Wohlen
Strompreise fast unverändert – und weiterhin politisch

Die IBW Energie AG erhöht die Strompreise für Privatkunden um 0,5 Prozent, für Industrie und Gewerbe sinken die Tarife leicht. Der Gaspreis bleibt unverändert und ab 2013 hat der lokale Energieversorger auch Biogas im Angebot.

Fabian Hägler
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Führungstrio: Domenic Philipp (Geschäftsleiter IBW Energie AG), Peter Lehmann (Geschäftsleiter IBW AG) und Hanspeter Weisshaupt (Verwaltungsratspräsident IBW AG, von links) im Kontrollraum.

Führungstrio: Domenic Philipp (Geschäftsleiter IBW Energie AG), Peter Lehmann (Geschäftsleiter IBW AG) und Hanspeter Weisshaupt (Verwaltungsratspräsident IBW AG, von links) im Kontrollraum.

Fabian Hägler

Rund fünf Franken mehr als in diesem Jahr zahlt ein Haushaltskunde mit einem Verbrauch von 4500 Kilowattstunden in Wohlen 2013 für den Strom. Für einen Gewerbekunden, der 30 000 Kilowattstunden benötigt, reduziert sich der Preis gar um 87 Franken, «Obwohl unsere Vorlieferantin, die AEW Energie AG, auf den 1. Januar eine Preiserhöhung angekündigt hat, können wir die Tarife praktisch halten», sagte Geschäftsleiter Peter Lehmann an einer Medienkonferenz der IB Wohlen AG.

Gründe für die Preisstabilität sind laut Lehmann geschickter Einkauf und Effizienzsteigerungen bei der IBW. Stabil bleibt auch der Gastarif, im Hinblick auf die kommende Heizsaison ändert sich der Preis nicht. «Mit grosser Wahrscheinlichkeit bleiben die Gaspreise bis im Frühling unverändert», blickte Lehmann voraus. Eine Neuerung gibt es für die Gaskunden aber doch: Ab 2013 bietet die IBW auch Biogas an, das ausschliesslich aus natürlichen Abfällen gewonnen wird. «Ähnlich wie beim Ökostrom, werden die Kunden zwischen mehreren Produkten mit unterschiedlich hohem Anteil von Biogas wählen können», erklärte Lehmann.

Skepsis beim Villmerger Modell

Der neue Verwaltungsratspräsident Hanspeter Weisshaupt betonte, die IBW setze weiterhin auf grüne Energie und wolle die Kundschaft überzeugen, auf Ökostrom und Biogas umzusteigen. Die kürzlich lancierte Initiative in Villmergen, wonach alle Kunden standardmässig einen ökologischen Strommix erhalten sollen, wenn sie sich nicht dagegen entscheiden, stösst bei Weisshaupt hingegen auf Skepsis. «Wir finden, dass die Menschen sensibilisiert und überzeugt werden müssen, auch wenn das viel Aufwand erfordert», führte er aus. Laut einer Umfrage sei bei über 95% der Stromkunden der Preis entscheidend für die Wahl des Produkts, argumentierte Weisshaupt.

Workshop mit dem Gemeinderat

Der Strompreis ist in Wohlen auch ein politisches Thema, ein Vorstoss zur Festlegung durch den Einwohnerrat ist hängig. «Wir hoffen, dass bald ein Bundesgerichtsurteil vorliegen wird, das in einem gleich gelagerten Fall aufzeigt, dass dies nicht zulässig ist», sagte Lehmann. Und er betonte, der Strom sei in Wohlen seit 1995 für Privatkunden um 20 Prozent, für Gewerbe und Industrie um 35 Prozent günstiger geworden.

Mit der Politik verbunden ist die IBW auch, weil das Unternehmen zu 100 Prozent im Besitz der Gemeinde Wohlen steht. Mit dem Gemeinderat, der die Eigentümerin vertritt, und die Abgaben festlegt, ist im Oktober ein Workshop geplant. «Wir wollen dann gemeinsam die Zukunftsstrategie der IBW für die nächsten Jahre besprechen», erklärte Weisshaupt.