Beachvolleyball
Freiämter Routinier will Nachwuchstalent fördern – «ich freue mich auf das gemeinsame Abenteuer»

Der Rottenschwiler Beachvolleyballer Simon Hagenbuch gibt sein Comeback und spielt neu mit dem 19-jährigen Leo Dillier zusammen.

Marc Ribolla
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Der Freiämter Simon Hagenbuch (links) und Leo Dillier (Möhlin) bilden ab sofort ein Beachvolleyball-Team.

Der Freiämter Simon Hagenbuch (links) und Leo Dillier (Möhlin) bilden ab sofort ein Beachvolleyball-Team.

zvg

Das Leben als Spitzensportler in einer Sportart wie Beachvolleyball verlangt in normalen Zeiten viel ab. Vor zwei Jahren beschloss der heute 27-jährige Rottenschwiler Simon Hagenbuch deshalb, eine Pause vom Nomadenleben und den vielen Trainingseinheiten einzulegen. Die Aussichten, sein ambitioniertes Ziel Olympia 2020 in Tokio zu erreichen, waren zudem praktisch null. Ausserdem wollte Hagenbuch mehr in seine Ausbildung investieren und überlegte sich, in die USA auszuwandern.

Nun, es kam anders. Seine Auswanderungspläne lösten sich im vergangenen Jahr wegen der Coronapandemie in Luft auf. Hagenbuch absolvierte die Passerelle, die ihm den Zugang zur Uni ermöglichte. Seit Herbst studiert der 198 Zentimeter grosse Beachvolleyballer Psychologie in Bern. Und auch sportlich möchte Hagenbuch wieder im Sand angreifen. Sein Comeback darf als Glücksfall für Jungtalent Leo Dillier bezeichnet werden. Hagenbuch wird der neue Partner des erst 19-jährigen Möhliners Dillier, der einer von nur vier Athleten im nationalen Nachwuchskader von Swiss Volley ist. Die ­Mischung zwischen Routine und jugendlichem Elan soll für ein Erfolgsduo sorgen.

«Ich kann ihm helfen, seinen Weg zu gehen»

«Ich freue mich auf das gemeinsame Abenteuer. Erstmals bin ich in der Rolle des Teamleaders. Leo ist fokussiert und kann viel von meiner Erfahrung profitieren. Spielerisch ist er für sein Alter bereits auf sehr gutem Niveau. Ich kann ihm helfen, seinen Weg zu gehen und sich stetig weiter zu entwickeln», erklärt Hagenbuch.

Eine Umstellung gibt es bei der taktischen Aufstellung. Der zwei Zentimeter kleinere Dillier wechselt von seiner gewohnten Blockposition am Netz in die Rolle des Verteidigungsspielers. Zentral für den Erfolg ist, dass die beiden Aargauer sich verstehen. Simon Hagenbuch sieht diesbezüglich keine Schwierigkeiten. Das Zwischenmenschliche liege ihm sehr am Herzen. «Wenn wir so viel Zeit zusammen verbringen, ist ein gutes Verhältnis untereinander enorm wichtig. Spannungen möchte ich umgehend im Gespräch klären, damit wir als Team auf und neben dem Feld harmonieren. Die Chemie zwischen uns passt sehr gut. Wir beide haben viele Parallelen in unserer sportlichen und persönlichen Entwicklung», sagt der Rottenschwiler.

Seit drei Monaten wieder im Berner Trainingszentrum

Er besuchte einst die Talent School Aargau Volleyball und absolvierte gleichzeitig eine KV-Lehre mit Berufsmatur auf einer Bank. Nach der Ausbildung wurde Hagenbuch ins nationale Trainingszentrum nach Bern berufen und konnte als Profi mit Dave Widmer und Quentin Métral als Partner nationale und internationale Erfolge feiern. Nun nimmt er nach der sportlichen Auszeit einen neuen Anlauf an der Seite von Leo Dillier. Dieser ist momentan im letzten Jahr seiner vierjährigen Sportlerlehre als Automatiker bei Rockwell in Aarau.

Seit rund drei Monaten sma­shen, blocken und hechten die Beachvolleyball-Cracks wieder im Sand im Trainingszentrum von Swiss Volley in Bern. Mehrere Trainingsblöcke im Bereich Athletik unter dem neuen Trainer Noah Giblin und einige Stunden Techniktraining bei Michi Suter stehen jede Woche auf dem Plan.

Schwierige Saisonplanung wegen Coronasituation

Wegen der schwierigen Coronalage sei die Saisonplanung aktuell sehr herausfordernd. Weil nicht abzusehen ist, wann wieder Wettkämpfe im gewohnten Ausmass zugelassen sind.

Hagenbuch/Dillier möchten aber, wenn es die Situation erlaubt, einige internationale Turniere spielen und auf der nationalen Profi-Tour vorne mitmischen. Zurzeit arbeiten sie intensiv an ihrer Athletik und der gemeinsamen Abstimmung innerhalb des Teams.