Alt Bundesrätin
Sarnen macht Doris Leuthard zur Ehrenbürgerin – in Merenschwand ist sie das längst schon

Fabio Vonarburg
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Da kann sie sich freuen: Doppelehrenbürgerin Doris Leuthard

Da kann sie sich freuen: Doppelehrenbürgerin Doris Leuthard

KEYSTONE

Merenschwand und Sarnen haben etwas gemeinsam: Sie sind stolz auf ihre Doris. Denn die erst vor kurzem zurückgetretene Bundesrätin Leuthard ist Ortsbürgerin von gleich beiden Gemeinden. Von Merenschwand von Geburt an, von Sarnen durch die Heirat mit ihrem Mann Roland Hausin 1999.

Der Hauptort des Kantons Obwalden will Leuthard nun besonders auszeichnen und wird sie am 7. Mai, so die Einwohner sich nicht dagegen auflehnen, zur Ehrenbürgerin ernennen. «Doris Leuthard hat Ausserordentliches geleistet und als Bürgerin von Sarnen den Namen Sarnen in die ganze Schweiz getragen», begründet der Gemeinderat seine Absicht in einer Mitteilung. Leuthard freuts: «Es ist eine unerwartete Ehre durch den Sarner Gemeinderat», sagt sie auf Anfrage der «Obwaldner Zeitung».

Merenschwand kann die Wahl von Leuthard zur Sarner Ehrenbürgerin gelassen nehmen. Denn was Sarnen jetzt tut, ist in der Freiämter Gemeinde bereits kalter Kaffee. Es ist gar so lange her, dass es bei einigen schon wieder in Vergessenheit geraten ist. Fakt ist, bereits Mitte Dezember 2009, also kurz nach ihrer Wahl zur Bundespräsidentin, haben die Einwohner von Merenschwand ihre Doris zur Ehrenbürgerin ernannt. Mit grossem Applaus, wie die anwesenden Chronisten damals festhielten.

Kritischer wird die verliehene Ehre in Sarnen aufgenommen. Altnationalrat Christoph von Rotz (SVP) wittert eine CVP-Wahltaktik. Seines Wissens habe noch nie jemand in Sarnen das Ehrenbürgerrecht erhalten. Obwohl: «In Sarnen lebten und leben viele Bürger, die Grosses geleistet haben.»

Doris Leuthard – ihre Karriere in Bildern:

Ab 1997 im Aargauer Grossen Rat, kandidiert Doris Leuthard 1999 für den National- und Ständerat. Der damalige CVP-Parteisekretär Reto Nause, heute Berner Sicherheitsdirektor, liess Duschgel mit ihrem Gesicht verteilen. Die Aargauer Zeitung titelte «Duschen mit Doris».
23 Bilder
Leuthards erstes Nationalratsportrait.
«Duschen mit Doris» wurde zum inoffiziellen Wahlkampfspruch als Leuthard 1999 für den National- und Ständerat kandidierte. Im Aargau wurden Tausende von Duschmittel-Beuteln mit ihrem Porträt verteilt.
Seit 1991 war Doris Leuthard als Rechtsanwältin tätig und Partnerin des Büros Fricker und Leuthard in Wohlen und Muri.
Hochzeit an Silvester: Am 31. Dezember 1999 heirateten Doris Leuthard und Roland Hausin auf dem Standesamt in Merenschwand.
Fünf Jahre nach ihrer Wahl ins Parlament wurde sie 2004 als Nachfolgerin von Philipp Stähelin zur Parteipräsidentin gewählt.
Zwei Jahre später folgte der nächste Blumenstrauss: Sie wurde von der CVP als Bundesratskandidatin und Nachfolgerin für Joseph Deiss vorgeschlagen.
Sie wurde 2006 mit 133 von 234 gültigen Stimmen gewählt.
Die stolzen Eltern gratulieren ihrer Tochter am 14. Juni 2006 mit einem Spruchband zur Wahl in den Bundesrat.
Der Bundesrat zur Zeit der Wahl von Leuthard (v.l.n.r.): Moritz Leuenberger, Micheline Calmy-Rey, Pascal Couchepin, Samuel Schmid, Christoph Blocher, Hans-Rudolf Merz, Doris Leuthard und Bundeskanzlerin Annemarie Huber-Hotz.
2007 erlebte sie auch die Abwahl Christoph Blochers und die daraus resultierende Abspaltung der BDP. Blocher wurde durch Eveline Widmer-Schlumpf ersetzt.
2010 wurde sie zum ersten Mal Bundespräsidentin. Hier steigt sie gerade aus dem Zug in Aarau.
2010: Küsschen für Bundespräsident Doris Leuthard in Paris.
Im selben Jahr hielt sie an der Generalversammlung der UNO eine Rede.
Ebenfalls ein beliebtes Sujet: Die Bundespräsidentin an der Olma – inklusive Ferkel.
Während ihrer Amtszeit durchreiste sie die ganze Schweiz: Hier die Bundesratsreise 2013, wo sie sich in Hinwil in einen Schützenpanzer setzte.
Ab 2014 war ihr Dienstauto ein Tesla.
Am 1. August 2015 trat Leuthard in Bad Zurzach auf.
Ein grosser Meilenstein in ihrer Karriere: Leuthard an der Eröffnung des Neat-Gotthardbasistunnels im Frühling 2016.
7. Dezember 2016: Doris Leuthard wird nach 2010 zum zweiten Mal zur Bundespräsidentin gewählt. Sie erhält 188 von 207 gültigen Stimmen.
Im Sommer 2017 organisierte Doris Leuthard das Bundesratsreisli. In Lenzburg gab es beim Apéro genug Zeit für Selfies und einen Schwatz mit der Bevölkerung.
An der 1.-August-Feier 2018 in Villmergen ermahnte Doris Leuthard die Schweizerinnen und Schweizer, miteinander zu arbeiten und nicht gegeneinander.
Dezember 2018: Doris Leuthard und Johann Schneider-Ammann verabschieden sich aus dem Bundesrat.

Ab 1997 im Aargauer Grossen Rat, kandidiert Doris Leuthard 1999 für den National- und Ständerat. Der damalige CVP-Parteisekretär Reto Nause, heute Berner Sicherheitsdirektor, liess Duschgel mit ihrem Gesicht verteilen. Die Aargauer Zeitung titelte «Duschen mit Doris».

Keystone