Freizeitzentrum Vitamare

12 Millionen Franken sind zu viel: Hallenbad wird doch nicht saniert

Eine Sanierung des «Vitamare» käme die Gemeinde Frick teuer zu stehen. Bild: psc (April 2012)

Eine Sanierung des «Vitamare» käme die Gemeinde Frick teuer zu stehen. Bild: psc (April 2012)

Die Kosten, um das Freizeitzentrum Vitamare in Frick zu sanieren, sind zu hoch. Nun wird ein Neubau zum Thema, obwohl dieser noch teuer ist als die Sanierung.

Das Freizeitzentrum Vitamare in Frick wird doch nicht saniert. Dabei war das Projekt eigentlich längst aufgegleist. Im Herbst 2017 genehmigte die Gemeindeversammlung einen entsprechenden Projektierungskredit über 65'0000 Franken. Daraufhin wurden in einem Wett­bewerbsverfahren ein Siegerprojekt sowie ein Planungsteam gewählt und die Projektierungsarbeiten gestartet.

Nun aber zeigt sich: Die zu erwartenden Kosten für die Sanierung übertreffen die ursprünglichen Schätzungen – eine Expertenanalyse ergab 2014 rund 6,7 Millionen Franken – deutlich. Sie liegen mit zwischen 12 und 15 Millionen Franken gar rund doppelt so hoch. Zu hoch, findet der Gemeinderat. Die Planungen zur Sanierung werden daher abgebrochen.

«Für den Gemeinderat ist klar, dass eine Investition von mehr als 12 Millionen Franken in eine 45-jährige Anlage sich nicht lohnt, zumal grosse Teile davon auch danach nicht auf dem neuesten Stand wären», heisst es in der Mitteilung. Es sei von Anfang an klar gewesen, «dass eine Sanierung der Anlage nur dann sinnvoll ist, wenn die dafür aufzuwendenden Kosten in einem engen Rahmen gehalten werden können». Der Gemeinderat verweist in diesem Zusammenhang auf die «bereits hohe Schuldenlast» und mehrere andere bevorstehende – und kostspielige – Projekte.

Mit ein Grund für die deutliche Steigerung bei den zu erwartenden Kosten ist die Umsetzung gewisser Anforderungen an das Projekt. So etwa die Anpassung der Organisation im Eingangsbereich und in den Garderoben sowie die Entflechtung von Badebetrieb und Fitness. Das habe sich als kostspieliger erwiesen. «Wo technische Anlagen ersetzt werden müssen, bedingt dies in einigen Fällen aufgrund neuer Vorschriften ausserdem zusätzlichen Platzbedarf, was nicht geplante sowie tiefere und teurere Eingriffe an der Gebäudesubstanz zur Folge hätte», heisst es. Dazu kommt, dass angesichts des hohen Alters der Anlage weitere unvorhergesehene Kosten nicht ausgeschlossen werden können.

Gemeinde kann Neubau nicht alleine stemmen

Statt der Sanierung wird nun ein Abbruch mit Neubau zum Thema. Das Hallenbad nämlich, so lautet das Ziel des Gemeinderats, soll erhalten bleiben. Die veranschlagten Kosten für einen Abbruch samt Neubau liegen mit rund 23 Millionen Franken allerdings noch höher als jene für die Sanierung. Der Gemeinderat schätzt dies trotzdem als lohnenswerter ein. Er schreibt von einem «Missverhältnis zwischen Sanierungs- und Neubaukosten. Dazu kommt, dass bei einem Neubauprojekt die heutigen Anforderungen der Kundschaft viel besser abgedeckt werden können, als bei einer Sanierung einer Anlage aus den 1970er-Jahren.»

Im Vordergrund steht nun die Frage der Finanzierung eines Neubauprojekts. Klar ist schon jetzt: Frick kann dieses nicht alleine stemmen. Man werde deshalb abklären, welche weiteren Geldgeber es gäbe, sagt Gemeindeammann Daniel Suter. Er nennt Swisslos, Stiftungen oder das Bundesamt für Sport als Möglichkeiten, aber auch umliegende Gemeinden, mit denen die bestehenden Partnerschaften allenfalls ausgebaut werden könnten. Das neue Projekt werde wohl frühestens in einigen Jahren spruchreif, sagt Suter. Vorderhand soll die Anlage mit einem «minimalen Unterhaltsaufwand» weiter betrieben werden.

Verwandtes Thema:

Autor

Nadine Böni

Nadine Böni

Meistgesehen

Artboard 1