Muri
Warum Oberfreiämter eine Flugbewilligung brauchen

Die Modellflieger rund um den Flugplatz Buttwil sind mit Einschränkungen durch das Bundesamt für Zivilluftfahrt belegt – und niemand stört sich daran.

Eddy Schambron
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Drohnenbesitzer des halben oberen Freiamts sind betroffen.

Drohnenbesitzer des halben oberen Freiamts sind betroffen.

Keystone

Was restriktiv wirkt, ist halb so wild – zumindest für seriöse Modellflieger: Eine neue Karte des Bundesamtes für Zivilluftfahrt (Bazl) zeigt Einschränkungen für Drohnen und Modellflugzeuge. Nach dieser Karte müssen Modellflieger im Umkreis von fünf Kilometern um einen Flugplatz eine Bewilligung für ihre Fliegerei haben. Rund um Flughäfen und Flugplätze mit einer Flugverkehrskontrolle gibt es zudem sogenannte Kontrollzonen, die teilweise weit über den Fünf-Kilometer-Radius hinausgehen.

In solchen Zonen darf ohne Bewilligung eine Höhe von 150 Metern über Grund nicht überstiegen werden. Betroffen ist das halbe obere Freiamt rund um den Flugplatz Buttwil. Doch Matthias Decking, Helikopterpilot und Betreiber einer Flugschule für Modellhelikopter-Piloten am Lindenberg, gibt Entwarnung: «Wir haben schon jetzt ein bilaterales Abkommen mit dem Flugplatz Buttwil.» Das Gleiche gilt für den Modellflugverein Müswangen, der auf der Müswanger Allmend einen Flugplatz betreibt. «Mit Gruppen und Vereinen von Modellfliegern gibt es keine Probleme», bestätigt Clemenz Benner, Flugplatzleiter in Buttwil.

Drohnen boomen

Grund für die Einschränkungen durch das Bazl ist das Aufkommen von Multikoptern, besser bekannt unter der Bezeichnung Drohne. «Vielen Betreibern solcher Drohnen ist nicht bewusst, dass sie mit ihren Modellen die Luftfahrt gefährden können, wenn sie in der Nähe von Flugplätzen fliegen», hält das Bazl fest. Solche Fluggeräte sind nicht nur im Fachhandel erhältlich, sondern können auch in Kaufhäusern oder über den Internethandel erworben werden.

Sie haben in den letzten Jahren einen Boom erlebt. Mit der neuen Karte kann nun genau festgestellt werden, wo der Betrieb eines Modellflugzeuges oder einer Drohne ohne räumliche Einschränkungen erfolgen kann und wo nicht. In Gebieten mit Einschränkungen muss für eine Ausnahmebewilligung die Flugverkehrsleitstelle des Flugplatzes oder bei kleineren Plätzen der Flugplatzhalter angefragt werden.

Keine wirkliche Einschränkung

Pilot Matthias Decking begrüsst die Vorschrift. «Die Modellflugplatzbetreiber werden jetzt von Skyguide für solche Bewilligungen kontaktiert.» Platzbetreiber in der Nähe von grossen Flugplätzen würden früher begrüsst als diejenigen bei den kleinen. «Ich denke, das wird ein Jahr dauern, bis alles geregelt ist.» Für Decking bringt das Gesetz keine Einschränkungen: «Ambitionierte Modellflieger sind sich ihrer Verantwortung ohnehin bewusst und verhalten sich entsprechend, das Problem sind die Drohnenflieger, die ihre Geräte zum Teil ohne grosse Erfahrung sogar über dicht besiedeltem Gebiet fliegen lassen.»

Gleicher Meinung ist auch Roman Sticher, der mit seiner Drohne Flugaufnahmen macht. Und auch der Buttwiler Flugplatzleiter Clemenz Benner kann sich dieser Beurteilung anschliessen: «Wir hatten bisher glücklicherweise noch keine Konflikte mit den Modellfliegern.» So bestehe beispielsweise schon heute ein Informationsaustausch zwischen dem Flugplatz Buttwil und dem Modellflugverein Müswangen. «Die Modellflugplatzbetreiber wissen, wann unsere Flugzeuge kommen. Wir und unsere Piloten wiederum sind informiert, wenn die Modellflieger eine Veranstaltung haben. Jetzt haben sie sich sogar ein Antikollisionsgerät angeschafft.»

Auch der Schweizerische Verband Ziviler Drohnen (SVZD) macht in seinem Verhaltenskodex unmissverständlich klar, dass der Drohnist nicht ohne Bewilligung, nicht über Menschenmengen, nicht ausserhalb der Sichtweite der Drohne und den sie umgebenden Luftraum (500 Meter), nicht näher als fünf Kilometer zu Flugplätzen und Helipads und nicht höher als 150 Meter ab Boden in kontrollierten Lufträumen fliegt.