Bremgarten/Widen
Verbandsvorstand unter Beschuss: Altersheimplanung erweist sich immer deutlicher als Rohrkrepierer

Unter keinem guten Stern steht die Altersheimplanung des Gemeindeverbandes Regionale Alterszentren Bremgarten, Mutschellen, Kelleramt, die sich immer deutlicher als Rohrkrepierer erweist. Die Abgeordneten sagten an ihrer Versammlung im Alterszentrum Burkertsmatt in Widen nein zu dem vom Vorstand favorisierten Projekt.

Walter Christen
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Der nachträglich angebaute Fluchttreppenturm am erneuerungsbedürftigen Alterszentrum Bärenmatt in Bremgarten.

Der nachträglich angebaute Fluchttreppenturm am erneuerungsbedürftigen Alterszentrum Bärenmatt in Bremgarten.

Walter Christen

Auf zu wackligem Fundament schienen der grossen Mehrheit der 22 Gemeindevertreter die Varianten für einen Ergänzungsbau in Widen und die Sanierung oder der Neubau des Hauses Bärenmatt in Bremgarten zu stehen.

Der Vorstand beantragte, das zweite von drei zur Auswahl stehenden Projekten an die Verbandsgemeinden als Vorlage für die Budget-Gemeindeversammlungen von 2019 zu überweisen. Diese Variante käme ohne Wohnprovisorium aus, da als Standort für einen möglichen Ergänzungsneubau ein Areal hinter dem bestehenden Alterszentrum in Widen ins Spiel gebracht wurde, wobei der Wunsch besteht, jenes der Gemeinde gehörende Land im Baurecht nutzen zu können.

Ergänzungsbau in Widen

Christoph Kaech von der FSP Architekten AG in Spreitenbach erläuterte den vom Vorstand bevorzugten, zweiteiligen Vorschlag, für dessen Umsetzung rund 37 Millionen Franken aufgewendet werden müssten. Rund 20 Millionen Franken würde der erwähnte Ergänzungsneubau mit 60 Pflegeplätzen nach heutigen Berechnungen kosten.

Dagegen würden in der Bärenmatt in Bremgarten für 15 Millionen Franken 36 Wohnungen erstellt, aber keine Pflegeplätze. Und genau das scheint der wunde Punkt in der ganzen Angelegenheit zu sein: Pflege lediglich in Widen und in Bremgarten nur noch wohnen – das geht nach Meinung einiger Abgeordneter gar nicht.

Nicht nur Alterswohnungen

Vizeammann Karl Kaufmann brachte den Stein gewissermassen ins Rollen, indem er sagte, dass man in Zufikon nicht damit einverstanden sei, dass das bestehende Alterszentrum Bärenmatt in Bremgarten in ein Haus mit Alterswohnungen und allenfalls Wohnen mit Service umgebaut werden soll.

Auch dort müssten weiterhin Pflegeplätze zur Verfügung stehen. Seinen Rückweisungsantrag ergänzte er durch die Feststellung, dass noch wichtige hängige Fragen bezüglich des Baurechts beim vorgelegten Projekt in Widen der Klärung bedürften.

Bremgarten will eine Umfrage

Michael Stoll, der neue Eggenwiler Vizeammann, zweifelte die Übereinstimmung eines Ergänzungsbaus in Widen mit dem Standort Bärenmatt in Bremgarten an und hielt fest, dass eine Variantenwahl deshalb noch nicht abstimmungsreif sei.

Als Vertreter von Bremgarten äusserte sich Stadtrat Daniel Sommerhalder: «Wir weisen den Antrag des Vorstands zurück und verlangen zuerst die Durchführung einer Umfrage in der Bevölkerung.» Dazu meinte Vorstandsmitglied Peter Spring, dass eine Umfrage zu vielen unterschiedlichen Meinungen, jedoch nicht zum gewünschten Ziel führen würde. Dann sei es um so schwieriger, letztlich doch noch eine zufriedenstellende Lösung in der Altersheimfrage zu finden.

Eine neuerliche Verzögerung in der Planung von nochmals einem halben Jahr wäre für das Alterszentrum Bärenmatt nicht wünschenswert, hiess es vom Vorstandstisch. Unter anderem sei man dort mit den feuerpolizeilichen Auflagen am Limit. So musste schon vor geraumer Zeit für die Sicherstellung der Fluchtwege eine stählerne Notausgangstreppe konstruiert und an der Nordost-Fassade auf der Seite zur Zugerstrasse hin befestigt werden.

Der Rückweisungsantrag aus Zufikon wurde von den Abgeordneten mit 17 zu 7 Stimmen unter der Bedingung gutgeheissen, dass eine Vorlage erst wieder zur Abstimmung gelangt, wenn alle Gemeinden über die weitere Planung gleicher Meinung sind.

Neuer Präsident des Gemeindeverbands Regionale Alterszentren ist Peter Spring aus Widen

An der Spitze des Gemeindeverbands Regionale Alterszentren Bremgarten, Mutschellen, Kelleramt gab es für den Rest der Amtsperiode (1. Januar 2019 bis 31. Dezember 2021) eine Rochade: Rossella Torre Spielmann aus Berikon trat als Präsidentin zurück. Sie wird sich künftig als Abgeordnete betätigen. Zum neuen Präsidenten erkoren die Gemeindedelegierten an ihrer Abgeordnetenversammlung das bisherige Vorstandsmitglied Peter Spring, Gemeindeammann von Widen. Neu in den Vorstand gewählt wurde die Beriker Gemeinderätin Rosmarie Groux.

Verabschiedet wurden die von Direktor Roger Cébe präsentierten Taxordnungen 2019, die in einigen Punkten angepasst, überarbeitet und vereinfacht wurden. Die Kosten für die Angleichungen belaufen sich auf etwa 30 000 Franken für jedes der beiden Alterszentren in Bremgarten und in Widen.

Ja sagten die Abgeordneten zu den Voranschlägen 2019. Für den Gemeindeverband wird mit einem positiven Rechnungsergebnis von rund einer Million Franken gerechnet. Für das Alterszentrum Bärenmatt ist ein Ergebnis von 367 000 Franken budgetiert, für das Alterszentrum Burkertsmatt ein solches von 98 000 Franken. An der Ausgabentransparenz, inklusive Verpflegungs- und Getränkekosten, wird festgehalten.

Das heisst, die Kosten für die Gratisabgabe von Kaffee, Mineralwasser, Sirup und Früchten an das Personal im Betrag von 30 000 Franken pro Jahr und Alterszentrum-Standort werden entsprechend veranschlagt. Die Angestellten in den beiden Alterszentren dürfen sich weiter freuen: 1 Prozent beträgt die generelle Lohnanpassung im nächsten Jahr. 0,5 Prozent sind für individuelle Anpassungen vorgesehen. (chr)