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Team Karacho: Mit dem Post-Fiat in die Mongolei

Heute starten Cédric Meyer und Adrian Huber in Wohlen zur 15000 Kilometer langen, wohltätigen «Mongol Rally». Der az zeigten die beiden Abenteurer bereits heute, was sie drauf haben.

Fabian Hägler
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«In spätestens sechs Wochen wollen wir unser Auto in Ulan Bator abgeben», sagt Adrian Huber. Der 28-jäh-rige Wohler bildet mit Cédric Meyer (27, Dottikon) das Team Karacho. Die beiden Freiämter nehmen mit insgesamt 347 anderen Equipen an der wohltätigen «Mongol Rally 2011» teil, die in die mongolische Hauptstadt führt. «In der Luftlinie beträgt die Distanz etwa 12000 Kilometer, auf der Strasse werden es aber rund 15000 Kilometer sein», blickt Meyer voraus. «Auf jeden Fall ist die Strecke zu lang für Google Maps: Das System kann unsere Route nicht berechnen», ergänzt Huber schmunzelnd.

Zurücklegen wollen die Freiämter diese Strecke mit einem Occasions- Fiat, der einst bei der Post im Einsatz stand. «Unser Auto hat Allradantrieb, wir haben ein paar Anpassungen vorgenommen, und für den Notfall auch vier ganze Ersatzräder dabei», sagt Meyer. Die zwei haben das knallgelbe Fahrzeug auf eigene Kosten gekauft und werden es am Ende der Rally an die Organisation übergeben. «Das ist praktisch unser persönlicher Wohltätigkeitsbeitrag», erklärt Huber.

Unterstützung für Waisenkinder

Denn bei der «Mongol Rally» geht es nicht darum, die Strecke in kürzester Zeit zu absolvieren, sondern möglichst viel Geld für eine Hilfsorganisation zu sammeln. Meyer und Huber unterstützen mit ihrer Teilnahme an der Rally die Christina Noble Child Foundation, die sich um Waisenkinder und obdachlose Familien in der Mongolei kümmert.

Organisator der «Mongol Rally» ist die League of Adventurists International, eine britische Organisation, die so weltweit Geld für wohltätige Institutionen sammelt. Die erste «Mongol Rally» fand 2004 statt, von den sechs teilnehmenden Autos schafften es damals vier nach Ulan Bator.

Zuversichtlich vor dem Start

Adrian Huber und Cédric Meyer zeigen sich vor dem offiziellen Rally-Start, der heute Samstag in Grossbritannien stattfindet, optimistisch. «Es wird sicher schwierige Strassenverhältnisse geben, aber auch in diesen Gegenden der Welt wird Auto gefahren, also ist es machbar», sagt Huber.

Die geplante Strecke führt sie durch Deutschland, Tschechien, die Slowakei, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, die Türkei, Georgien, Iran, Turk- menistan, Usbekistan, Tadschikistan, Kirgistan, Kasachstan und Russland in die Mongolei. «Wir haben unsere Route auf der Karte eingezeichnet, es gibt aber keine fest geplanten Tagesetappen», blickt Meyer voraus. Schlafen werden die Fahrer im Zelt «oder einmal pro Woche im Hotel, damit wir mal duschen können».

Position im Internet live abrufbar

Für den Notfall haben die beiden ein GPS-Gerät dabei, «das schalten wir ein, wenn wir unsicher sind, aber eigentlich wollen wir nach Karten fahren», sagt Huber. Alle zehn Minuten sendet das Gerät eine Positionsmeldung, auf www.teamkaracho.ch ist so nachzuverfolgen, wo sich die beiden Freiämter gerade befinden.

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