Muri
Fachkommission will das Murianer Gewerbe zum Stromsparen anregen

Heute trifft sich die Kommission Energie, Umwelt und Mobilität der Gemeinde Muri, um der Inhaberin des Coiffeur-Geschäfts Armida, Armida Serratore, «ein Lob auszusprechen, weil sie ihr Geschäft an der Dorfstrasse nicht mehr bis um 24 Uhr beleuchtet.»

Eddy Schambron
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Stoff- & Wullehüsli, Marktstrasse

Stoff- & Wullehüsli, Marktstrasse

Die Kommission ist der Ansicht, dass dieses Verhalten in Muri eine Vorbildfunktion hat und dementsprechend Aufmerksamkeit erhalten soll. Die az Aargauer Zeitung machte sich nachts auf den Weg, um zu schauen, wie es die Gewerbetreibenden mit der Beleuchtung ihrer Geschäfte halten

Auch andere ohne Licht

Coiffure Armida ist nicht das einzige Geschäft, das nach der Arbeit und dem Eindunkeln gänzlich auf Licht verzichtet. Dunkel ist es beispielsweise auch in der Buchhandlung Colibri und in der Bäckerei Müller – wenigstens solange, bis der Bäcker wieder an der Arbeit ist. Um 22 Uhr geht das Licht auch beim Coop Muripark und beim Lidl aus, das wird künftig ebenso beim neuen Migros der Fall sein. Andere Gewerbler
beleuchten ihr Geschäft sehr sparsam, zum Beispiel Ofenbauer Loher oder die EFA Energie Freiamt AG. Letztere gehört zu zwei Dritteln der Gemeinde. Wieder andere haben nur die Schaufensterauslage im Licht.

Einen Franken pro Nacht

Lohnt es sich, das Geschäft nicht oder nur wenig zu beleuchten? Einer, der es wissen muss, ist Hans Hildbrand, Leiter Elektroinstallation bei der EFA Energie Freiamt AG. «So, wie wir den Laden beleuchten, dürften pro Nacht etwa 5 Kilowattstunden verbraucht werden», glaubt er. Umgerechnet macht das Kosten von knapp einem Franken. «Vom Einzelnen aus gesehen fällt die Beleuchtung kostenmässig nicht ins Gewicht», sagt Hildbrand. «Aber die Menge machts, und es ist natürlich eine ideologische Frage, ob es die Beleuchtung braucht oder nicht», ergänzt er. Wenn ein Geschäft aber mit Licht auf sich aufmerksam machen will, sollten seiner Ansicht nach energieeffiziente Leuchtmittel eingesetzt werden. Hier kommen den Gewerbetreibenden die neuen Energiesparlampen oder – noch besser – LED-Lampen entgegen.

Frage der Wahrnehmung

Für Markus Eichhorn, Präsident des über 180 Mitglieder zählenden Gewerbevereins Muri und Umgebung, ist es grundsätzlich wichtig, dass auch bei einbrechender Dunkelheit mit Licht auf ein Geschäft aufmerksam gemacht werden kann. «Man kann zwar nicht beziffern, welchen Nutzen die Beleuchtung im täglichen Geschäft konkret bringt, aber das Licht erhöht zweifellos die Wahrnehmung eines Betriebes.»

Auch er selber erhellt beim Einbruch der Dunkelheit seine «magic-4media». Allerdings spricht sich Eichhorn für eine vernünftige, der Situation angemessene Beleuchtung aus. Um 23 Uhr schaltet er sie bei seinem Geschäft mit einer Schaltuhr ab. «Das werden die meisten Gewerbetreibenden in Muri so handhaben», ist er überzeugt. Kommentar rechts

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