Wohlen
Eigene Kindergärten brauchen dringend Sanierung – doch der Gemeinnützige Ortsverein muss auf die Gemeinde warten

Der Gemeinnützige Ortsverein Wohlen unterhält seit Jahrzehnten im Dorf fünf Kindergärten. Diese sind in die Jahre gekommen. Die notwendige Sanierung ist jedoch erst möglich, wenn sich der Gemeinderat auf eine Kindergartenstrategie festgelegt hat.

Marc Ribolla
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Der Wohler Sprachheilkindergarten im Aesch gehört dem GOV, er ist aber seit diesem Sommer nicht mehr in Betrieb.

Der Wohler Sprachheilkindergarten im Aesch gehört dem GOV, er ist aber seit diesem Sommer nicht mehr in Betrieb.

Nathalie Wolgensinger (10.5.2022)

Seit über 130 Jahren kümmert sich der Gemeinnützige Ortsverein Wohlen (GOV) um das Wohl des Dorfes. Ein wesentlicher Teil davon sind, nebst der Ludothek, die fünf eigenen Kindergärten, die er seit mehreren Jahrzehnten unterhält und die von der Gemeinde angemietet werden. Doch diese Kindergärten sind in die Jahre gekommen und haben Erneuerungsbedarf, wie GOV-Vorstandsmitglied Andy Wyder am Mittwochabend an der 131. Generalversammlung erneut darlegte.

«Wir betreiben aktuell eine Pflästerlipolitik im Bereich des Kindergartenunterhalts. Es lohnt sich nicht gross, in eine Sanierung zu investieren, denn wir müssen jetzt auf den Entscheid des Gemeinderats warten bezüglich seiner Strategie mit den Kindergartenstandorten», erklärte er.

«Wir hoffen sehr, dass die Gemeinde vorwärts macht»

Die Gemeinde überprüft die Standorte hinsichtlich einer ausgewogenen Verteilung im Dorf. Wann dieser Entscheid publik wird, ist noch offen. «Wir bleiben dran und hoffen sehr, dass die Gemeinde hier vorwärtsmacht», so Wyder.

Bis dahin investiert der GOV nur das Nötigste. Zum Beispiel beim Kindergarten Aesch, wo im vergangenen Winter mehrmals die Gasheizung ausfiel. «Sie wird nun in den Herbstferien durch eine neue ersetzt. Uns ist bewusst, dass dies nicht mehr opportun ist, doch momentan gibt es keine Chance auf eine Wärmepumpe», erläuterte Wyder.

Die neue Gasheizung kostet rund 12’000 Franken. Weitere Problemfälle seien das Flachdach (40’000 bis 50’000 Franken) des Kindergartens Reithallenweg oder die Türe beim Kindergarten Sorenbühlweg (10’000 Franken). Einzig der Kiga Bollmoos sei momentan kein Sorgenkind.

Allgemein blickt der GOV auf gutes Jahr 2021 zurück, wie Präsident Pitsch Isler mitteilen konnte. Der Mitgliederbestand beträgt nun rund 110 Personen oder Firmen, ein Neumitglied wohnt sogar in Uruguay. In der Erfolgsrechnung schaute vergangenes Jahr ein Gewinn von knapp 7600 Franken heraus, dies bei Einnahmen von knapp 251’200 Franken und Ausgaben von 243’600 Franken. Das Eigenkapital des GOV betrug per Ende 2021 rund 1,87 Millionen Franken.