Studie
Immer genug Wasser für 23 Gemeinden

Der Wasserbedarf steigt und verlangt nach einer Lösung. Sichert eine Ringleitung langfristig den Wasserbedarf im Bünz- und Reusstal?

Eddy Schambron
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Peter Lehmann, Vorsitzender der Geschäftsleitung IB Wohlen AG (links), hat die «Vision Wasser 2035» initiiert, Martin Schibli, Geschäftsführer der Waldburger Ingenieure AG, führt die Studie. Sie sind hier im Wohler Reservoir Hochwacht.

Peter Lehmann, Vorsitzender der Geschäftsleitung IB Wohlen AG (links), hat die «Vision Wasser 2035» initiiert, Martin Schibli, Geschäftsführer der Waldburger Ingenieure AG, führt die Studie. Sie sind hier im Wohler Reservoir Hochwacht.

ES

Schon heute wird besonders während Trockenperioden das Trinkwasser im Bünz- und Reusstal knapp. Diese Situationen werden sich in Zukunft mit der wachsenden Bevölkerungszahl und dem zunehmenden Bewässerungsbedarf der Landwirtschaft in trockenen Perioden noch verschärfen. «Mit punktuellen Lösungen lassen sich zwar Engpässe überbrücken», sagt Peter Lehmann, Vorsitzender der Geschäftsleitung IB Wohlen AG.

Aber um den Wasserbedarf der Region längerfristig zu decken, sei ein umfassenderer Ansatz notwendig. Deshalb hat er die «Vision Wasser 2035» initiiert. Als mögliche Lösung wird eine zweite Transportleitung vom Grundwasserpumpwerk Hard II durch das Reusstal ins Auge gefasst. Sie würde im Raum Wohlen mit der bereits seit den 60-er-Jahren bestehenden Leitung verbunden, sodass eine Ringleitung entstehen würde.

Genug Wasser

Die heutige Entnahmemenge aus dem Grundwasserpumpwerk Hard II auf dem Gemeindegebiet von Niederlenz – Wohlen deckt seinen Wasserbedarf dort zu 70 Prozent und zu 30 Prozent aus eigenen Quellen – könnte massiv erhöht werden, weil der angezapfte Grundwasserstrom des Aaretals sehr ergiebig ist.

Eine Ringleitung würde nicht nur genügend Wasser in die angeschlossenen Gemeinden bringen, sondern auch die Versorgungssicherheit deutlich erhöhen. Beim Ausfall einer der beiden Transportleitungen könnten Bünz- und Reusstal weiterhin vom jeweils anderen Tal her mit Wasser versorgt werden.

Jetzt wird die Waldburger Ingenieure AG auf Initiative der IB Wohlen AG eine Studie erstellen, an der sich insgesamt 23 Wasserversorgungen der Region, die Regionale Wasserversorgung (Rewa) Birrfeld und der Kanton Aargau mit einem substanziellen Beitrag beteiligt. «Diese starke Beteiligung zeigt uns, dass wir ein wichtiges Thema angeschnitten haben», stellt Lehmann fest.

Für 95 000 Menschen

Wie der Geschäftsführer der Waldburger Ingenieure AG, Martin Schibli, ausführt, belaufen sich die Gesamtkosten der Studie auf etwa 125 000 Franken. Die Gemeinden beteiligen sich entsprechend ihrer Bevölkerungszahl mit einem Franken pro Einwohner. In den 23 teilnehmenden Gemeinden leben rund 75 000 Menschen, die von der Vision profitieren könnten.

Dazu kommt das Versorgungsgebiet der Rewa Birrfeld mit weiteren rund 20 000 Einwohnern. Nur in wenigen Gebieten des Kantons Aargau gibt es heute, im Gegensatz etwa zu den Kantonen Bern, Solothurn oder Zürich, entsprechend grosse Verbünde.

Mit der Studie wird unter anderem abgeklärt, welche Wasserversorgungen des Bünz- und des Reusstals mittel- bis langfristig auf einen zusätzlichen Wasserbezug angewiesen sind und welchen Nutzen eine stärkere regionale Vernetzung bringen könnte. Im Fokus stehen etwa die Zusammenlegung von Löschreserven, das Lösen von Druck- und Kapazitätsproblemen sowie die Versorgungssicherheit.

Auch wird geprüft, wie eine Trägerschaft organisiert sein könnte und welche Kosten ein solches Projekt verursachen würde. Ende 2015 werden die entsprechenden Resultate vorliegen.
«Die Reaktion der kontaktierten Gemeinden zeigte uns, dass wir offene Türen einrennen», erklärt Lehmann. Miteinander würden sich die Versorgungsprobleme günstiger lösen lassen, dazu müsse «nichts von oben» verordnet werden. Wichtig ist ihm, dass die Unabhängigkeit der einzelnen Wasservers