Villmergen
Spatenstich mit Feuerwerk – bald haben 23'000 Paletten Platz im grössten Post-Logistikzentrum im Aargau

Das neue Postlogistikzentrum in der Villmerger Industrie soll rund dreimal so gross werden wie das bestehende. Dafür investiert die Post in den nächsten Jahren knapp 140 Millionen Franken. Zusammen mit dem Villmerger Ammann Ueli Lütolf feierte sie den Spatenstich zum Grossprojekt.

Andrea Weibel
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Spatenstich fürs grösste Postlogistikzentrum, das in der Villmerger Industrie zu stehen kommt: Johannes Cramer (Leiter Logistik-Services, Post), Daniel Moser (Projektleiter, Post), Roland Heinzmann (Post) und Ueli Lütolf (Gemeindeammann Villmergen, von links) griffen zur Schaufel.

Spatenstich fürs grösste Postlogistikzentrum, das in der Villmerger Industrie zu stehen kommt: Johannes Cramer (Leiter Logistik-Services, Post), Daniel Moser (Projektleiter, Post), Roland Heinzmann (Post) und Ueli Lütolf (Gemeindeammann Villmergen, von links) griffen zur Schaufel.

Andrea Weibel

Villmergen ist schon jetzt ein wichtiger Ort für die Post. Am Mittwochmorgen wurde aber der Grundstein dafür gelegt, «dass es für uns noch wichtiger wird», sagte Johannes Cramer, Leiter Logistik-Services. «Bis in drei Jahren soll das Postlogistikzentrum in Villmergen dreimal so gross werden, wie es heute ist», führt er aus.

Nötig sei das, weil der Onlinehandel immer grösser werde und «wir massiv an unsere Kapazitätsgrenzen stossen», so Cramer. Post bedeute nicht mehr nur Briefe und Päckli, sondern immer mehr auch Güterlogistik. In den vergangenen sechs Jahren habe sich der Onlinehandel verdoppelt. «Teilweise müssen wir Aufträge ablehnen, weil wir keine Möglichkeit zur Lagerung der Güter mehr haben», zeigte das Mitglied der Konzernleitung der Post auf.

Das Gebäude Nummer 1 besteht derzeit schon in der Villmerger Industriezone. Die Bauten 2 bis 5 entstehen in den nächsten drei Jahren neu.

Das Gebäude Nummer 1 besteht derzeit schon in der Villmerger Industriezone. Die Bauten 2 bis 5 entstehen in den nächsten drei Jahren neu.

Visualisierung/zvg

«Darum investieren wir in den nächsten Jahren knapp 140 Millionen Franken in den Standort Villmergen. Das neue und grösste Postlogistikzentrum im Aargau wird extrem modern und voll auf den Onlinehandel abgestimmt.» Über 100 neue Arbeitsplätze sollen geschaffen werden. «Das Projekt hat Leuchtturmcharakter für die Post.»

Villmergens Ziel: Die bestehenden Firmen sollen sich entwickeln können

Ganz wichtig war Cramer, dass dabei die Strategie der Post, bis 2040 klimaneutral zu sein, vorbildlich eingehalten werde. «Die grosse Fotovoltaikanlage, die auf dem Dach geplant ist, wird 80 Prozent des Strombedarfs der Gebäude abdecken.» Geheizt werde mittels Wärmepumpen.

«Und in Spitzenzeiten, wenn doch einmal mehr Energie nötig ist, wird diese durch eine Biogasanlage abgedeckt. Es werden also keinerlei fossile Brennstoffe mehr verwendet», zeigte sich Cramer stolz. Dies brachte ihnen auch die Auszeichnung der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen ein. «Leider gibt es keine Schweizer Gesellschaft dafür», erklärte er.

Zum Schluss bedankte er sich für die gute Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat Villmergen. «Dass es keine einzige Einwendung gegeben hat, ist überhaupt nicht selbstverständlich.»

Dem musste auch der Villmerger Gemeindeammann Ueli Lütolf zustimmen. «Ich muss ehrlich sein: Dass es keine einzige Einwendung gab, hat mich selber überrascht.» Doch einerseits habe die Post einen guten Ruf. «Man freut sich, wenn man ein Päckli oder einen Brief erhält.» Andererseits betonte er aber auch: «In der Villmerger Industrie ist es schwierig, als neue Firma einen Bauplatz zu finden. Was wir hingegen möchten, ist, den bestehenden Firmen die Möglichkeit zur Entwicklung zu geben.»

Der Villmerger Ammann Ueli Lütolf betonte vor allem die vielen Arbeitsplätze, die durch das Projekt geschaffen werden. Im Namen der Gemeinde wünschte er der Post gutes Gelingen.

Der Villmerger Ammann Ueli Lütolf betonte vor allem die vielen Arbeitsplätze, die durch das Projekt geschaffen werden. Im Namen der Gemeinde wünschte er der Post gutes Gelingen.

Andrea Weibel

Es sei super, dass so viele neue Arbeitsplätze in Villmergen entstehen, «diese heissen wir natürlich herzlich willkommen». Lütolf wünschte den Beteiligten gutes Gelingen beim Grossprojekt und eine unfallfreie Bauzeit.

Die Baubewilligung wird in den nächsten Wochen erwartet

Am Ende stellte Roland Heizmann, Leiter Güterlogistik Schweiz der Post, noch einige Zahlen in den Raum. Die Erweiterung des bestehenden Logistikzentrums betrifft vier Anbauten mit bis zu fünf Stockwerken. «Heute haben wir hier 20'000 Quadratmeter Fläche. Mit den Neubauten werden es 57'000 Quadratmeter sein, das entspricht etwa acht Fussballfeldern.»

Darin soll ein automatisches Hochregallager mit Platz für 23'000 Paletten sowie 125'000 automatische Behälter für Kleinwaren unterkommen. Zudem gibt es 19'000 Tablare, 13'000 manuelle Palettenplätze und 7000 Plätze für Paletten mit Gefahrstoffen. «Grundsätzlich lagern wir hier sämtliche Waren für den täglichen Bedarf. Vom Kühlschrank über den Proteinshake bis hin zum Medizinalprodukt.»

Die Teilbewilligung für den vorzeitigen Beginn der Aushubarbeiten wurde pünktlich erteilt. So haben die Arbeiten bereits starten können.

Die Teilbewilligung für den vorzeitigen Beginn der Aushubarbeiten wurde pünktlich erteilt. So haben die Arbeiten bereits starten können.

Andrea Weibel

Die Teilbewilligung für den vorzeitigen Beginn der Aushubarbeiten und Pfählungen hat die Gemeinde Villmergen pünktlich am Mittwoch in ihren Nachrichten kommuniziert. «Die Baubewilligung für das gesamte Projekt erwarten wir in den nächsten Wochen», so Heizmann. «Bis 2024 sollte der Bau fertig sein, und Ende 2025 sollte alles eingeräumt sein und laufen.»