Zufikon
Trotz Aufhebung des Höchstwerts: Gemeinderat überprüft weiterhin das Trinkwasser

Vorläufig gelten nach einem Zwischenentscheid des Bundesverwaltungsgerichts keine Höchstwerte mehr für Abbauprodukte von Chlorothalonil im Trinkwasser. Dennoch wird die Gemeinde Zufikon weiterhin Messungen vornehmen.

Marc Ribolla
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Der grosse Dorfbrunnen in Zufikon im alten Dorfkern.

Der grosse Dorfbrunnen in Zufikon im alten Dorfkern.

Marc Ribolla (14. Februar 2020)

Zurzeit ist vor dem Bundesverwaltungsgericht ein Beschwerdeverfahren hängig, das sich mit dem Thema Chlorothalonil (ein Pflanzenschutzmittel) im Grundwasser beschäftigt. Im Rahmen dessen hat das Gericht entschieden, dass für die Chlorothalonil-Abbauprodukte im Trinkwasser keine Höchstwerte mehr gelten.

Das kantonale Amt für Verbraucherschutz informierte kürzlich die Aargauer Gemeinden in einem Brief über die Änderungen, die nach dem Gerichtsentscheid gelten. Für Chlorothalonil-Abbauprodukte in Trinkwasser gilt kein Höchstwert mehr, amtlich erhobene Trinkwasserproben mit einer Konzentration von Chlorothalonil-Abbauprodukten von mehr als 0,1 Mikrogramm pro Liter werden nicht mehr beanstandet und die Wasserversorger sind nicht mehr verpflichtet, ihr Trinkwasser auf Rückstände von Chlorothalonil zu untersuchen.

Messungen geben Aufschluss übers Trinkwasser

Gleichzeitig wird empfohlen, die Bevölkerung weiter transparent zu informieren. Das sieht beispielsweise auch die Gemeinde Zufikon so, die sich vom Zwischenentscheid des Bundesverwaltungsgerichts überrascht zeigt. In einer Mitteilung heisst es weiter: «Der Gemeinderat Zufikon hat sich entschieden, trotz Aufhebung der Höchstwerte für Chlorothalonil-Abbauprodukte weiterhin entsprechende Messungen vorzunehmen.»

Auch wenn sich die Ergebnisse nicht mehr anhand eines vorsorglich festgesetzten Höchstwertes einordnen liessen, würden sie Aufschluss über unerwünschte Rückstände im Trinkwasser geben.

Bei den Messungen an vier Standorten in Zufikon im September 2020 und im April 2021 wurden nur beim Abbauprodukt R471811 Überschreitungen festgestellt. Der Gemeinderat wird die Messwerte weiter regelmässig erheben und beobachten. Er schreibt: «Gemäss Auskunft des Amtes für Verbraucherschutz gilt das Zufiker Trinkwasser weiterhin als sicheres Lebensmittel und kann bedenkenlos konsumiert werden.»