Muri
Zweites Leben: Aus alten Uniformen der Regionalpolizei Muri werden Taschen, Anhänger und Babyhöschen

Die Regionalpolizei Muri erhält eine neue Uniform. Statt die ausgedienten Polohemden, Jacken und Hosen wegzuwerfen, erhalten sie als Babystrampler oder Schlüsselanhänger ein neues Leben. Möglich macht dies die Zusammenarbeit mit der Integra Wohlen und der Stiftung Domino in Hausen.

Nathalie Wolgensinger
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Aus einem Polohemd werden beispielsweise süsse Babyhöschen.

Aus einem Polohemd werden beispielsweise süsse Babyhöschen.

zvg

Die Regionalpolizei (Repol) Muri erhält dieses Jahr eine neue Dienstuniform. Es war André Mathys, Polizist der Repol Muri, der die Idee hatte, den alten Uniformen neues Leben einzuhauchen. Sein Chef, Renato Orsi, erzählt:

«André Mathys ist für die Uniformen verantwortlich und wurde damit beauftragt, die ausgedienten Jacken, Hosen und Hemden zu entsorgen.»

Mathys wollte die eigentlich noch gut erhaltenen Uniformen aber nicht einfach der Altkleidersammlung zuführen. Also begann er zu recherchieren und stiess dabei auf das Korps in Winterthur, das seine Uniformen upcycelte, statt sie wegzuwerfen. Als Mathys die Idee in Muri vorstellte, aus den ausgedienten Kleidern etwas Neues zu schaffen, erntete er breite Zustimmung.

Zwei Partner mit unterschiedlichen, fantasievollen Ideen

Das Murianer Korps umfasst 17 Polizistinnen und Polizisten. Dazu kommen noch die Uniformen von Kollegen, die aus dem Dienst ausgeschieden sind. Orsi kommentiert:

«Das ist eine rechte Menge Kleider, die sich da im Laufe der Zeit angesammelt hat.»

Mathys fand in der Stiftung Domino in Hausen eine Institution, die Hand bot, die ausgedienten Uniformen zu neuen Gebrauchsgegenständen umzuarbeiten. Die Stiftung sei aber bald an ihre Kapazitätsgrenzen gelangt, erzählt Orsi. Und so habe man sich nach einem zweiten Partner umgeschaut, der den Rest der Uniformen auch noch upcyclen kann.

Aus den orangen Leucht-Jacken werden Schlüsselanhänger und Etuis gefertigt.

Aus den orangen Leucht-Jacken werden Schlüsselanhänger und Etuis gefertigt.

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Mit der Integra in Wohlen habe man eine zweite Institution gefunden, die sich gerne am aussergewöhnlichen Projekt beteiligte. Sowohl die Stiftung Domino als auch die Integra bieten Arbeitsplätze für Menschen mit einer Beeinträchtigung an. Orsi sagt:

«Für uns ist das eine super Lösung. Die beiden Institutionen bringen unabhängig voneinander ganz tolle Ideen ein.»

So entstanden innert weniger Wochen verschiedene Prototypen aus den ausgedienten Uniformen. Es wurde beispielsweise aus dem alten Polohemd ein Babystrampler und aus der dicken Uniformhose eine praktische Einkaufstasche. Die orangefarbenen Jacken wurden zu Etuis und Schlüsselanhängern verarbeitet und aus den blauen Einsatzjacken wurden Turnbeutel für die Kinder hergestellt.

Aus dem dicken Stoff der Uniformhose werden praktische Einkaufstaschen.

Aus dem dicken Stoff der Uniformhose werden praktische Einkaufstaschen.

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Einen Teil der so entstandenen Produkte kauft die Regionalpolizei zurück und verteilt sie dann als Give-aways. Die restlichen Produkte werden die Institutionen selber verkaufen und den Erlös behalten dürfen. Renato Orsi sagt:

«Einen Teil dieser Give-aways werden wir an der Veloprüfung verteilen und einiges an Ausstellungen, an denen wir mit einem Stand präsent sind.»

Die Idee der Murianer Regionalpolizei hat sich im Kanton herumgesprochen. «Wir haben bereits die Zusicherung von einigen Korps aus dem Kanton erhalten, dass wir ihre ausgedienten Uniformen ebenfalls zur Weiterverarbeitung verwenden dürfen», erzählt Orsi und freut sich, dass diese nachhaltige und innovative Idee auf fruchtbaren Boden gefallen ist.