Villmergen
Gegen- und Rückenwind für Energieinitiative

Kommt die lokale Energieinitiative durch, liefern die Gemeindewerke künftig standardmässig erneuerbare Energie statt Atomstrom. Initiant Markus Keller kontert nun Kritik aus Wohlen, dies sei ein Zwang für die Konsumenten.

Fabian Hägler
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Mitinitiant Markus Keller

Mitinitiant Markus Keller

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«Sache ist, dass die Villmergerinnen und Villmerger auch mit der Energieinitiative nach wie vor die Möglichkeit haben werden, jederzeit Atomstrom zu beziehen», sagt Markus Keller. Er antwortet damit auf Kritik von Vertretern der IBW AG, die in Wohlen für die Stromversorgung verantwortlich ist. Geschäftsführer Peter Lehmann und Verwaltungsratspräsident Hanspeter Weisshaupt äusserten sich in den Medien skeptisch zur Villmerger Idee, sie sprachen dabei von Zwang und Unfairness.

Keller hält nun fest: «Falls jemand keine Produktwahl bekannt gibt, so muss für die Gemeindewerke klar sein, was sie vorerst liefern sollen, denn Strom will man ja auf jeden Fall haben.» Neu würde in solchen Fällen nicht mehr Atomstrom, sondern eben erneuerbare Energie geliefert. Und dies laut Markus Keller «zu minimal höheren Kosten - beispielsweise ca. 45 Franken pro Jahr für einen Vierpersonenhaushalt.»

Atomausstieg soll umgesetzt werden

Keller, einst selber Geschäftsführer bei der IBW, betont: «Wenn jemand populistisch von Zwang sprechen möchte, so müsste er zumindest präzisieren: Von einem Zwang (zu Atomstrom) wird zu einem anderen Zwang (zu erneuerbarer Energie) gewechselt.» Spätestens seit letztem Jahr sei dieses Vorgehen angebracht, «denn es setzt den Beschluss des Bundesrats und der eidgenössischen Räte konsequent um, die den Ausstieg aus der Atomenergie beschlossen haben. Der Tragweite eines solchen Wechsels sei sich das Villmerger Initiativkomitee durchaus bewusst, betreffe dieser doch die gesamte Bevölkerung und die meisten Unternehmen.

Legitimation dank «Gmeind»

Markus Keller und seine Mitinitianten können daher zu einem gewissen Grad nachvollziehen, «dass Versorger, welche sich lediglich auf die Beschlüsse eines Verwaltungsrates stützen, in einer solchen Sache eher zurückhaltend agieren». Villmergen geniesse hingegen das Privileg, dass die Gemeindeversammlung über diesen Schritt befinden werde. «Dies verleiht dem Beschluss eine Legitimation, von welcher andere nur träumen können», blickt Keller voraus.