Mit dem Zug bequem von Freiamt via Gotthard ins Tessin

Mit der Aktion «Ab in den Süden» hat die Kommission ÖV Freiamt die Bedeutung der Linie 653 unterstrichen und die Passagierzahlen gesteigert. Ein Erfolg, der sich sehen lassen kann.

Eddy Schambron
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Die Südbahnlinie, hier bei Mühlau, soll auch ein schneller Zubringer in den Süden sein.

Die Südbahnlinie, hier bei Mühlau, soll auch ein schneller Zubringer in den Süden sein.

Bild: Eddy Schambron

Die Linie 653 der SBB ist der ideale Gotthard-Zubringer aus der Nordwestschweiz, wenn Angebot und Anschlüsse attraktiv sind. Die SBB melden seit Juni 2019 bis zu einer Verdreifachung der Anzahl Reisenden auf dem schnellsten Gotthard-Zubringer. Im Vergleich zum Vorjahr 2018 haben sich die Frequenzen 2019 in gewissen Zügen sogar mehr als verdreifacht, zum Beispiel an Samstagen im Zug 7.34 ab Lenzburg oder an Sonntagen im Zug 17.53 ab Rotkreuz. Das wird untermauert von den 47 Erhebungen der Kommission ÖV Freiamt: «Das Resultat zeigt, dass über 34 Prozent der Reisenden in diesen Zügen der S26 ab Rotkreuz den Weg Richtung Arth-Goldau und weiter zum Gotthard wählen», hält Reto Widmer von der Kommission fest. Viele dieser Reisenden seien davor nicht via Freiamt gefahren. Jetzt würden sie durch den Online-Fahrplan, der immer die schnellste Reiseroute angibt, aus den Räumen Basel-Baselland, Niederamt-Olten, Aarau, Brugg, Lenzburg sowie aus den Aargauer Südtälern via Freiamt-Rotkreuz zum Gotthard geleitet. «Das Potenzial der Linie 653 als idealer Gotthard-Zubringern aus der Nordwestschweiz hat sich also offenbart, sofern ein interessantes Angebot vorliegt und die Anschlüsse attraktiv sind.»

Die Zahlen haben die Ansprüche legitimiert

Das überrascht die Kommission ÖV Freiamt nicht, wie Widmer festhält. Sie setzt sich seit Jahren für eine Aufwertung der Freiämter Linie mit Fernverkehrshalten ein. Sie hat die Linie mit der Werbeaktion «Ab in den Süden» auch gezielt gefördert. Mit attraktiven Anschlüssen Richtung Gotthard–Tessin–Italien sollte das Passagiervolumen auf der Linie 653 Aarau–Rotkreuz–Arth-Goldau so vergrössert werden, dass die Frequenzen hoch genug sind, um die Strecke mit überlagerten schnellen Verbindungen wieder ihrer ursprünglichen Bestimmung als direktester Zubringer für Reisende aus der Nordwestschweiz zum Gotthard aufzuwerten. Dafür setzt sich die Kommission seit Jahren ein. «Dieser Anspruch konnte mit den vorliegenden Zahlen definitiv legitimiert werden.»

In «mittlerer Zukunft» soll nach Ansicht der Kommission ein regelmässiges Angebot schneller Nord-Süd-Verbindungen zwischen Aarau und Rotkreuz/Arth-Goldau aufgebaut werden. Von diesem Angebot würden auch Reisende in Ost-West-Richtung profitieren, zum Beispiel von Schönenwerd nach Zug oder von Wohlen nach Bern. Sehr erfreut ist die Kommission, dass der Kanton Aargau, unter finanzieller Beteiligung von Zug und Schwyz, nun einen ersten Schritt zur Einführung eines solchen Angebotes unternimmt: Ab Dezember werden an Samstagen und Sonntagen insgesamt vier Regio-Express-Züge in den Hauptverkehrszeiten die grossen Halteorte zwischen Aarau und Arth-Goldau schnell mit der Zentralschweiz, dem Gotthard, dem Tessin und Italien verbinden, dies als teilweise Kompensation für die Ende Jahr wegfallenden Halte der Gotthardschnellzüge in Rotkreuz.

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