Sins
Neue Kinotechnik im «Cinepol»: energieeffizienter, schärfer und traumhaft einfach zu bedienen

Die Tage der alten Projektoren im Kino Cinepol in Sins sind gezählt. Sie hätten noch leuchten sollen, bis die neuen Kinosäle gebaut sind. Doch sie wollten schon früher nicht mehr – pünktlich aufs Datum der Abstimmung über das neue Kinogebäude. Eine Abschiedsgeschichte.

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Die Tage des alten Projektors im Kino Cinepol in Sins sind gezählt. Er hätte noch leuchten sollen, bis die neuen Kinosäle gebaut sind. Doch er wollte schon früher nicht mehr – pünktlich aufs Datum der Abstimmung über das neue Kinogebäude.

Die Tage des alten Projektors im Kino Cinepol in Sins sind gezählt. Er hätte noch leuchten sollen, bis die neuen Kinosäle gebaut sind. Doch er wollte schon früher nicht mehr – pünktlich aufs Datum der Abstimmung über das neue Kinogebäude.

zvg

Der schwere Kettenzug klickt und rattert, langsam senken sich die 250 Kilogramm von über zwei Metern Höhe auf den Boden der kleinen Projektionskabine des Kinos Cinepol. Es ist geschafft: Der Projektor hat nach zwölf Betriebsjahren am Mittwoch seinen letzten Arbeitstag hinter sich gebracht. Genau zur selben Zeit nahmen über 180 Stimmbürger in der Turnhalle den Projektkredit für den neuen Kulturbau Küngsmatt einstimmig an. Dorthin soll auch das Kino 2024 zügeln, wenn alles gut läuft.

«Eigentlich hätte der Projektor erst zum Standortwechsel ausgemustert werden sollen», so Jsabelle Arnold, Präsidentin des Vereins Kultur an der Front, die mit ihrem Mann Bruno das Kino Cinepol in Sins führt. «Aber wenn die Technik nicht mehr will, nützen die besten Zeitpläne nichts.» Kopfschüttelnd, aber doch mit einem Lächeln, führt sie aus:

«Wenn man auf die letzten beiden Betriebswochen zurückschaut, macht es mehr als Sinn, den grossen, schweren Bildwerfer in Pension zu schicken.»

Gleich zweimal in kurzer Zeit habe ihnen das Gerät das Leben schwer gemacht. «Es musste kurzfristig mit neuen Ersatzteilen am Leben gehalten werden.»

Die Projektoren hatten schon ein Leben vor dem Cinepol

Der Austausch war bereits vor den Frühlingsferien geplant. Die neuen Projektoren konnten jedoch im März nicht mehr geliefert werden, nachdem im Suezkanal ein Frachter den Frachtverkehr lahmgelegt hatte. Damit sei nun aber Schluss, freut sich Arnold. Am Donnerstagmorgen sind die Techniker aus Basel angerückt und haben als erstes die beiden Projektoren in mehrstündiger Arbeit von den weiter zu verwendenden Anschlüssen getrennt, mit Kettenzügen von den Podesten herunter geholt und auf Paletten platziert.

Die schweren alten Projektoren wurden ausgebaut.

Die schweren alten Projektoren wurden ausgebaut.

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Die Geräte haben eine lange Geschichte: Vor bald zwölf Jahren wurden sie zum Start der Digitalisierung zuerst in Olten vom dortigen Kinobetreiber in zwei Kinos verbaut. Nach knapp drei Jahren mussten sie aber bereits neuen Projektoren weichen. Dem damals noch jungen Sinser Kinobetrieb kamen die beiden kostengünstigen, gebrauchten Geräte aber sehr gelegen, «denn so konnte das Budget für den Bau von Saal zwei und später von Saal drei um einen hohen fünfstelligen Betrag entlastet werden», erinnert sich Jsabelle Arnold.

Energieeffizienter, schärfer und «traumhaft einfach zu bedienen»

In den Kinokabinen herrscht gähnende Leere, wenigstens dort, wo am Morgen noch schwere, schwarze, stromfressende 380-Volt-Metallklötze gestanden haben. Die Kinotechniker arbeiten eingespielt, und nach weiteren drei Stunden sind die neuen Geräte aufgebaut und fest verkabelt. Leicht, energieeffizient, wartungsfreundlich und leise sind die neuen Projektoren. Jsabelle Arnold sagt:

«Gegenüber den Vorgängern, die für das ‹Cinepol› eigentlich überdimensioniert waren, sind die neuen Maschinen traumhaft einfach zu bedienen.»

Ausserdem stehen den Besuchern in den drei Sälen jetzt Projektionsanlagen zur Verfügung, die frisch farbkalibriert und korrekt auf die Leinwand eingestellt sind. Das Bild- und Tonformat wurde angepasst und die Bildqualität ist sichtbar schärfer.

Leicht, energieeffizient, besser in Bild und Ton und auch noch traumhaft einfach zu bedienen – die Kinobetreiber schwärmen nur so von ihren neuen Projektoren.

Leicht, energieeffizient, besser in Bild und Ton und auch noch traumhaft einfach zu bedienen – die Kinobetreiber schwärmen nur so von ihren neuen Projektoren.

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Neben dem Einbau der Anlagen gibt es eine weitere wichtige Neuerung, die die Besucher freuen dürfte: Das bestehende aktive 3D-System konnte gegen ein passives System eingetauscht werden. Das bedeutet: Neu können die Besucher nicht nur die leichte 3D-Brille selber mitbringen oder im Kino erwerben, sondern müssen für 3D-Projektionen auch keinen Aufpreis mehr bezahlen. Dafür werden einzelne Filme nur in 3D gezeigt, beispielsweise gewisse Kinderfilme.

Aber kann man die Maschinen denn auch ins neue Kino im Standort Küngsmatt überführen, sobald der gebaut ist? «Ja», sagt Arnold. «Die Anforderungen an die neuen Maschinen sind hinsichtlich des neuen Standorts so gewählt, dass sie auch künftig grössere Leinwandflächen mit genügend Licht versorgen können.»

Mehr Infos zum Cinepol und dessen Programm gibt's auf der Website. (az/aw)

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