Geltwil

Neue Sparvorgabe bringt diese Aargauer Dorfschule in Bedrängnis

Wolken über dem Schulhaus Geltwil: Die Mindestschülerzahl ist eine Knacknuss.

Wolken über dem Schulhaus Geltwil: Die Mindestschülerzahl ist eine Knacknuss.

Die vom Kanton festgelegte Mindestzahl von 15 Schülern bringt die Geltwiler Gesamtschule in Bedrängnis – und in ein echtes Dilemma.

Sie tun so ziemlich alles, die Geltwiler, um ihre Dorfschule zu erhalten. Mit der Hürde von mindestens 15 Schülerinnen und Schülern, die der Kanton für die Führung einer Schule vorgibt – eine Folge der Sparmassnahmen – wird das aber noch schwieriger.

Die Schulbehörden sind in einer argen Zwickmühle: Einerseits wollen sie Zuversicht verbreiten, dass ihre gute Schule Bestand haben wird, andererseits kommen sie nicht darum herum, auch eine mögliche Schliessung der Schule zu thematisieren. Das führt zu einem widersprüchlichen Signal.

Geltwil liegt im Bezirk Muri

Die Geltwiler Schule hat das Problem, dass das kleine 200-Seelen-Dorf tendenziell zu wenige Schulkinder stellt. Seit Jahren wird dies mit dem Zuzug von Schülern aus umliegenden Gemeinden kompensiert. Das hat bisher, bei einer Mindestzahl von 12 Schülern, geklappt. Das ist jetzt mit 15 Schülern verschärft infrage gestellt.

Dabei hat die Schule viele Vorteile, wie Schulpflegepräsidentin Corinne Arnold an einem Informationsabend betonte: Die geringe Schülerzahl macht die Schule übersichtlich und begünstigt einerseits die persönlichen Kontakte, andererseits ein angenehmes Schulklima.

Neben den üblichen Leistungen einer Volksschule gibt es Schwimmunterricht und in Zusammenarbeit mit der Kinderkrippe Buurehöfli in Winterschwil Tagesstrukturen. Mit dem Konzept einer Natur- und Erlebnisschule positioniert sie sich als attraktive Alternative zu anderen Schulen. «Was können wir sonst noch tun?»

Wie reagiert der Kanton?

Ab Oktober gehen wieder 15 Kinder in Geltwil zur Schule. Für das Schuljahr 2017/18 sind – Stand heute – allerdings nur noch 12 Schülerinnen und Schüler zu erwarten, wie Schulleiterin Manuela Mettler ausführte.

Wie das Departement Bildung, Kultur und Sport darauf reagieren wird, ist nicht klar. Zwar kann der Kanton eine Minderzahl für einen beschränkten Zeitraum zulassen, wenn darauf die Schülerzahl wieder auf das Minimum ansteigt. Im Fall von Geltwil sind die Perspektiven diesbezüglich aber eher düster, wenn nicht genügend Kinder von auswärts an die Schule geholt werden können.

Verbindlichkeit fehlt

In der Diskussion kam auch die Frage auf, ob in der Geltwiler Bevölkerung «das Feuer für die Unterstützung der Schule noch wirklich brennt». Diese Frage schien angesichts der eher mageren Beteiligung an diesem Informationsabend berechtigt. Gemeindeammann Daniel Appert bekräftigte, dass der Gemeinderat hinter der Schule stehe, sich aber auch hin und wieder die Frage stelle, wie stark der Rückhalt in der Bevölkerung tatsächlich noch ist.

Als problematisch wurde beurteilt, dass durch die stete Verunsicherung um den Erhalt der Schule für auswärtige Eltern die Verbindlichkeit, die Sicherheit fehle. Das stört die Schulpflege auch. «Aber wir können und dürfen doch keine falschen Versprechen abgeben», meinte Arnold. Gefordert wurde schliesslich eine noch stärkere Anpassung der Schule an heutige Gegebenheiten, etwa die Betreuung der Kinder den ganzen Tag als Gesamtpaket für Eltern, die beide berufstätig sind.

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