Wohlen
Politischer Inhalt mit Zuckerguss: Der Villmerger Slam-Poet Jeremy Chavez lädt zum ersten abendfüllenden Programm

Slam-Poet Jeremy Chavez, der Schweizer Meister 2019 der Kategorie U19, wagt sich an ein abendfüllendes Programm. Premiere feiert der Villmerger am 24. September im Sternensaal mit «Grad jetzt».

Nathalie Wolgensinger
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Drei Mal Jeremy Chavez auf einem Bild: Der Villmerger tritt am 24. September im Sternensaal in Wohlen auf.

Drei Mal Jeremy Chavez auf einem Bild: Der Villmerger tritt am 24. September im Sternensaal in Wohlen auf.

Bild: Ivo Bosshard

«Grad jetzt» ist Jeremy Chavez sehr aufgeregt. Wenige Tage vor der Premiere seines ersten abendfüllenden Programms feilt er an seinen Texten. Am 24. September eröffnet er die Sternensaal-Saison unter dem Titel «Grad jetzt». Der 23-jährige Villmerger studiert Geschichte und Deutsch in Basel und ist ein ehemaliger freier Mitarbeiter dieser Zeitung.

Einen ersten Erfolg feierte er 2019, als er zum U20-Schweizer-Meister im Poetry Slam gekürt wurde. Seine Poetrys über Rassismus und Gewalt sowie über den Gesundheitswahn begeisterten das Publikum damals wie heute. Neben Auftritten an Poetry-Slams in der Schweiz und im angrenzenden Ausland bescherte ihm sein Titel auch Moderationsjobs bei Veranstaltungen. Ausserdem leitet er Workshops für Poetry-Slam an Schulen. Nun wagt er sich also an ein abendfüllendes Programm.

«Eine Portion Naivität gehört auch dazu»

Dass er sich dieser Herausforderung stellt, ist seinem Scheitern am Casting für die Oltner Kabarett-Tage zu verdanken. Von diesem Auftritt erhielt das Team des Wohler Sternensaals Wind und war begeistert von Chavez' Programm. Sie geben ihm nun die Chance, die Sternensaal-Saison zu eröffnen.

Für Chavez ist dies eine grosse Chance, die er gerne nutzt. Er werde Poetry-Slam mit Stand-up-Comedy mixen und sich damit aus seiner eigenen Komfortzone bewegen. Denn erstmals werden seine Texte keine zeitliche Grenze von sechs Minuten haben. Er sagt: «Ich erzähle von der Welt, so wie ich sie sehe, dazu gehört auch eine Portion Naivität.» Ansprechen wolle er mit seinem Auftritt all jene, die Freude an Sprache haben. Er verspricht:

«Man wird einen Abend lang lachen können zu politischen Inhalten mit Zuckerguss.»

Er hofft, dass nicht nur Gleichaltrige im Publikum sitzen, sondern auch ältere Menschen, die sich dafür interessieren, wie er die Welt sehe. Seine Begeisterung für Sprache möchte er später zum Beruf machen. So kann er sich gut vorstellen, satirische Texte zu verfassen oder als Lehrer seine Begeisterung für Sprache weiterzugeben.