Mettauertal

2700 Junglachse im Fricktal: Schafft der Lachs die Rückkehr in den Aargau?

Rund 2700 Jungfische wurden im Mettauertal eingesetzt, um sie wieder im Aargau anzusiedeln. Zwei Jahre bleiben die Fische hier, dann beginnt ihre Reise zum Atlantik – und zurück. Das Projekt hat 450 000 Franken gekostet.

«Wir haben heute zwei Gründe zur Freude. Zum einen können wir die zwei Blockrampen im Etzgerbach einweihen. Zum anderen erhalten 2700 Junglachse heute eine temporäre Heimat im Mettauertal», sagte ein höchst zufriedener Raphael Leder am gestrigen Dienstagnachmittag.

Der Einladung des Kantons an den Etzgerbach waren viele gefolgt. Ging es doch darum, dem Lachs, der seit 1960 im Kanton Aargau als ausgestorben galt, wieder eine Rückkehr zu ermöglichen.

Rückkehr gleich in mehrfacher Hinsicht. Wiederansiedlung des Lachses in unserer Region. Und mit baulichen Massnahmen in den Gewässern dem Fisch auf seiner Reise vom Laichgewässer bis in Meer und zurück die Rückkehr überhaupt zu ermöglichen.

Raphael Leder von der Abteilung Landschaft und Gewässer hat das Projekt während seiner mehrjährigen Entstehungszeit insbesondere in wassertechnischen Fragen begleitet.

Grosse Freude über das gelungene Bachprojekt zeigte auch der Mettauertaler Gemeinderat Beat Zumsteg. Er hoffte schmunzelnd, dass die Wiederansiedlung des Fisches gelingt und man sich in zehn Jahren zum feinen Rauchlachsessen im Mettauertal treffen könne.

Rund 2700 Jungfische wurden im Mettauertal eingesetzt, um sie wieder im Aargau anzusiedeln. Zwei Jahre bleiben die Fische hier, dann beginnt ihre Reise zum Atlantik – und zurück.

Rund 2700 Jungfische wurden im Mettauertal eingesetzt, um sie wieder im Aargau anzusiedeln. Zwei Jahre bleiben die Fische hier, dann beginnt ihre Reise zum Atlantik – und zurück.

Idealer Bach

Der Etzgerbach ist einer der wenigen für den Lachs geeigneten Seitenbäche des aargauischen Hochrheins. Mit dem Entfernen der Hindernisse und dem Anlegen von Blockrampen bietet der renaturierte Bach von der Rheinmündung bis nach Mettau nun ideale Bedingungen für den atlantischen Lachs.

«1000 Mosaiksteinchen müssen passen, damit sich der Lachs wieder bei uns ansiedelt», macht Samuel Gerhard von der Sektion Jagd und Fischerei deutlich, dass die Arbeit beim Etzgerbach nur ein – gleichwohl sehr wichtiger – Teil eines grossen Puzzles ist.

Für die Mädchen und Buben der vierten Klasse aus Wil stand die vergnügliche Aufgabe auf dem Programm, die 2700 Fische in die grosse freie Wasserwelt des Etzgerbaches zu entlassen. Behutsam hoben die Kinder die Kübel mit den Tierchen ins Wasser. Es brauchte nur ein sachtes Schütteln und schon flitzten die kleinen Hoffnungsträger davon.

450 000 Franken hat die Freimachung des Weges für den Lachs im Etzgerbach gekostet. Die Hälfte der Kosten übernimmt der Naturmade-star-Fonds des Elektrizitätswerkes der Stadt Zürich (ewz), die andere Hälfte geht zulasten von Kanton und Bund.

3 bis 5 Zentimeter gross und rund 3 Monate alt waren die Vorsommerlinge, als sie gestern in den Etzgerbach eingesetzt wurden. Wenn sie in zwei Jahren via Rhein Richtung Atlantik schwimmen, messen sie zirka 15 bis 20 Zentimeter.

Ausgewachsen bringt es der Lachs bis auf eine Grösse von einem Meter und ein Gewicht von 10 bis 15 Kilogramm. Stimmen alle Bedingungen – der Mensch hat hier noch einiges zu leisten – kehren die Mettauertaler Fische dann hoffentlich wieder in ihre Heimat, den Etzgerbach, zum Laichen zurück. Der Kreislauf beginnt dann von Neuem.

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