Voting
Diese beiden Freiämter Familien kämpfen im Final um den Titel «Aargauer Bäuerin/Bauer des Jahres» – auch das Publikum kann mitbestimmen

Zwei der acht Finalistinnen und Finalisten im Rennen um den diesjährigen Titel «Aargauer Bäuerin/Bauer des Jahres» kommen aus dem Freiamt. Die AZ stellt die beiden Gemeinschaften aus Benzenschwil und Mühlau vor, denn bis am 4. November kann auch noch das Publikum für sie abstimmen und dabei selbst einen Preis gewinnen.

Melanie Burgener
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Die Generationsgemeinschaft Vollenweider (Benzenschwil) und die Betriebsgemeinschaft schorenplus (Mühlau) kämpfen um den Titel «Aargauer Bäuerin/Bauer des Jahres».

Die Generationsgemeinschaft Vollenweider (Benzenschwil) und die Betriebsgemeinschaft schorenplus (Mühlau) kämpfen um den Titel «Aargauer Bäuerin/Bauer des Jahres».

zvg

Seit drei Jahren heisst der Träger des Ehrentitels «Aargauer Bauer des Jahres» Simon Lüscher. Nun neigt sich die Amtszeit des 28-jährigen Landwirtes aus Holziken dem Ende zu. Am Sonntag wird im Rahmen vom jährlichen Buure-Sunntig der landwirtschaftliche Unternehmenspreis erneut vergeben. Und die Chancen stehen gut, dass in diesem Jahr eine Freiämter Familie die Auszeichnung mit nach Hause nimmt.

Für den Preis «Aargauer Bäuerin/Bauer des Jahres», der im Turnus von drei Jahren vergeben wird, haben sich heuer 15 landwirtschaftliche Betriebe beworben – zwei von ihnen aus dem oberen Freiamt. Die Generationsgemeinschaft Vollenweider aus Benzenschwil und die Betriebsgemeinschaft schorenplus aus Mühlau haben die Aufmerksamkeit der Fachjury besonders geweckt und stehen mit sechs weiteren Kandidierenden im Final.

Ob sich die Jury für einen von beiden Betrieben entscheiden wird, das kann wohl niemand aus der Bevölkerung beeinflussen. Jedoch können die Aargauerinnen und Aargauer heute noch für einen von ihnen voten und damit deren Chance auf den diesjährigen Publikumspreis erhöhen.

Ihre Milch liegt besonders gut im Magen

Marktorientiert, innovativ, unternehmerisch und nachhaltig – das sind die Anforderungen, die von den Landwirtschaftsbetrieben für eine Kandidatur erfüllt sein müssen.

Die Generationsgemeinschaft Vollenweider vom Lindenhof in Benzenschwil setzt auf Direktvermarktung ihrer saisonalen Produkte.

Die Generationsgemeinschaft Vollenweider vom Lindenhof in Benzenschwil setzt auf Direktvermarktung ihrer saisonalen Produkte.

zvg

Auf dem Lindenhof der Familie Vollenweider in Benzenschwil wird Saisonalität und Direktvermarktung grossgeschrieben. «Mit unseren Spezialitäten wie den Freilandschweinen und der Urmilch heben wir uns von der Masse ab», beschreibt Fabian Vollenweider den Betrieb seiner Familie in der Zeitungsbeilage «Aargauer Landwirtschaft» des Bauernverbandes. Die Urmilch stamme von speziellgezüchteten Milchkühen und sei besonders gut verträglich.

Ihre Milch verarbeiten Fabian und sein Bruder Raphael und ihre Eltern Doris und Marcel Vollenweider in ihrer Hofkäserei zu verschiedensten Produkten, zum Beispiel zum Lindenhöfler-Fondue, das im Coop gekauft werden kann. Zudem betreibt die Familie Ackerbau und produziert Gemüse, Obst und Beeren. Auf ihrem Hof leben 35 Milchkühe, 40 Weideschweine, 600 Legehennen und 50 Bienenvölker.

Die Vollenweiders vermarkten ihre Produkte alle direkt, viele davon auf ihrem Lindenhof. «Der Einkauf bei uns soll Spass machen und die Leute für die Landwirtschaft begeistern», sagt Fabian Vollenweider. Unter naturnah fällt bei der Familie auch der Schutz ihrer Pflanzen. Anstatt auf chemische Spritzmittel setzt sie häufig auf homöopathische Mittel. Zudem beteiligt sie sich an ETH-Versuchen, um Hühnerfutter künftig mit Heuschrecken anstatt mit Soja zu ergänzen.

Sie behandeln ihre 130 Milchkühe mit Homöopathie

Homöopathie wird auch auf dem Hof der Betriebsgemeinschaft schorenplus in Mühlau eingesetzt. Dort kommt das Naturheilmittel allerdings weniger den Pflanzen, sondern viel mehr ihren 130 Milchkühen zugute. Zur Gemeinschaft gehören insgesamt vier Familien von drei verschiedenen Bauernhöfen. Gemeinsam wollen Helen, Peter, Daniela und Mathias Suter und Pia und Josef Schmid und Margrit Konrad ihre Produktion, die Kosten und die Ökologie optimieren.

Die Betriebsgemeinschaft schorenplus will mit Ökologie und optimierter Milchproduktion überzeugen.

Die Betriebsgemeinschaft schorenplus will mit Ökologie und optimierter Milchproduktion überzeugen.

zvg

Dass sie schweizweit zu den besten Milchproduzenten gehören, verdanken sie unter anderem auch den Inputs des Vereins europäischer Milchproduzenten, wie Peter Suter gegenüber dem Bauernverband erklärt. «Dessen Auswertungen zeigen uns unsere Stärken und Schwächen auf und helfen uns, die Milchproduktion weiter zu optimieren», so Suter.

Das neuste Projekt der Gemeinschaft ist ihr Nassreisfeld in Mühlau mit dem sie zu den einzigen sieben Reisbauern im ganzen Kanton gehören. Zwar erwarten sie aufgrund des schlechten Sommers keine grosse Ernte, doch hat das Reisfeld auch ohne Ertrag einen guten ökologischen Wert, da sich dort geschützte Populationen ansiedeln können.

Reicht ihre Ökologie und die Solaranlage für den Preis?

Einen Beitrag zur nachhaltigen Landwirtschaft leistet schorenplus auch mit ihren Naturschutz- und Streuflächen, die sie bewirtschaften. Zudem haben sie an zwei ihrer Standorte eine Fotovoltaikanlage montiert. Ob sie dafür einen Preis erhalten, wird sich zeigen. «Dass wir mit einem traditionellen Unternehmen überhaupt für den Unternehmerpreis nominiert sind, ist schon eine grosse Genugtuung», sagt Peter Suter.

Für all jene, die heute noch für einen der acht nominierten Betriebe abstimmen, gibt es ausserdem drei Hofladen-Gutscheine im Wert von 100, 200 und 300 Franken zu gewinnen.

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