Kultur

Final Story wird zehn – die Freiämter Band feiert das mit ihrer vierten Platte

Final Story: David Mele, Mathias Sax, Daniel Baumgartner und Kevin Schärer (von links) beim Videodreh.

Final Story: David Mele, Mathias Sax, Daniel Baumgartner und Kevin Schärer (von links) beim Videodreh.

Am 25. Januar taufen die Musiker mit «Savaged Soul» ihr neuestes Baby. Sie sagen: «Das sind wir. Das ist tätschehrlich.»

Ein verwunschenes Schloss, eine junge Frau irrt durch den Garten, eine verblühende rote Rose ist alles, was ihr den Weg zu weisen scheint. Sie wird verfolgt. Immer wieder tauchen schwarze Gestalten hinter ihr auf. Sind sie real? Oder lediglich Gedanken, die sie nicht loslassen?

Die Geschichte der jungen Frau ist die Geschichte, die der Videoclip zu «Savaged Soul» erzählt, der ersten Single aus dem gleichnamigen neuen Album der Freiämter Band Final Story. Und die Geschichte steht symbolisch für jenen Moment vor gut zwei Jahren, an dem alles hätte zu Ende sein können.

Im Clip muss die junge Frau durch Dunkelheit und Furcht, bevor sie merkt, wo sie hingehört. Genauso war es bei Final Story.

«Überzeugt, dass es falsch wäre, alles wegzuwerfen»

«Nach acht Jahren, in denen wir jede Woche gemeinsam Musik gemacht haben, wussten wir auf einmal nicht mehr, wieso wir das überhaupt taten», erinnert sich der 29-jährige Gitarrist und Songschreiber Kevin Schärer.

Sänger Mathias Sax, 30, fügt hinzu: «Wir hatten uns zum ersten Mal den ganzen Sommer 2017 Pause gegönnt. Als wir uns danach wieder zusammensetzten, wäre es mir und auch anderen eigentlich recht gewesen, wenn wir aufgehört hätten. Wir haben am Greenfield gespielt, unsere Alben waren erfolgreich, wir hatten eine tolle Fangemeinde. Das reichte doch. Aber dann kam Kevin», fügt der baldige Vater grinsend hinzu.

Der angesprochene Kevin Schärer nimmt den Faden auf: «Ich überlegte mir, wie es sein würde, nicht mehr jede Woche mit den Jungs Musik zu machen. Wir haben nie nur gejammt, es war Arbeit, wir wollten etwas erreichen. Plötzlich war ich überzeugt, dass es falsch wäre, das wegzuwerfen.»

Seine Überzeugung war so stark, dass keiner mehr aufhören wollte. «Aber es war uns auch klar, dass wir noch härter arbeiten mussten, um das beste Album zu schreiben, das uns möglich ist.»

Gesagt, getan. «Früher schrieb ich die Songs alleine, brachte sie fertig in die Band und wir feilten hier und da noch etwas», erzählt Schärer. «Diesmal haben Mathias und ich uns zusammengesetzt, ich brachte eine Grundmelodie und wir schrieben den Song gemeinsam.»

Der Sänger mit der markanten Stimme fügt hinzu: «Wir kennen uns schon so gut, dass wir genau wissen, wie der andere tickt. Es war harte Arbeit, ‹Savaged Soul› zu schreiben. Aber am Ende waren wir glücklich, der Song ist der Hammer. Und genauso zufrieden sind wir mit allen anderen Songs auf dem Album.» Nach kurzem Überlegen fasst er zusammen: «Das sind wir. Das ist tätschehrlich.»

«Einige Innerschweizer kommen mit dem Car»

Dutzende von Songs haben sie in den vergangenen zwei Jahren geschrieben, die meisten wieder verworfen. Aber mit den zehn, die es aufs Album «Savaged Soul» (verwilderte Seele) geschafft haben, sind die vier absolut zufrieden

«Im Song heisst es: ‹Only scars as my witness›, also ‹nur Narben als meine Zeugen›. Genau so stehen wir heute da. Wir haben viel erlebt, viel durchgemacht, aber jetzt sind wir zurück», ist Schärer überzeugt. Die Narben sieht nur, wer ganz genau hinschaut. Allen anderen fegen die vier wie schon in den vergangenen zehn Jahren ihre Metal-Core-Riffs und eine kraftvolle Stimme entgegen.

Sie können es kaum erwarten, am 25. Januar ihre Platte im Royal in Baden zu taufen und ihren Fans die neuen Songs zu zeigen. Denn Fans haben sie: «Einige Innerschweizer kommen sogar mit einem Car», ist Sax gerührt.

Unterstützt werden sie an der Plattentaufe von ihren Freunden der Bands Mindcollision und Silent Circus. Zuvor veröffentlichen sie am 17. Januar ihre zweite Single «Chasing Myself». Und wer genau hinschaut, entdeckt bis am 20. Januar einen Wettbewerb als Plakat an prominenter Stelle am Bahnhof Baden.

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