Sarmenstorf

«Strubel de Baschtli»: René Strebel ist Chef der Fasnacht

In guten Händen: «Strubel de Baschtli» mit seinen beiden Majoretten Carmen Grütter (links) und Stefanie Piffaretti.

In guten Händen: «Strubel de Baschtli» mit seinen beiden Majoretten Carmen Grütter (links) und Stefanie Piffaretti.

Der 48-jährige Fasnächtler ist neuer Zunftmeister der Heuröpfelzunft in Sarmenstorf.

Aus René Strebel wäre beinahe kein Fasnächtler geworden. Das Risiko bestand, obwohl sich das die Sarmenstorfer Fasnächtler heute nicht vorstellen könnten. In seiner Kindheit kam der in Bettwil aufgewachsene Strebel in der höchstgelegenen Aargauer Gemeinde erstmals mit dem Fasnachtsvirus in Kontakt.

Doch dann hätte ein Umzug fast alles verdorben: «Als ich 11 Jahre alt war, zog meine Familie von Bettwil nach Fahrwangen. Da war eher wenig los in Sachen Fasnacht», erinnert er sich. Gerüchte sagen, es sei das fasnächtliche Wohl des Sprösslings gewesen, das den Ausschlag dazu gab, dass Strebels fünf Jahre später wieder ins Fasnachtsland zogen. Diesmal nach Sarmenstorf.

«In Sarmi kommst du automatisch über den Kollegenkreis zur Fasnacht», erinnert sich der 48-Jährige. So machte er die traditionelle Karriere eines Sarmenstorfer Fasnächtlers: Er spielte Trompete und Horn in der Heuröpfel-Gugge, überliess nach 14 Jahren seinen Platz den Jüngeren, trat dafür 2000 in die Zunft der Heuröpfel ein und wurde genau 20 Jahre später zum höchsten Fasnächtler, dem Zunftmeister, ernannt. Wie man das halt so macht.

«Strubel de Baschtli» gibt die Tradition weiter

«Ich bin sehr stolz, dass ich in meinem Jubiläumsjahr Zunftmeister sein darf», sagt Strebel und strahlt, während seine kleine Tochter auf seinem Schoss vom Zebrakostüm berichtet, das Papi, sie und ihr kleiner Bruder am Kinderball anhaben werden.

Strebel ist wichtig, dass er die Fasnachtstradition auch seinen vier Kindern weitergeben kann. «Die fünfte Jahreszeit bedeutet für mich, mit unglaublich vielen spannenden Leuten ins Gespräch zu kommen und einfach eine gute Zeit zu haben.»

Eines der schönsten Gefühle an der Fasnacht sei für ihn, wenn er anderen eine Freude machen und sie zum Strahlen bringen kann: «Wenn die Leute im Altersheim, die Kinder oder auch die Zuschauer des Umzugs sich freuen, das ist eine riesige Genugtuung für mich.»

«Ohne Frauen würde es nicht funktionieren»

Wie sein Zunftmeistername «Strubel de Baschtli» schon sagt, ist der Projektleiter Forschung/Entwicklung beim Lifthersteller Schindler ein Vollblut-Bastler. «Mit meiner Frau habe ich viel am Haus selber gemacht, auch das Klettergerüst samt Rutschbahn für die Kinder oder ein grosses hölzernes Pferd», sagt er nicht ohne Stolz.

Sein schwarz-silbriges Kostüm als Zunftmeister hat er allerdings nicht selber gebastelt, sondern gekauft. Ebenso jene Kostüme der Majoretten Stefanie Piffaretti und Carmen Grütter, die ihn an alle Anlässe der Zunft begleiten. «Es sind Freundinnen meiner Frau Tanja. Die eine von ihnen ist medizinische Praxisassistentin, die andere ist Sozialpädagogin, da fühle ich mich auch an der Fasnacht gut versorgt», erklärt er lachend.

Ausserdem findet er: «Auch wenn die Heuröpfelzunft ein reiner Männerverein ist und es ab und zu Spass macht, nur unter sich zu sein, wäre eine Fasnacht ohne Frauen nicht nur nicht lustig, sie würde überhaupt nicht funktionieren.»

Er bastelt sogar die Gastgeschenke selber

Der Sarmenstorfer Zunftmeister hat an der Fasnacht nicht übermässig viel mehr zu tun als die anderen Zunftmitglieder. «Zu befreundeten Gesellschaften gehen oft sowieso mehrere von uns als Delegation. Aber ich war dieses Jahr für die Geschenke zuständig. Und als ‹Strubel de Baschtli› kann ich nicht einfach eine Flasche Wein bringen», lacht er.

Stattdessen hat er um die 20 Heuröpfel mit einem Gläserkarussell gebaut. «Die haben natürlich mehr Arbeit gegeben, als ich erwartet habe, aber es hat Spass gemacht.»

Für die Fasnacht wünscht er sich viel Spass für alle, eine unfallfreie Zeit, schlicht eine super Dorffasnacht. «Ich hoffe, dass sich auch der eine oder andere Nichtfasnächtler aufrafft und raus kommt, denn die Fasnacht in Sarmenstorf bietet wirklich für jeden was.»

Dabei gäbe es bei weitem nicht nur die Heuröpfler: «Es gibt ganze Quartiere, die sich etwas einfallen lassen, Familien, Einzelpersonen und natürlich die Guggen. Diese Vielfalt macht die Sarmenstorfer Fasnacht aus.»

So kann er sich auch gar nicht an einzelne Highlights aus seinen Fasnachtszeiten erinnern. «Die vielen kleinen Momente ergeben das Gesamtgefühl. Zum Beispiel, wenn wir bei Christeli in der Stube ‹Agmachets› trinken», sagt er und grinst. «Es wird eine anstrengende Zeit, aber ich freue mich sehr darauf», fasst der neue Sarmenstorfer Zunftmeister seine Fasnacht zusammen.

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