Muri
Gemeindeversammlung bewilligt Millionenkredit für Kunstrasen im Stadion Brühl

Die Murianer Gemeindeversammlung stimmte einem Kredit von 2,1 Mio. Franken für den neuen Kunstrasen deutlich zu. Auch die anderen Geschäfte nahmen die Abstimmungshürde.

Toni Widmer
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Muri Gemeindeversammlung 20 - 8 - 2020

Muri Gemeindeversammlung 20 - 8 - 2020

Toni Widmer

Eigentlich sollte der FC Muri schon längst auf Kunstrasen trainieren können. Die Gemeindeversammlung hat im November 2018 ein entsprechendes Projekt auf dem Bachmatten-Areal gutgeheissen. Doch in der Ausführungsplanung kam die grosse Überraschung – der Baugrund erwies sich als schwierig, für dessen Sanierung wäre mit Mehrkosten von mindestens 1,3 Mio. Franken zu rechnen gewesen.

Zusammen mit den Verantwortlichen des Fussballclubs suchte der Gemeinderat nach einer neuen Lösung und erarbeitete ein Alternativprojekt, über das die Gemeindeversammlung am Donnerstag befinden konnte. Dem Vorhaben, das auf 2,1 Mio. Franken veranschlagt ist, hat die Versammlung mit einer deutlichen Mehrheit zugestimmt. Statt einen zusätzlichen Trainingsplatz mit Kunstrasen auf dem Areal Bachmatten wird jetzt das Stadion Brühl auf Kunstrasen umgerüstet. Weil das grosse Fussballfeld so intensiver genützt werden kann, erhöhen sich die Trainingskapazitäten entsprechend und dem FC Muri, dessen erste Mannschaft die letzte Saison in der 2. Liga Inter auf dem ersten Platz beendet hat, ist geholfen.

Der seltsame Auftritt des Ex-Kanzlers

Die Opposition zum Projekt kam von überraschender Seite. Erich Probst, der 2019 pensionierte, langjährige Kanzler und Geschäftsführer der Gemeinde Muri, griff die Behörde in einem seltsam anmutenden Votum an und warf ihr fehlende Abklärungen und mangelnden Sachverstand vor.

Probst zog das Gutachten zur Bodenbeschaffenheit in der Bachmatten in Zweifel und gab sich überzeugt, dass sich das ursprünglich geplante Kunstrasenprojekt dort problemlos und ohne Mehrkosten realisieren liesse. Gemeinderat und FC müssten nur wollen. Dazu muss man wissen, dass Erich Probst an jenem Projekt nicht nur als Kanzler, sondern auch als ehemaliger FC-Präsident entscheidend mitgewirkt hat.

Es war ein Schuss ins Leere – die Unterstützung aus der Versammlung blieb dem in Muri nach wie vor geachteten Ex-Gemeindeschreiber weitgehend verwehrt.

Planung von vorn – auch beim Bahnhof

Nicht rund gelaufen ist es in Muri in den vergangenen Jahren auch mit der städtebaulichen Entwicklung des Bahnhof-Areals. Dort wird seit 2010 geplant, es gab einen Investorenwettbewerb und auch einen neuen Gestaltungsplan. Doch dieser hat sich als nicht umsetzbar erwiesen und ist vom Gemeinderat sistiert worden.

Mit einer Testplanung sollen nun die städtebaulich besten (und umsetzbaren) Lösungen für Bahnhof- und Busbetrieb sowie eine attraktive Wohn- und Gewerbeüberbauung gefunden werden. Diese Planung, für welche die Gemeindeversammlung am Freitag 620 000 Franken bewilligt hat, beinhaltet mehrere Planungsschritte und soll bis 2024/25 in einen neuen Gestaltungsplan münden.

Genehmigt worden sind an der Gmeind weiter Rechenschaftsbericht und Rechnung, die Teilrevision des Reglements über die Finanzierung von Erschliessungsanlagen sowie die Integration des Betreibungsamtes in die Gemeindeverwaltung. Durchgeführt worden ist die Versammlung mit rund 200 Anwesenden streng nach den geltenden Corona-Regeln unter freiem Himmel im Klosterhof.