Wohlen

Einwohnerrat genehmigt zusätzliche vier Stellen in der Gemeinde

Das Lehrschwimmbecken Bünzmatt wird saniert.

Das Lehrschwimmbecken Bünzmatt wird saniert.

Der Einwohnerrat genehmigte am Montag auch die Planung der Sanierung des Lehrschwimmbeckens und sprach sich gegen Starkstrom-Freileitungen aus.

Es war die allererste Einwohnerratssitzung des neuen Präsidenten Meinrad Meyer. Und es war eine durchweg positive Sitzung, zumindest, wenn man die Resultate betrachtet. Allen voran: Wohlen darf künftig über 360 Stellenprozente mehr verfügen als bisher. Es geht um die drei Verwaltungsabteilungen Steueramt (plus 100%), Soziale Dienste (plus 100%) sowie Planung, Bau und Umwelt (plus 160%).

Da die Gemeinde ständig wächst, müsse auch der Verwaltungsapparat entsprechend aufgestockt werden, damit sämtliche Fälle, Anträge und Prüfungen fristgerecht und mit hoher Qualität abgehandelt werden können. «Die beantragten Stellen sind das absolute Minimum, das zusätzlich benötigt wird», fasste es Alex Stirnemann im Namen der Finanz- und Geschäftsprüfungskommission (FGPK) zusammen.

Dem stimmten die Fraktionen beinahe geschlossen zu. Allerdings stellte Thomas Hoffmann (FDP/Dorfteil Anglikon) vorher einen Rückweisungsantrag. Er befand, dass ein solcher Antrag definitiv vor der Budgetsitzung behandelt werden müsse, nicht kurz danach. Anna Keller (Grüne), Ruedi Donat (CVP) und Simon Sax (GLP/EVP) waren sich jedoch im Namen ihrer jeweiligen Fraktionen einig: Sie verstanden die Überraschung von Hoffmann nicht, denn der Gemeinderat hatte bereits im April aufgezeigt, dass 360 Stellenprozente fehlen. Kurz: Die Rückweisung wurde sehr deutlich abgelehnt und alle vier Stellen genehmigt.

Badwassertechnik-Sanierung wird geplant

Bei der Sanierung des Lehrschwimmbeckens in der Schulanlage Bünzmatt waren sich die Einwohnerräte noch schneller einig. Offensichtlich haben viele der Rätinnen und Räte in ebendiesem Becken ihre ersten Schwimmerfahrungen gemacht. Nun kann die Badwassertechnik-Sanierung geplant werden. Ein Planungskredit von 145'000 Franken wurde gesprochen.

Gemeinderat Thomas Burkard betonte: «Wir haben alle Alternativen abgeklärt. Das Freibad ist unrealistisch, weil man da nur im Juni, August und allenfalls September sämtliche Schwimmstunden der Schüler unterbringen müsste. Und die Hallenbäder Bremgarten und Mellingen haben schlicht die Kapazität nicht, um so viele Schüler zusätzlich aufzunehmen. Es gibt also keine realistische Alternative zur Sanierung des Lehrschwimmbeckens.»

Dem schlossen sich die 36 anwesenden Einwohnerrätinnen und -räte einstimmig an. Sämi Keller (FDP) rechnete anschaulich vor: «Seit 54 Jahren haben durchschnittlich 500 Kinder pro Woche eine Stunde in diesem Lehrschwimmbecken verbracht. Verrechnet man dies mit den Baukosten, sind das rund 2 Franken pro Kind. Ich halte das für eine super Zahl.»

Motion zu Starkstrom rannte offene Türen ein

Ein weiterer wichtiger Punkt kam von Seiten der CVP, die damit jedoch offene Türen einrannte. In einer dringlichen Motion beauftragt Ruedi Donat den Gemeinderat, sich gegen eine offen geführte Starkstromleitung über den Wagenrain einzusetzen, wenn möglich in Zusammenarbeit mit den anderen betroffenen Gemeinden. «Damit werden wir zu etwas aufgefordert, was wir selbstverständlich bereits tun», hielt Gemeindeammann Arsène Perroud fest. «Der Gemeinderat vertritt die gleiche Meinung wie die Motionäre.» Allerdings forderte auch er den Rat auf, die Motion zu überweisen, «denn sie gibt uns die notwendige politische Unterstützung für unser Handeln», sagte er und hatte fast alle Einwohnerräte hinter sich.

5G-Strahlung unter Top-5-Risiken

Ebenfalls positiv brachte der Rat die Debatte über den neuen Verwaltungsrat der IB Wohlen AG hinter sich. Der neue Verwaltungsrat besteht nun aus Hans-Ulrich Pfyffer (neuer Präsident, bisher), Hansueli Bircher (bisher), Martin Bolliger (bisher), Barbara Wich-Linder (bisher) und Per Olof Just (neu).

Kurz vor dem Apéro, den der neue Einwohnerratspräsident Meyer exakt um 21 Uhr beginnen liess, wurde die Antwort auf die Anfrage von Mika Heinsalo (Dorfteil Anglikon) zur Sistierung von 5G-Antennen diskutiert. Heinsalo war nicht zufrieden, hielt sie für einen Verstoss gegen geltendes Recht.

Hier setzte sich Harry Lütolf (CVP) vehement für den Gemeinderat ein: Der Rückversicherer SwissRe stufe 5G-Strahlung unter die Top-5-Risiken ein. «Damit hat der Gemeinderat sich vorbildlich verhalten. Er hält die Volksgesundheit als wichtigstes Gut hoch.» Auch Perroud hielt die Behauptung, der Gemeinderat habe Rechtsverweigerung betrieben, für haltlos.

Ausserdem wurden Monika Alder (SVP) und Dieter Stäger (FDP) neu in Pflicht genommen.

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