Wohlen
Gegen Sanierung des Gemeindehauses: SVP und Mitte sammelten über 1000 Unterschriften fürs Zwillingsreferendum

Das Wohler Gemeindehaus soll für 270'000 Franken leicht saniert werden. Dazu soll das Betreibungsamt für einige Jahre ausgelagert werden. Der Einwohnerrat stimmte dem zu. Zwei Parteien stellen sich dagegen und fordern, dass das Volk darüber befindet.

Andrea Weibel
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Vertreter von SVP und die Mitte übergaben der stellvertretenden Gemeindeschreiberin Michelle Hunziker (Mitte) die Unterschriften zum Zwillingsreferendum.

Vertreter von SVP und die Mitte übergaben der stellvertretenden Gemeindeschreiberin Michelle Hunziker (Mitte) die Unterschriften zum Zwillingsreferendum.

Andrea Weibel

Das Wohler Gemeindehaus platzt seit Jahren aus allen Nähten. Zudem ist das Gebäude sanierungsbedürftig. Am 26. April stellte der Gemeinderat den Antrag, für 270'000 Franken das zu flicken, was nicht länger warten könne. Zudem soll, um für die nächsten fünf bis zehn Jahre mehr Platz zu schaffen, das regionale Betreibungsamt an die Bahnhofstrasse ausgelagert werden. Der Einwohnerrat stimmte dem am 26. April mit jeweils 21:18 Stimmen zu.

Dagegen haben die beiden Ortsparteien SVP und die Mitte ein Zwillingsreferendum angekündigt. Am Montagmorgen konnten sie die dafür notwendigen Unterschriften auf der Gemeindekanzlei abgeben. Ein Zehntel der Wohler Stimmberechtigten, also derzeit 842 Leute, müssen für ein gültiges Referendum unterschreiben. So viele Unterschriften innert 30 Tagen zu sammeln, war nicht leicht, wie die beiden Parteien in ihre Pressemitteilung schrieben:

«Pandemiebedingt, den geschlossenen Restaurants und der allgemeinen Zurückhaltung der Menschen auf offener Strasse kam das Sammeln einem veritablen Kraftakt gleich.»

Dennoch konnten die beiden Ortsparteien die geforderten Unterschriftenbögen abgeben: Gegen den Umbau des Gemeindehauses sammelten sie laut eigenen Angaben 1126 Unterschriften, gegen die Auslagerung des Betreibungsamtes waren es 1107 Unterschriften. Michelle Hunziker, die stellvertretende Gemeindeschreiberin Wohlens, nahm sie entgegen.

Eine langfristige Lösung ist gefragt

Alle anderen Ortsparteien haben sich bereits hinter den Antrag des Gemeinderats gestellt. SVP und die Mitte fordern aber unter dem Titel «Investieren statt Mieten», dass eine langfristige Lösung gefunden werden soll. Sie nennen das Vorgehen des Gemeinderats konzeptlos und verlangen, «dass eine gemeindeeigene Liegenschaft unterhalten, renoviert und für den eigenen Bedarf hergerichtet werden müsse».

Die Mitarbeitenden der Einwohnerkontrolle werden nun damit beginnen, die Unterschriften zu prüfen. Ob das Referendum zu Stande gekommen ist oder nicht, werden sie zwischen dem 14. und 28. Juni bekanntgeben. Falls es zu Stande kommt, würden die Wohlerinnen und Wohler am 26. September an der Urne über die beiden Geschäfte abstimmen.