Wohlen
Neue Sporthalle Hofmatten: Fragerunde wurde rege genützt

Wohlen Gemeinderat und Planer informierten über neue Sporthalle Hofmatten – Kirchweg und Budget gaben zu reden

Andrea Weibel
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Etwa der halbe Einwohnerrat, verschiedene Schul- und Vereinsvertreter und Anwohner waren an der Infoveranstaltung über die neue Sporthalle Hofmatten dabei und stellten Fragen.

Etwa der halbe Einwohnerrat, verschiedene Schul- und Vereinsvertreter und Anwohner waren an der Infoveranstaltung über die neue Sporthalle Hofmatten dabei und stellten Fragen.

Andrea Weibel

Wohlen braucht eine neue Dreifachturnhalle. Eine Zweifachhalle, wie sie noch im vergangenen Jahr im Gespräch war, reicht mit den aktuellen Schülerzahlen bereits nicht mehr (AZ vom 31. Mai). «Der Bedarf für eine neue Dreifachhalle ist nachgewiesen – Sie hören richtig, nachgewiesen», betonte Gemeinderat Thomas Burkard am Dienstagabend an einer Informationsveranstaltung.

Also suchte das Planerteam Wohler Architekten die beste Lösung für alle. «Es gab drei Varianten, zwei im Nordwesten, eine im Südosten der bestehenden Sporthalle Hofmatten», erklärte Architekt Urs Müller. «Wir haben uns die Frage gestellt, was wir sagen würden, wenn wir Anwohner der Hallen wären. Da waren die Nordwest-Varianten vom Tisch.» Das sei natürlich nicht der einzige Grund, sondern die Bestätigung der ohnehin besten Lösung gewesen: Das Bleichi- und Hofmattenareal sei «wie ein Stück Stoff», so Müller weiter. «Wenn man es einfach zerschneidet, bleiben am Ende kleine Reste, mit denen man kaum mehr etwas anfangen kann. Das wollen wir nicht.» Darum soll die neue Dreifachturnhalle an die bestehende angebaut werden. «So können wir sehr viele Synergien nutzen und das bestehende Angebot erweitern», so Müller.

Mehrere Probleme lösen

Was beim Publikum, das aus etwa dem halben Wohler Einwohnerrat, Vertretern der Schule und von Sportvereinen sowie Anwohnern bestand, besonderes Interesse weckte, war unter anderem das deutlich höhere Budget der nun geplanten Dreifachhalle. Diese soll anstelle der bisher im Finanzplan festgelegten Obergrenze von 13,5 Mio. Franken nun 17,5 Mio. Franken kosten. Einwohnerrat Sämi Keller (FDP) wollte wissen, wie das zustande komme und wo man allenfalls sparen könne. Thomas Burkard gab ihm recht: «Es gibt Sparpotenzial. Beispielsweise könnte man bei der Tiefgarage die kleinste Variante wählen, die anstelle von 73 nur 26 neue Parkplätze bieten würde. Nur ist das nachträglich nicht mehr zu ändern – und durch die grosse Variante wären auch die Parkplatzprobleme beim Schulhaus Halde und dem Berufsbildungszentrum bbz gelöst.» Dies nur eine der Möglichkeiten, die Burkard aufzählte, dann aber auch mit Argumenten wieder nachvollziehbar verwerfen konnte. Man müsse langfristig denken, sei die Devise der Gemeinde und des Planerteams.

Sporthalle, nicht Eventhalle

Einwohnerrat Alex Stirnimann (SP) war nicht der Einzige, der nach einer alternativen Mehrzweckhalle fragte. Hier erklärte Burkard: «Unser Auftrag war von Anfang an, eine Sporthalle zu planen, keine Eventhalle.» Müller ergänzte: «Diese Halle entspricht in erster Linie den Bedürfnissen der Schulen. Ausserdem würde eine Mehrzweckhalle sofort weit über 20 Mio. Franken kosten, da so vieles mehr berücksichtigt werden müsste.»

Um die Halle bauen zu können, müsste, ein Gebäude auf dem Bleichi-Areal abgerissen und der historische Gösliker Kirchenweg um 25 Meter verschoben werden. Das fand ein Anwohner eine Schande. «Der Weg besteht seit Jahrhunderten. Jetzt wollt ihr uns den wegnehmen und einen riesigen Klotz hinstellen», beschwerte er sich. Architekt Müller erklärte, dass abgesehen davon, dass der Weg nur verschoben würde, dieser «Klotz» eben durch architektonische Elemente aufgelockert und sogar schön werden soll.

Was ebenfalls besprochen wurde: Der Neubau soll im Minergie-Standard gebaut, beide Hallen mittels Erdsonde geheizt werden und eine Solaranlage auf dem Dach rund 50% des Stromverbrauchs decken. Geprüft werden soll ausserdem, ob die Wärme aus dem Duschen-Abwasser verwertet werden könnte. «Wir sind überzeugt von dem Projekt», schloss Gemeinderat Thomas Burkard.

Als Nächstes kommt nun am 24. Juni die Genehmigung eines Zusatzkredites von 350 000 Franken fürs Vorprojekt vor den Einwohnerrat. Ist der einverstanden, kann das Bauprojekt im kommenden Frühling dem Einwohnerrat und der Bevölkerung vorgelegt werden. Wenn auch die damit einverstanden sind, könnte 2022 die neue Sporthalle Hofmatten in Betrieb genommen werden.