Wohlen
Noch mehr Stau wegen neuer Kreiselbaustelle? Nein, der Kanton wartet, bis die Nutzenbachstrasse befahrbar ist

In seiner Antwort auf eine Anfrage hält der Wohler Gemeinderat fest, dass der provisorische Kreisel an der Aargauer- und Zentralstrasse nahe dem Bahnhof erst im Frühling 2022 gebaut wird. Erst muss abgewartet werden, bis die Nutzenbach- und Anglikerstrasse nach den Bauarbeiten wieder befahrbar ist.

Andrea Weibel
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An der Kreuzung Aargauerstrasse und Zentralstrasse in Wohlen wird der Kreisel nun erst im Frühling 2022 gebaut.

An der Kreuzung Aargauerstrasse und Zentralstrasse in Wohlen wird der Kreisel nun erst im Frühling 2022 gebaut.

Marc Ribolla

Anfang Mai hat Einwohnerrätin Denise Strasser (FDP) dem Gemeinderat drei Fragen zum Thema Verkehr in Wohlen gestellt. Sie schrieb: «Die Strassen im Zentrum von Wohlen sind nicht mehr nur zur Rushhour stark ausgelastet. Insbesondere seit der Baustelle ‹Ausbau Angliker-/Nutzenbachstrasse› und somit der neuen Verkehrsführung durch das Zentrum von Wohlen ist nur noch eine Autokolonne zu sehen.»

Ihr Anliegen betrifft den geplanten Kreisel bei der Kreuzung Aargauer- und Zentralstrasse. Sie befürchtet ein Chaos, falls dort im September eine weitere Grossbaustelle eröffnet würde, und wollte vom Gemeinderat wissen, ob es nicht sinnvoller wäre, mit dem Kreiselbau zu warten, bis die Nutzenbachstrasse wieder befahrbar wäre.

Kreisel wird erst 2022 gebaut – zwei Grossbaustellen sind «nicht machbar»

Diesbezüglich kann sie der Gemeinderat beruhigen. Der Kanton hat der Gemeinde im Januar das ausgearbeitete Bauprojekt zum Kreisel unterbreitet. Er stimmt nun zu, mit dem Bau bis im Frühling 2022 zu warten, wenn die Nutzenbachstrasse wieder befahrbar ist. Er sah die Argumente des Gemeinderats ein, dass gleichzeitige Einschränkungen der beiden Hauptverkehrsachsen «nicht machbar» sind. An der Nutzenbachstrasse könnte es Verzögerungen mit der Öffnung geben. Man sei jedoch gesamthaft im Zeitplan, teilten die Verantwortlichen mit.

Der Gemeinderat betont, dass es sich beim Kreisel um eine provisorische Sofortmassnahme zur Optimierung der Befahrbarkeit und der Verkehrssicherheit handelt. Um weiteren Anfragen zuvor zu kommen, schreibt der Gemeinderat:

«Die neu mit vorliegendem Kantonsprojekt veranschlagten Kosten von 350’000 Franken erachtet der Gemeinderat als hoch und hat die Projektverantwortlichen beauftragt, Kostenreduktionen zu prüfen.»

Ausserdem sei gegen das Sanierungsprojekt alte Bahnhofstrasse/Aargauerstrasse Beschwerde geführt worden, es muss nochmals öffentlich aufgelegt werden. «Die planerische sowie terminliche Koordination ist berücksichtigt», schreibt der Gemeinderat.

Beim Bushof ist eine nachträgliche Umstellung auf E-Busse möglich

Zusätzlich stellte Denise Strasser zwei Fragen, die nichts mit jenem Kreisel zu tun haben. Sie wollte wissen, wie es um die Motion zur Überprüfung und Überarbeitung des Kommunalen Gesamtplans Verkehr (KGV) stehe, die die Mitte-Fraktion im August 2020 eingereicht hat. Hierzu gibt der Gemeinderat zu verstehen, dass der KGV alle zehn bis zwölf Jahre überarbeitet werde. Planmässig werde das 2022 passieren.

Ausserdem fragte Strasser an, ob es für Wohlen ein Elektromobilitätskonzept gebe und ob künftig beispielsweise E-Busse vorgesehen seien. Der Gemeinderat schreibt:

«Die Gemeinde Wohlen hat kein E-Mobilitätskonzept.»

Im Energieleitbild sei jedoch festgehalten, dass die Gemeinde stets energetisch vorbildliche Lösungen fördere. So auch bei der Beschaffung neuer Fahrzeuge.

Der Busbetrieb in Wohlen werde zudem nicht durch die Gemeinde, sondern durch die PostAuto AG und die AVA im Auftrag des Kantons geführt. Die Gemeinde habe grundsätzlich keinen Einfluss auf die Wahl der Antriebsarten. Allerdings sei es das Ziel der PostAuto AG, die Fahrzeuge bis 2040 auf alternative Antriebe umzustellen. In Wohlen sind erste Umstellungen ab 2024 geplant.

Beim Bau des neuen Bushofes wurde darauf geachtet, dass eine nachträgliche Umstellung auf E-Busse möglich ist, schreibt der Gemeinderat.

Beim Bau des neuen Bushofes wurde darauf geachtet, dass eine nachträgliche Umstellung auf E-Busse möglich ist, schreibt der Gemeinderat.

Sandra Ardizzone
(6. Juni 2021)

Und er schreibt: «Im Rahmen des Bushofprojekts wurde seitens PostAuto AG geprüft, einen Pilotbetrieb mit Elektrobussen aufzunehmen. Die Angebote der Lieferanten (Prototyp) waren aber mit dem Neubau zeitlich nicht kompatibel.» Beim neuen Bushof wurde jedoch darauf geachtet, dass eine nachträgliche Aufrüstung zur Elektromobilität möglich ist.