass gratis verteilt wird, hat er gegen 100 Stunden gearbeitet. Jede der auftretenden Flugformationen erhält darin eine ganze Seite mit einem Kurzbeschrieb zu den Besonderheiten, sodass die Besucher jederzeit wissen, was sie am Himmel gerade bestaunen können. «Das war ein ziemlicher Brocken Arbeit. Aber es gibt zahlreiche Helfer, die noch viel mehr geleistet haben», sagt Ferrari. «In den Flugtagen steckt enorm viel Leidenschaft und Herzblut.»

Wetterfrösche im OK

Jetzt, wenige Tage vor dem Fest, steigt bei den Organisatoren die Anspannung, ob alles klappt – wobei: Eine wichtige Frage kann vermutlich schon beantwortet werden. «Mit dem Wetter steht und fällt der Anlass», sagt Ferrari. Die OK-Mitglieder hätten sich in den vergangenen Wochen deshalb zu kleinen Wetterfröschen gemausert. «Die Frage war, ob sich ein stabiles Hochdruckgebiet etablieren kann. Und es sieht gut aus», so Ferrari. Tatsächlich werden für das Festwochenende derzeit strahlend blauer Himmel und sommerliche Temperaturen prognostiziert.

Seit einigen Wochen läuft der Ticketvorverkauf für die Flugtage. Die Verantwortlichen rechnen damit, dass ein Grossteil der Besucher die Tageskassen nutzen wird. 15 000 Gäste erwarten sie an den beiden Flugtagen. Über 1200 Tageskarten sind bis jetzt im Vorverkauf weg. «In den letzten Tagen hat es richtig angezogen beim Vorverkauf – wohl auch aufgrund der tollen Wetterprognose», sagt Ferrari. Buchungen gab es aus der ganzen Schweiz, aber auch aus dem Ausland. «Dazu kommen Anfragen von sogenannten ‹Planespottern›», sagt Ferrari. Das sind Flugfans, die sich auf das Beobachten und Fotografieren von Flugzeugen spezialisiert haben. An den Flugtagen in Schupfart werden ihnen einige seltene Formationen und Exemplare vor die Linse fliegen.

Seltene Exemplare in der Luft

Niggi Moos, im OK zuständig für das Flugprogramm, ist es gelungen, ein vielseitiges Programm zusammenzustellen. Neben der bekannten «Patrouille Suisse» sind es unter anderem auch die zwei einzigen noch fliegenden «Dewoitines» mit Jahrgang 1931 oder ein zweisitziger Doppeldecker des Typs «Boeing PT-17 Stearman», der lange für die amerikanische Armee flog.

Bei Stefano Ferrari steigt neben der Anspannung auch die Vorfreude. Er wird auch an den Flugtagen noch einmal im Einsatz stehen. Er hat die Aufgabe, das Fest mit Fotos zu dokumentieren. Auch die anderen OK-Mitglieder haben Ämtli übernommen. «Aber daneben bleibt jedem Helfer auch Zeit, das Fest selber zu geniessen», sagt Ferrari.