Der FC Wohlen steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Das geht aus der Einladung zur ordentlichen Generalversammlung der FC Wohlen AG hervor. Diese findet am 31. Oktober im Restaurant des Stadions Niedermatten statt.

Unter Traktandum 6 wird die Genehmigung einer Kapitalerhöhung von heute 335000 auf 500000 Franken aufgeführt. Ab 21. Oktober können Aktionäre die Jahresrechnung und die Bilanz des Clubs einsehen. Das ist just einen Tag vor der Generalversammlung des Vereins FC Wohlen.

Auf und ab beim Kapital

Es ist nicht das erste Mal, dass sich der FCW auf diesem Weg frische Mittel besorgt und die Bilanz saniert.

Wohlen ist erst seit Januar 2008 eine Aktiengesellschaft. Mit dem Kapital ging es seither auf und ab. Gestartet ist der FCW mit einer Ausstattung von 400000 Franken. Diese wurde im März 2010 zunächst auf 450000 Franken erhöht, dann Ende 2010 auf 225000 Franken halbiert.
Ende 2012 würde das Kapital wieder aufgestockt - und zwar auf 335000 Franken.

Damit wollte sich der FC Wohlen für die Challenge League fitspritzen. Die Bilanz des Clubs sei damit saniert und man könne die Lizenz für die nächste Saison beantragen, liess der Verwaltungsrat nach erfolgter Erhöhung verlauten.

Challenge League zu wenig attraktiv

Nun braucht der FC Wohlen bereits wieder Geld. Das Dilemma, in dem die Freiämter stecken, ist typisch für einen Challenge-League-Club: Es kommt zu wenig rein, um die stetig steigenden Vorgaben der Swiss Football League zu erfüllen. Im Herbst 2012 dachte die Clubführung via «Blick» sogar öffentlich über den Verkauf der AG nach. Man wollte sich so sanieren und auf gesundem Fundament ein paar Ligen tiefer weitermachen.

Daraus wurde dann nichts. Der Club beschaffte sich stattdessen neue Mittel und setzte im Juni 2013 mit Urs Bächer erstmals auch einen vollamtlichen Geschäftsführer ein. Bächer sollte mit Unterstützung einer teilzeitlichen Administration-Kraft die ehrenamtlichen Funktionäre entlasten
Mit diesen Strukturen, so der FCW damals, sollten die Voraussetzungen geschaffen werden, um «den Club sportlich, finanziell und organisatorisch noch gezielter weiterzubringen».

Das Vorhaben hat im ersten Anlauf offenbar nicht geklappt, oder zumindest nicht so wie gewünscht. Sportlich ist der FC Wohlen abstiegsgefährdet, auf Stufe Organisation hat das Chaos rund um den Ex-Spieler Wellington grössere Mängel zu Tage gefördert. Und auch finanziell scheint die Rechnung nicht aufzugehen.

Fall Wellington: Fiktive Verträge beim FC Wohlen

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