Jagd

Ärger wegen Wildschweinen: Seit August verursachen sie viele Schäden

Wildschweinrotten auf Nahrungssuche bleiben längst nicht immer im Wald.

Die Wildschweine sorgen für Sorgenfalten bei den Fricktaler Bauern – Prognosen für den Winter sind schwierig, werden aber wohl hoch ausfallen.

Die Wildschweine in der Region lassen seit einiger Zeit wieder die Sau raus – und sorgen so für Schäden an Acker- und Wiesland. «In diesem Frühjahr war es ruhiger als erwartet», sagt Bruno Stäuble, Schadensexperte und -abschätzer im Bezirk Laufenburg.

«Doch im August gab es von einem Tag auf den anderen sehr viele Schäden.» Er habe den Eindruck, dass er öfter im Einsatz gewesen sei als im Vorjahr. Allerdings sage dies nicht zwingend etwas über die Schadenshöhe aus.

Zumal Schäden, die eher im Frühling und Winter anfallen, wegen der notwendigen Wiederherstellungsmassnahmen kostspieliger seien als Schäden an der Ernte.
Ralf Bucher, Geschäftsführer des Bauernverbands Aargau, bestätigt, dass Wieslandschäden sehr viel Arbeit verursachen.

Für die Bauern zum grossen Problem werde es zudem immer, wenn sie Futter – egal ob Mais oder Heu – für ihre Tiere zukaufen müssten, weil die Wildschweine auf Äckern oder Wiesen Schäden angerichtet haben.

Schadensumme noch unter den Zahlen des Vorjahrs

Bislang wurden in diesem Jahr in den beiden Fricktaler Bezirken schon Schäden in der Höhe von 149 000 Franken angemeldet. 95 000 Franken sind im Bezirk Rheinfelden angefallen, 54 000 im Bezirk Laufenburg.

Die Zahl werde sich noch deutlich erhöhen, da noch viele Schadenprotokolle von Maisschäden unverarbeitet seien, sagt Reto Fischer von der kantonalen Sektion Jagd und Fischerei.

Zudem werden noch bis Anfang November Schäden abgeschätzt. Die nächsten Schätzungen folgen dann erst im März, da die Schäden am Wiesland in den Wintermonaten ohnehin nicht instandgestellt werden können.

Zum Vergleich: Im letzten Jahr betrug der Wildschwein-Schaden im untern Fricktal 171 507 Franken und im oberen Fricktal 144 039 Franken und lag damit deutlich über den Vorjahren.

Gründe, weshalb die Wildschweine im August plötzlich viele Schäden verursacht hätten, gebe es wohl mehrere, sagt Stäuble. «Einerseits gibt es wohl recht viele Wildschweine und andererseits war das Futterangebot im Wald davor genügend gross.»

Dieses Jahr seien besonders Kaisten und Frick von Wildschweinschäden betroffen gewesen, so Stäuble. Langjährige Hotspots gebe es dagegen eher nicht. «Sowohl das Schadensbild als auch die Schadensgebiete sind jedes Jahr wieder komplett anders.»

Dies mache es auch unmöglich, Prognosen zu machen, wie sich die Schäden in den kommenden Monaten entwickeln werden. Ähnlich äussert sich Reto Fischer. «Neben dem vorhandenen Futter im Wald ist auch die Witterung entscheidend», sagt er.

Wenn es beispielsweise länger gefroren wäre, könnten Wildschweine den Boden ausserhalb des Waldes gar nicht aufbrechen.

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Autor

Marc Fischer

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