Strompreis
Netznutzung wird günstiger – Strom wird teurer

Energie Freiamt AG als grösste Freiämter Strom-Endverteilerin bietet individuelle Berechnungen auch für Private an.

Eddy Schambron
Drucken
Teilen

Zum Strompreis der EFA Energie Freiamt AG für 2011 können drei Aussagen zuverlässig gemacht werden: Die Kosten für die Netznutzung sinken, diejenige für Energie und Abgaben steigen. Besonders deutlich ist der Anstieg des Energiepreises für Haushaltungen in der Zeitzone 2 (20 –7 Uhr). Wie stark die neuen Tarife das Haushaltbudget belasten, kann aber nicht generell gesagt werden.

«Das ist sehr unterschiedlich», erklärt Ewald Businger, Geschäftsführer der EFA Energie Freiamt AG. «Es hat auch Kunden darunter, die weniger bezahlen müssen.» Deshalb macht sein Unternehmen allen Energiebezügern das Angebot, auf Wunsch jeden Haushalt mit dem neuen Tarif durchzurechnen.

Drei Privatkunden fragten nach

Von den Privatkunden der EFA haben bisher nur gerade drei konkret nachgefragt, welche Auswirkungen der neue Tarif auf den eigenen Geldbeutel hat.

Alle Grosskunden mit mehr als 100000 kWh Jahresverbrauch wurden mit einer solchen detaillierten Berechnung in den letzten Wochen bedient. «Rückfragen gab es keine, offenbar waren die Erläuterungen klar», zeigt sich Businger zufrieden.

Es ist das gleiche Netz wie dieses Jahr, teilweise allerdings verstärkt und ausgebaut. Trotzdem wird seine Nutzung für 2011 günstiger sein. Weshalb der Vorlieferant die Kosten dafür reduziert, kann Businger nicht genau sagen. Die Senkung bei der Netznutzung im Bereich Haushaltungen der EFA Freiamt AG begründet er mit der Tatsache, dass im gleichen Netz mehr Strom verteilt wird. «Das senkt die Kosten pro einzelne kWh». Es müsse allerdings berücksichtigt werden, dass die Netznutzungskosten je Netzebene separat berechnet werden müssen. Konkret: Da der Stromverbrauch bei den Grosskunden in Mittelspannung (16 kV) rückläufig ist, derjenige der Kunden in Niederspannung (400V) aber steigt, sinkt der Preis für die Netznutzung je kWh bei den Niederspannungskunden stärker als bei den Mittelspannungskunden. Die niedrigeren Netznutzungskosten helfen aber bei allen Kunden mit, den Aufschlag der Energiekosten abzudämpfen. Für Haushaltungen steigt beispielsweise der Energiepreis in der Zeitzone 1 (7 bis 20 Uhr) um 19,6 Prozent, dank niedrigeren Netznutzungskosten ist der Aufschlag effektiv nur 2,7 Prozent. In der Zeitzone 2 hingegen ist der effektive Aufschlag 12,7 Prozent, weil hier die Energiekosten relativ stark steigen. «Der Energiepreis orientiert sich an den Lieferkonditionen unseres Lieferanten», macht Businger klar. Strom wird von der AEW Energie AG bezogen, welche den Strom von der Axpo AG, der führenden Schweizer Stromproduzentin, bezieht oder zum Teil selber produziert.

Im Dschungel der Tarife

Ewald Businger räumt ein, dass es für den Normalverbraucher schwierig ist, sich im Dschungel der unterschiedlichen Tarifkomponenten zurechtzufinden. Auch deshalb bietet die EFA Energie Freiamt AG ihren Berechnungsservice an. Als wenig durchsichtig würde er die Preisblätter trotzdem nicht bezeichnen, sondern als «komplex». Mit der Aufteilung zwischen Netznutzung, Energiepreis und Abgaben folgen die Energieanbieter den Vorgaben des Gesetzgebers. «Das Volk hat dieses System gewünscht.»

Die EFA Energie Freiamt AG ist mit 92,9 GWh die grösste Strom-Endverteilerin im Freiamt. Sie versorgt 5010 Kunden mit Strom, engagiert sich in der Wärmeversorgung, unterhält Elektroninstallationen, Elektrizitätsverteilnetze und führt die ARA Muri. Zudem pflegt das Unternehmen den Verkauf und den Service von Haushaltgeräten in einem eigenen Laden in Muri.

Aktuelle Nachrichten