Villmergen

So wird heute die Produktion unserer Lebensmittel überwacht

Arbeiterinnen in einer Lebensmittelfabrik (Symbolbild).

Arbeiterinnen in einer Lebensmittelfabrik (Symbolbild).

Zum ersten Mal hat die Hauser Steuerungstechnik AG das Swiss Food and Beverage Automation Forum durchgeführt. Sie zeigt, wie intelligente Automation die Lebensmittelherstellung revolutionieren kann.

Wo es früher vier Bierbrauer brauchte, reicht heute einer. Das ist nur ein Beispiel dafür, wo intelligente Automation eingesetzt werden kann.

Die Hauser Steuerungstechnik AG in Villmergen stellte dieses Thema einem breiten Publikum vor. Ihr Ziel ist es, mit intelligenter Automation die Effizienz und Flexibilität zu steigern, erhöhte Transparenz über die laufende Produktion zu erlangen und dadurch in Echtzeit zu analysieren, zu planen und zu steuern.

Automationen seit 30 Jahren

Schon seit 30 Jahren plant und realisiert die Hauser AG Automationslösungen. Heute wird eine totale Vernetzung von Produktions- und Planungsabläufen gefordert, und das auf allen Ebenen. Die Herausforderung bei der Umsetzung eines solchen Vorhabens ist es, die Kultur sowie deren unterschiedliche Anforderungen, Technologie, Kommunikationsfähigkeit der Systeme und die Daten zu integrieren, heisst es seitens der Hauser AG.

«Wir benötigen dazu eine Betriebsleitebene, die sinnvoll, standardisiert und vertikal ausgerichtet ist. Diese Softwarelösung ermöglicht dann die Analyse, Führung, Lenkung oder Kontrolle der Produktion in Echtzeit», so Philippe Ramseier, Geschäftsführer und Inhaber der Hauser Steuerungstechnik AG, an dem von ihm lancierten ersten Swiss Food and Beverage Automation Forum.

Coop als grosse Kundin

Intelligente Automation wird auch bei den künftigen Coop-Produktionsbetrieben in Schafisheim und Pratteln eingesetzt. «Dass bei der Hauser AG alles aus einer Hand kommt, schätzen wir», sagte Didier Gremaud, Leiter CPS Informatik bei Coop in Basel. Die intelligente Automation soll rund um die Uhr Zugriff auf aktuelle Produktionsprozessdaten ermöglichen sowie Kennzahlen liefern.

Bei allen Coop-Produktionsbetrieben werden durch diese Systeme die Managementebene und die Prozessleitebene verbunden. Am Beispiel des Mineralwasserproduzenten Pearlwater von Coop zeigte Gremaud auf, wie der Produktionsleiter heute per Computer oder Handy die Anlage rund um die Uhr überwachen kann. Bei Abweichungen kriegt er ein SMS und kann entsprechend reagieren.

Während beispielsweise die Brauerei Müller Bräu in Baden und die Schokolade-Produktion Max Felchlin AG in Schwyz ihre neusten Automationen parallel zum alten Betrieb in neuen Produktionshallen aufbauen konnten, steht Coop vor der Herausforderung, fünf bestehende Produktionsbetriebe in Basel, zwei in Wallisellen, Hinwil und Pratteln an den zwei neuen Standorten Schafisheim und Pratteln ab 2016/17 zu vereinen und gleichzeitig die Mitarbeitenden mit den neuen intelligenten Automationslösungen vertraut zu machen.

Schritt für Schritt erweitern

Felix Meier, Geschäftsführer der Brauerei Müller Bräu, schätzt es, dass die intelligente Automation in seinem Unternehmen Anlage für Anlage angegangen werden konnte. Der menschlichen Psyche gelte es Rechnung zu tragen. Einerseits bei den Mitarbeitenden: Bei ihnen waren grosse Ängste vorhanden.

Brauchte es früher mehrere Braumeister, reicht heute einer aus. Besonders aber stehen die Kunden Änderungen skeptisch gegenüber. «Das Bier hat einen anderen Geschmack, das haben wir bemerkt», sei die erste Reaktion gewesen, als die Brauerei ihren Produktionswechsel bekannt gab. Tatsache war, dass die Umstellung bereits ein paar Monate vor der Bekanntgabe vollzogen worden war.

Das zweite Forum ist für das Jahr 2015 geplant. (az)

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