Muri
Freiämter Ringer verlieren Halbfinal gegen Willisau – Ärger über die Kampfrichter

Mit der 17:19-Heimniederlage haben die Freiämter Ringer das Halbfinal gegen Willisau vor 800 Zuschauern verloren.

Wolfgang Rytz (Text und Foto)
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Typisch für den Abend: Kampf zwischen Freiamts Olympiaringer Pascal Strebel (oben) und Andreas Vetsch.

Typisch für den Abend: Kampf zwischen Freiamts Olympiaringer Pascal Strebel (oben) und Andreas Vetsch.

Wolfgang Rytz

Wohl ärgerte sich Adi Bucher, der Cheftrainer der Ringerstaffel Freiamt, grün und blau über die Kampfrichter. Doch am «richtigen» Sieger an diesem turbulenten Abend in der Bachmattenhalle Muri zweifelte er nicht. «Willisau trat wieder mit einer super Aufstellung an», zollte er dem Erzrivalen Respekt. Unter dem Strich resultierte eine Zweipunkteniederlage, die das Stärkeverhältnis im richtigen Licht widerspiegelt. Aber das nervöse Kampfrichtertrio führte phasenweise seltsam Regie. Für Bucher blieb die Enttäuschung, dass der Heimsieg nach der 14:21-Auswärtsschlappe nicht gelang.

Unerbittliche Intensität

Wie angespannt der Rekordmeister auch im Halbfinal-Rückkampf war, offenbarten mehrere Duelle, in denen die Unparteiischen umstrittene Entscheide fällten. Da gingen die Emotionen hoch. Gleiches galt allerdings auch für die Aargauer, die sich nicht minder häufig beklagten. Die Mannschaften und deren lautstarke Anhängerschaft bekämpften sich in einer Heftigkeit, als gehe es um den Titelgewinn. Insgesamt gewann Freiamt nur vier von zehn Einzelkämpfen. Am umstrittensten war der Greco-Fight bis 97 kg. Roman Zurfluh hatte seine liebe Mühe mit dem bulgarischen Ringerschweizer Delian Alishahi und erhielt Strafpunkte für seinen unsauberen Stil aufgebrummt. In der letzten Minute beging die Willisauer Verstärkung Mattenflucht, die der Mattenrichter mit einer Wertung für Zurfluh bestrafte. Der Chefkampfrichter korrigierte diese Entscheidung zum Unmut der Freiämter, die sich um den Sieg geprellt sahen.

Korrektur nach der Pause

Beim Pausenstand von 10:7 für Willisau betrug Freiamts Gesamtrückstand zehn Teampunkte; die Entscheidung um den Finaleinzug war so gut wie gefallen. Die Freiämter Schwäche bis 86 kg Freistil besiegelte im sechsten Kampf endgültig das Verdikt. Der nur 76 Kilogramm schwere Manuel Jakob war dem Topathleten Samuel Scherrer nicht gewachsen.

Zwar beruhigte Michael Bucher mit seinem 16:1-Sieg die Freiämter Seelen, aber trotzdem war der Finalzug abgefahren. Diese Gelegenheit benützten die Unparteiischen, den Freiämtern mit Kompensationsentscheiden eine gnädige Heimniederlage zu ermöglichen. Marc Weber erhielt gegen den nachlassenden Jonas Bossert Bonuspunkte zugesprochen. Routinier Pascal Strebel demonstrierte gegen Andreas Vetsch seine physische Überlegenheit. Dass der junge Internationale jedoch mit drei Verwarnungen disqualifiziert wurde, war eine üble Laune des Kampfrichtertrios.

Angekratzte Psyche

Kunststück, kam bei Willisaus Trainer Thomas Bucheli nach dem 19:17-Prestige-Erfolg nur verhaltene Freude über die Finalqualifikation auf: «Es lief vieles nicht so, wie wir es uns gedacht hatten.» Dessen ungeachtet, tanzten die Willisauer Ringer minutenlang auf der Matte und liessen sich von ihren Fans feiern. Adi Bucher kochte innerlich, suchte aber seinem Naturell entsprechend dosierte Worte. «Die Kompensation der Kampfrichter half uns nicht mehr, stellte aber ihre Glaubwürdigkeit in Frage», urteilte er. Sportlich akzeptiere er Willisaus Überlegenheit. «Wir haben gekämpft und wertvolle Erfahrungen gesammelt. Aber uns fehlte die nötige Physis.»

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