Waltenschwil
Homeoffice, Holzschnitzelheizung und Wasserversorgung: Das sind die Themen der Juni-«Gmeind»

Es sind zwar nur kleinere, aber dennoch wichtige Beträge, über die Waltenschwil an der «Gmeind» vom 9. Juni abstimmen wird. 160'000 Franken werden für drei Neuerungen in Schule und Verwaltung benötigt. Daneben soll das Salär der Gemeinderäte leicht angehoben und «Wasser2035» genehmigt werden.

Andrea Weibel
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Die Gemeindeverwaltung in Waltenschwil braucht unter anderem fürs derzeit sehr aktuelle Homeoffice eine neue IT-Lösung. Das ist eines der Traktanden, über die am 9. Juni abgestimmt wird.

Die Gemeindeverwaltung in Waltenschwil braucht unter anderem fürs derzeit sehr aktuelle Homeoffice eine neue IT-Lösung. Das ist eines der Traktanden, über die am 9. Juni abgestimmt wird.

Fabio Vonarburg (2019)

Es sind mehrere kurzfristige und ein langfristiges Thema, über die die Waltenschwilerinnen und Waltenschwiler am 9. Juni abstimmen werden. Langfristig geht es um die Wasserversorgung der Gemeinde. Zusammen mit 23 anderen Gemeinden und Organisationen soll Waltenschwil Teil des Ringschlusses «Wasser2035» werden. Gemeindeammann Simon Zubler betont: «Die Wasserversorgung in unserer Region ist langfristig nicht gesichert.» Nur durch diesen Zusammenschluss könne genügend Wasser für alle Bewohner und Bauernbetriebe sichergestellt werden.

In einer Statistik zeigt er den sinkenden Grundwasserspiegel der Hinteren Mulde und die ebenfalls sinkende Pumpmenge der Pumpwerke Bremgarten/Waltenschwil. Finanziell bedeutet das für Waltenschwil ein einmaliges Dotationskapital von 340'000 Franken plus jährlich wiederkehrende Beträge von gut 40'000 Franken für den effektiven Bezug des Wassers plus die Versorgungssicherheit. Der Gemeinderat Waltenschwil ist überzeugt, dass die Versorgungssicherheit nur so gewährleistet werden kann.

Schuladministration macht sich für den Lehrplan 21 bereit

Neben diesem langfristigen Projekt sind es mehrere kurzfristige, die für die Gemeinde wichtig sind. Eines davon betrifft 60'000 Franken, die für eine neue Fachapplikation für die Schuladministration aufzuwenden sind. Die heutige Lösung sei für künftige Anforderungen ungenügend, beispielsweise für den Lehrplan 21, die erweiterten Tagesstrukturen oder die Musikschule. Auch gebe es durch den Hersteller keine entsprechende Weiterentwicklung.

Neu soll es eine gesamtheitliche Lösung geben, über die nicht nur die Dossiers der Schüler und Mitarbeitenden verwaltet werden können. Sie soll auch die Verwaltung von Absenzen, Tagesstrukturen, Musikschule und Raumreservationen ermöglichen, zudem soll eine App für den Informationsaustausch inbegriffen sein. Und sie soll eine Schnittstelle zu Drittsystemen sein, auf der man auch die Schulwebsite und individuelle Klassenwebsites anlegen kann.

Keine Ersatzteile für die Steuerung der Holzschnitzelheizung

Noch etwas kurzfristiger sind zwei Nachtragskredite zum Budget 2021. Diese betreffen die IT-Infrastruktur der Gemeindeverwaltung sowie die Sanierung der automatischen Steuerung der Holzschnitzelheizung Bannegg. Ersteres ist dringend, weil die derzeitige Lösung unter anderem das aktuelle Thema Homeoffice zu wenig unterstützt. Für 60'000 Franken hat der Gemeinderat eine optimale Lösung gefunden, um den Betrieb weiterhin zu sichern.

Der zweite Nachtragskredit beträgt 40'000 Franken. Im vergangenen Jahr hat die automatische Steuerung der Holzschnitzelheizung Bannegg einen Störfall angezeigt. Kurzfristig wurde der Gemeinde im November 2020 mitgeteilt, dass es dafür keine Ersatzteile mehr gebe. «Mit jeweils manuellen Eingriffen konnte man den Winter 2020/21 überbrücken», hält der Gemeinderat fest. Doch jetzt müssen die automatische Steuerung und die Alarm- und Fernwartung der Holzschnitzelheizung saniert werden.

Gemeinderäte sollen je 1000 Franken mehr erhalten

Zudem ist es Zeit für eine Anpassung der Besoldung des Gemeinderats. Die letzte Anpassung erfolgte vor vier Jahren. Alle Saläre sollen um 1000 Franken erhöht werden. Das heisst, der Ammann erhält neu 27'000 (bisher: 26'000) Franken, der Vizeammann 19'000 (18'000) Franken und die anderen drei Gemeinderäte je 16'000 (15'000) Franken. Diese Ansätze entsprechen den Empfehlungen der Gemeindeammännervereinigung, betont der Gemeinderat.

Die Jahresrechnung dürften die Waltenschwilerinnen und Waltenschwiler dieses Jahr gerne genehmigen. Sie weist einen Ertragsüberschuss von 1,496 Mio. Franken auf. Budgetiert wäre ein Ertragsüberschuss von 31’200 Franken gewesen. Wie in vielen anderen Gemeinden geht auch der Gemeinderat Waltenschwil aber nicht von einem Trend aus, sondern von einem einmaligen Ergebnis. Dafür sieht er vier Gründe: Die Steuereinnahmen sind gut 870'000 Franken höher ausgefallen als budgetiert. Dazu kamen weniger Auszahlung und sogar Rückzahlungen von Sozialhilfegeldern. Ausserdem gab die Gemeinde aufgrund von Corona weniger aus als geplant.

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