Berikon

Handball-EM live: Beriker machten das Beste draus

Handball-EM-Public-Viewing in Berikon

Handball-EM-Public-Viewing in Berikon

Die AZ Freiamt hat getestet, ob die Handballfans die Nati an der EM ebenso lautstark an Public-Viewings unterstützen wie jeweils die Fussballfans. Das Resultat: Die Handballfans litten eher innerlich mit. Aber Spass hatten sie dennoch am Public-Viewing in Berikon.

Berikon, Freitagabend, 18.15 Uhr: Ich sitze allein in der fünften Stuhlreihen im Alphüttli im Eventlokal des Sädelhofs. Vor mir ein grosser Bildschirm, die Tschechische Handballnati spielt gegen die Österreichische. Hinter mir an der Bar plaudert eine Handvoll ehemalige Handballer mit den Barmännern Pitsch Müller und Rafael Hernandez. Diese sind gleichzeitig das OK des Anlasses. Bis jetzt kann man das Public-Viewing der Handball-EM wirklich nicht mit einer Fussball-EM vergleichen. Aber das haben die Organisatoren auch nicht erwartet. Sie sind überzeugt, dass die Leute zum Schweizer Spiel um 20.30 Uhr erscheinen.

Pünktlich zum Essen kommen die Handballfans

19 Uhr: wenn die Tschechische und Österreichische Nati die Handballfans nicht in den Sädelhof locken können, dann immerhin Braten, Kartoffelgratin und Rüebli. Anfangs zweite Halbzeit unterbricht ORF2 die Live-Übertragung für Lokalnachrichten. Doch falls die Gäste das gemerkt haben, zeigen sie es mit keiner Wimper.

19.58 Uhr: Tatsächlich füllen die Handballfans so langsam die Sädelhofhalle. Die ersten beiden Reihen vor mir sind mit Juniorinnen und Junioren gefüllt, während die Damen- und Herrenteams sowie viele Ehemalige die Reste des Sädelhof-Menüs auf den Festbänken geniessen. So langsam sind alle bereit. Das Resultat Tschechien gegen Österreich? Keine Ahnung. Egal, jetzt kommt die Schweiz.

Grosse Live-Überraschung: Mutscheller in Göteborg

20.05 Uhr: Pitsch Müller, Präsident des Handballclubs Mutschellen, hat eine Überraschung versprochen. Auf einmal wird es still im Saal, Nati-Star Andy Schmid wirbt auf dem Bildschirm nochmals für die Public-Viewings in Berikon. «Jetzt schalten wir uns live zu unserem Mann in Göteborg», sagt Rafi Hernandez an.

Auf dem Bildschirm erscheint Alex Milosevic, der ehemalige Trainer der Schweizer Frauennati und heutige Juniorenverantwortliche des HC Mutschellen: «Sind ihr parat, Mutschälle?», ruft er aus Schweden. Neben ihm steht der frühere Natispieler Antoine Ebinger. Der fasst zusammen: «Riesen Halle, riesen Stimmung, die Schweden wissen, wie man Stimmung macht! Aber die 1000 Schweizer Fans hier werden unsere Nati anheizen.» Sie sind sich einig: «Die Schweiz gewinnt 27:26.» Milosevic zeigt live die Göteborger Halle Scandinavium. Doch erst als er sein Mutschellen-Sirt filmt, bricht Jubel im Sädelhof los.

Beriker Fans leiden mit – vor allem innerlich

20.30 Uhr: Anpfiff im Spiel Schweden gegen die Schweiz. Die Junioren krakeelen bei jedem Tor und traktieren die Stühle mit Karton-Klatschhilfen. Bei jedem Gegentreffer wird gebuht. Die Erwachsenen geben sich bedeckter. Doch dass sie mit der Nati mitfiebern, ist trotz helvetischer Zurückhaltung deutlich zu sehen. Sie leiden. «Die Schweizer wurden vorgeführt, das haben sie nicht verdient», sagt der TV-Kommentator. Das sehen die Beriker Fans genauso. Das ernüchternde Resultat spiegelt sich in den langen, enttäuschten Gesichtern wider: 34:21 für die Schweden. Da lagen die Beriker Korrespondenten vor Ort einiges daneben.

Bleibt zu sagen: Punkto Lärm und Emotionen konnten die Handballfans in Berikon nicht mit Fussballern mithalten. Sie leiden eher still. Aber: Das Eventlokal auf dem Sädelhof war voll, die Fans hatten trotz allem Spass. Es gibt ja noch weitere Spiele und weitere Public-Viewings in Berikon (Infos unter: www.handball2020.ch). Die Organisatoren freuen sich auf jeden Fall: «Wir hatten rund 130 Gäste, wir sind sehr zufrieden.» Zum Schluss durften sie Andy Schmids Trikot des Spiels versteigern. Der Erlös geht an die HCM-Juniorenabteilung.

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