Sarmenstorf
Dieser tonnenschwere Findling aus Sarmenstorf bleibt der Nachwelt erhalten

Ein rund acht Tonnen schwerer Findling, der beim Aushub für eine neue Überbauung aufgetaucht ist, wurde gestern in Sarmenstorf neu platziert. Der Stein wurde wahrscheinlich in der letzten Eiszeit aus dem Gotthardmassiv ins Freiamt verschoben.

Toni Widmer
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Für die «Züglete» des Findlings war ein Kranlastwagen nötig.

Für die «Züglete» des Findlings war ein Kranlastwagen nötig.

Toni Widmer

Bei den Erschliessungsarbeiten für den Glaserhof in Sarmenstorf – eine schön gestaltete Überbauung unmittelbar neben Dorfkirche und Pfarrhaus – wurde ein grosser, schätzungsweise acht bis neun Tonnen schwerer Findling entdeckt. Der Stein dürfte, wie so viele Findlinge in der Region, in der letzten Eiszeit aus dem Gotthardmassiv ins Freiamt verschoben worden sein.

Was ist ein Findling?

Ein Findling ist ein sehr grosser Stein, der durch Gletscher während der Eiszeiten an einen neuen Ort, oft weit weg von seinem Ursprungsort, transportiert wurde. Dort wurde er abgelagert und bliebt bis heute an diesem Ort liegen. Findlinge sind also vor allem in Gebieten zu finden, die während der Eiszeit von Gletschern überdeckt waren.

Die Brüder Josef und Andreas Saxer haben beschlossen, den riesigen Stein nicht zu sprengen oder anderweitig zu entsorgen. «Wir wollen ihn für die Nachwelt erhalten und platzieren ihn vor unserem neuen Mehrfamilienhaus direkt an der Büttikerstrasse», erklärte Andreas Saxer gestern, bei der «Züglete» des Findlings.

Saxers tragen Zunamen «Glasers»

Glaserhof heisst die Überbauung, weil hier früher ein Bauernhof stand und die Familie der Saxer-Brüder in Sarmenstorf den Zunamen «Glasers» trägt. Laut einem Gesellenbrief, den Josef Saxer im Nachlass entdeckt und aufbewahrt hat, liess sich sein Vorfahre Josef Kündig im Jahr 1826 im fränkischen Bamberg bei einem Kaspar Burkard zum Glaser ausbilden.

Dieses Gewerbe betrieb er später im Geburtshaus von Josef Saxer, das unterhalb des neuen Mehrfamilienhauses steht und zum früheren Bauernhof gehörte. Später führten die Familien Kündig und Saxer die landwirtschaftliche Genossenschaft und einen Volg-Laden. Josef Saxer amtete, wie sein gleichnamiger Vater auch, lange Jahre als Kirchensiegrist.

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