Wohlen
So viel haben die Ukraine und das Freiamt gemeinsam

Schon die Flaggen zeigen es: stahlblauer Himmel über goldgelbem Stroh. Genau das symbolisieren die ukrainische wie auch die Freiämter Fahne. Was sie sonst noch verbindet, sollen beide Seiten am 17. September zeigen – und gleichzeitig herausfinden.

Andrea Weibel
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Das Team des Strohmuseums organisiert zusammen mit der Fachstelle für Integration ein gemeinsames Friedensengelbasteln: Maria Camenisch (Übersetzerin), Stefanie Dietrich (Museum), Laura Pascolin (Fachstelle), Petra Giezendanner (Museum) und Pirmin Breu (Künstler, von links).

Das Team des Strohmuseums organisiert zusammen mit der Fachstelle für Integration ein gemeinsames Friedensengelbasteln: Maria Camenisch (Übersetzerin), Stefanie Dietrich (Museum), Laura Pascolin (Fachstelle), Petra Giezendanner (Museum) und Pirmin Breu (Künstler, von links).

Andrea Weibel

Das Freiamt war früher die Kornkammer des Kantons. Noch heute ist es stolz auf seine weltweit bekannte Strohgeflechtstradition. So stolz sogar, dass es den stahlblauen Himmel über den goldgelben Ähren im blau-gelben Wappen trägt. Was wohl den wenigsten bisher aufgefallen ist: Über die Ukraine kann man all das ebenfalls sagen. Nur dass sie nicht als Kornkammer des Kantons, sondern Europas bekannt ist. Aber auch dort gibt es eine grosse und alte Tradition des Strohflechtens.

Das Sticken mit Strohschnüren, Strohsterne und -kränze und viele andere Verwendungszwecke von Stroh kennen beide Länder gut. «Das ist doch ein Grund, diese Gemeinsamkeiten zu feiern. Denn die ukrainischen Flüchtlinge sollen nicht nur unsere Bräuche kennen lernen, wir können auch von ihnen viel lernen», findet Petra Giezendanner, Leiterin des Strohmuseums im Park in Wohlen.

Führungen werden auf Ukrainisch übersetzt

Darum organisiert das Team des Strohmuseums zusammen mit der Fachstelle für Integration in Wohlen und dem Künstler Pirmin Breu am Samstag, 17. September, ein gemeinsames Strohengelflechten im Museumspark. «Unsere Idee war es, die Menschen aus der Ukraine und dem Freiamt an einen Tisch zu bringen. Da können sie gemeinsam Friedensengel flechten und sich austauschen», sagt Giezendanner weiter. Zu diesem Zweck wird auch das Museum kostenlos zugänglich sein. «Und es gibt Gratisführungen, die auf Deutsch gehalten, aber von Maria Camenisch und ihrem Team auf Ukrainisch übersetzt werden.»

Der Flyer ist auf einer Seite in Deutsch, auf der anderen Seite auf Ukrainisch verfasst.

Mit im Boot ist Laura Pascolin von der Fachstelle für Integration in Wohlen. «Wir führen jeden Donnerstagabend einen Ukrainetreff bei uns im Büro durch. Da haben wir bisher fünf Frauen, die am 17. September für alle Leckereien aus der Ukraine kochen und backen werden.»

Engel aus Stroh und aus der Spraydose

Der Tag soll einerseits dem Austausch und der Annäherung zwischen Menschen aus der Ukraine und dem Freiamt dienen. Dafür erhalten die rund 400 Ukrainerinnen und Ukrainer im Bezirk Bremgarten persönliche Einladungen, ihnen wird Anreise sowie Verpflegung offeriert.

«Andererseits sammeln wir Geld für die Menschen in der Ukraine», so Stefanie Dietrich, Mitarbeiterin des Strohmuseums. Alle Besuchenden – gerne auch Kinder – dürfen so viele Strohengel basteln, wie sie möchten. Diese können für einen Batzen in die Kollekte mit nach Hause genommen werden. «Alle anderen werden am 29. Oktober am letzten Wohler Wochenmarkt des Jahres verkauft.»

Ein weiteres Highlight wird der Wohler Spraykünstler Pirmin Breu anbieten. «Ich habe Freunde in der Ukraine und bekomme hautnah mit, was dort passiert», berichtet er. «Ich habe T-Shirts und viele andere Gegenstände mit meinem Friedensengel bedruckt und verkauft, das Geld geht an die Leute in der Ukraine.» Im Museumspark wird er einen grossen Friedensengel sprayen und Kinder dazu anleiten, sich ebenfalls im Sprayen zu versuchen. «Das Bild wird anschliessend versteigert.»

Strohengel für den Frieden, Samstag, 17. September, von 10 bis 16 Uhr im Park vor dem Strohmuseum Wohlen. Eintritt frei.